Schlafkanzel

Schlafkanzel

Die sogenannte „Schlafkanzel“ ist nichts anderes als eine Kanzel, in der man auch mal die Beine ausstrecken kann. Oder auch zu zweit ansitzen.
Wenn ich mich in einer Schlafkanzel liege, können Elefantenherden vorbei laufen, ohne dass ich wach werde. Also liegen sollte man nicht unbedingt.

Man hat also mehr Platz und Bequemlichkeit. Platz für eine geräuschlose Kanzelheizung, Rucksack, Kanone etc.

Diese Kanzel sollte gedämmt sein mit Fenstern zu jeder Seite. Verdunkelbar.
Baubar in Segmenten, die beim Aufbau einfach zusammen geschraubt werden. Ein Traktor mit Frontlader hilft ungemein. Der Aufbau einer meiner „Schlafkanzeln hat mit einem Traktor 30 Minuten gedauert (Seitenteile).

Was wird die Kanzel an Extras haben?

  • Liege-/Sitzfläche
  • Mondblenden
  • mind. 4 Fenster (verstellbare Schiebefenster)
  • Isolierung/Dämmung
  • Rasentepich komplett
  • Kanzelheizung
  • Schießauflage
  • Belüftung (Insektenfest)

Viele meiner „Kollegen“ sind zum Wasserlassen auf die Brüstung gegangen und haben sich gewundert, dass sie anschliessend keinen Anblick mehr hatten. Anfangs habe ich eine Wärmeflasche dazu benutzt. Ist aber unpraktisch in der Dunkelheit. Besser ist eine „Weichspülerflasche“ mit großer Öffnung.

Der Rahmen besteht aus 60×40 er Fichte-Latten zu Euro 0,60 pro Meter. Die Wände aus Federbrettern, Fichte, 22x121x2400. Bei OBI zu finden. Nur als Beispiel.
Das Dach kann aus preiswerter OSB-Platte sein. Billiger als Siebdruckplatten. Wird eh mit Teichfolie bespannt.

Den Kanzelboden meiner FDP-Kanzel habe ich mit 40er Styrodur-Platten ausgelegt. Styrodur ist im Gegensatz zu Styropor trittfest. Die Wärmedämmung ist dabei zweitrangig, eher die Schalldämmung. Besonders bei Rotwild nützlich.
Auch die Wände habe ich mit 40er Dämmung belegt und anschliessend Rasenteppich drauf. An Rasenteppich geht keine Maus ran…

Als Fenster habe ich Schiebefenster gewählt. Nach oben! So kann man die Öffnung selbst wählen. Nicht gleich das ganze Fenster auf!
Das Plexiglas hält spielend eine Jagdperiode aus.
Man kann nicht alle Kanzeln so ausstatten. Aber jeder hat seine „Lieblingskanzel“ und die sollte schon sehr gut ausgestattet sein.

Die Elemente sind leicht zusammen zu bauen. Wenn die Maße stimmen, passt beim Aufbau alles!
Verbunden werden die Elemente mit 100er Schrauben durch die Lattung. Vorher vorbohren! Die Elemente sind am Besten von innen zu verschrauben, da man ja von aussen beim Aufbau nicht so gut ran kommt. Ist wesentlich bequemer. Wegen der seitlichen Fensteröffnung hatte ich nicht mal irgendwelche Zwingen benötigt.
Auch in der Tür sollte ein Fenster rein. Wie schlimm ist es etwas zu hören, aber nicht sehen zu können!
Gleich am Eingang rechts unten sollte die Kanzelheizung hin. So steht diese nicht im Weg und man hat Platz mit den Beinen. Eine 5kg-Flasche reicht und ist auch handliche beim Aufbaumen. Dies kann unter dem Sitz stehen. Aussen ist nicht zweckmässig. Ich habe schon bei 20 Grad minus angesessen. Dabei kann der Regler einfrieren.

Grundsätzlich reicht ein vernünftiger Holzanstrich für die Fichtebretter aussen aus. Solange die Kanzel immer wieder abtrocknen kann. Eine Holzlasur von Xyladecor reicht völlig aus. Auch ich hatte nie Lust zum Freischneiden der Ansitze. Doch das erhöht nicht nur die Lebensdauer der Ansitze sondern auch die frühe Möglichkeit eines Anblicks.

Die Leiter immer aus Lärche bauen! Nicht aus Fichtestangen und einfach halbe Sprossen drauf nageln. Einmal ist bei mir eine Sprossen beim Aufstieg gebrochen und ich habe nur eine Schürfwunde am Schienbein abbekommen. Eine Woche später lag ich mit eine Blutvergiftung im Krankenhaus!
Die Sprossen nicht schrauben. Immer nageln!
Die Schrauben sollten nicht aus Edelstahl sein. Die brechen schnell. Eher normale Spax-Schrauben nehmen.

Bei der Tür ist die Öffnungsrichtung wichtig. Hier ist die Tür rechts angeschlagen. So muss man beim Öffnen der Tür in der sicheren Ecke der Brüstung stehen und verhindert so einen Absturz. 
Auch kann man die Kanone und den Rucksack vorher links abstellen. Für das Gewehr hatte ich extra einen Haken an der Aussenwand. An diesen konnte ich ich das Gewehr am Riemen aufhängen.
Vorsicht bei Billigschlössern. Die können im Winter einfrieren und lassen sich nicht aufschliessen. Eine zugefrorene Tür hatte ich auch mal als Gast in Sachsen-Anhalt. Macht nur Lärm!
Im Winter macht es auch Sinn, die Kanzelheizung schon weit vor dem Ansitz einzuschalten. Die Heizungen sind dafür sicher genug. Damit sind die Fenster frei, das Wild nicht verstört und die Bude warm.
Die Türhöhe von 1,85 Metern ist ausreichend groß, wie auch in der Breite von 70cm.

Als Dach habe ich 22mm OSB gewählt.
Einfach, billig, leicht zu bearbeiten und feuchtigkeitsfest. Der Innenrahmen des Daches wird mit dem oberen Kanzelrahmen von innen verschraubt. So hält die Kanzel wie eine selbsttragende Karrosserie.
Das Dach wird vor dem Aufbau mit einer 1mm starken Teichfolie bezogen. Man kann zwar auch LKW-Plane nehmen, doch die kann im kalten Winter brechen.
Selbst wenn Äste auf dem Dach scheuern, hält die Teichfolie!

Die Folie wird weit unter das Dach gezogen und mit Leisten als Aussenrand am Dach befestigt. Von innen ist das Dach dicht. Nur ein Spalt ist aussen zu sehen. Dieser Spalt wird durch die Befestigungsleisten für die Folie gleich wieder verdeckt. Die spitzen Ecken des Daches sind 10mm diagonal mit einer Handsäge abgestumpft.
Somit ist das Grundgerüst fertig. Jetzt kommen die kleineren Teile.

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Der Sketchup-Plan wird von mir immer weiter bearbeitet. Die Maßangaben fehlen noch, doch wenn jemand mit Sketchup arbeiten kann, sollte das Nehmen der Maße kein Problem darstellen.

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