Schneidebrett selbst bauen – einfach mit Schablonen

Schneidebrett selbst bauen – einfach mit Schablonen

Schneidebrett selber bauen

Schneidebrett selbst bauen - einfach und schnell mit Schablonen

Das Bauen von Schneidebrettern macht richtig Spaß. Allerdings braucht man bei größeren Stückzahlen auch genügend interessierte Abnehmer – sonst stapeln sich die Bretter schneller, als man sie verschenken kann.

Vor einigen Jahren habe ich einen Kurs besucht, in dem der Bau dieses Schneidebrettes Bestandteil war.

Jeder Teilnehmer fertigte im Rahmen des Kurses ein eigenes Schneidebrett. Holz, Plan und Maschinen wurden komplett gestellt. Besonders beeindruckend war, dass selbst Teilnehmer ohne jede Erfahrung mit einer Oberfräse am Ende ein sauberes, hochwertiges Brett hergestellt hatten.

Schneidebrett selber bauen

Materialwahl

Nadelholz eignet sich für Schneidebretter nur bedingt, da es sehr saugfähig ist. Deutlich besser geeignet sind Harthölzer wie Eiche, Ahorn, Meranti oder mit Einschränkungen auch Lärche.

In diesem Fall habe ich Eiche-Leimholz verwendet – allerdings keilgezinkt. Das würde ich heute nicht mehr tun. Eiche ist optisch sehr unterschiedlich, und bei keilgezinktem Material wirkt das Gesamtbild oft unruhig und uneinheitlich.

Unabhängig von der Holzart bleiben die Arbeitsschritte grundsätzlich gleich. Bei sehr harten Hölzern muss man jedoch besonders vorsichtig fräsen: Zu geringer Vorschub oder stumpfe Werkzeuge führen schnell zu Brandflecken. Das sollte man von Anfang an einkalkulieren.

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Der Bauplan

Der Ausbilder stellte für dieses Schneidebrett nicht nur einen Bauplan zur Verfügung. Um sauberes Arbeiten und sogar eine kleine Serienfertigung zu ermöglichen, liefert er zusätzlich die Pläne für zwei passende Frässchablonen. Mit diesen Schablonen lassen sich in sehr kurzer Zeit nahezu identische Schneidebretter herstellen.

Der Bau der Schablonen kostet zwar zunächst etwas Zeit, doch dieser Aufwand ist spätestens beim zweiten gefertigten Brett wieder hereingeholt.

Selbstverständlich habe ich den Plan mit Sketchup erstellt.

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Leimholz herstellen

Das erste gefertigte Schneidebrett bestand aus keilgezinktem Leimholz.
Für dieses Projekt verwende ich nun echte Vollholz-Eichenplanken, die zunächst selbst zu Leimholz verleimt werden müssen – diesen Arbeitsschritt lasse ich hier jedoch außen vor.

Natürlich kann man sich beim Holzhändler auch fertig verleimte Eichenplatten zuschneiden lassen. Allerdings liegt der Quadratmeterpreis dafür schnell bei rund 140 Euro.

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Kopf fräsen mit Schablone

Nachdem ich die Schablone für die Rundungen am Kopf des Schneidebretts aus Multiplex hergestellt hatte, führte ich die erste Fräsung durch.

Wichtig ist, die Rundungen vorab grob mit der Kappsäge anzuschneiden, damit der Fräser nicht ins volle Material arbeiten muss. Das schont Werkzeug und Werkstück.

Außerdem sollte der erste Fräsgang an der rechten Seite des Brettes erfolgen, um Ausrisse an dieser Kante zu vermeiden. Den Kopierfräser mit Wechselplatten hatte ich mir extra für diese Arbeiten angeschafft.

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Griff fräsen mit Schablone

Für die Schablone habe ich ein Stück Siebdruckplatte verwendet, da der Oberfräser darauf besonders gut gleitet.
Die Fräsung selbst lässt sich fest eingespannt mit einem Kopierring und einem 10 mm Fräser problemlos durchführen.

Sehr wichtig ist jedoch, einen scharf geschliffenen Fräser zu verwenden, um Brandflecken am Holz zu vermeiden.

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Schneidebrett selber bauen
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Kanten runden und Saftrillen

Ob die Rillen oder die Kanten zuerst gefräst werden, ist letztlich Ansichtssache.
Die Rillen habe ich mit einem Halbrundfräser eingearbeitet. Über die Optik lässt sich die Tiefe der Rille bestimmen.

Sehr einfach lässt sich dies mit einer Führungsschiene realisieren, die an beiden Enden Anschläge besitzt, sowie einer entsprechenden Führung an der Oberfräse.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Eintauchen des Fräsers sowie das rechtzeitige Anheben zu Beginn und am Ende jeder Rille. Einmal entstandene Brandflecken lassen sich anschließend nicht mehr entfernen.

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Ölen des Schneidebrettes

Sucht man im Netz nach Empfehlungen zum Ölen eines Schneidebretts, wird man von Vorschlägen geradezu erschlagen.

Ich habe Rapsöl verwendet. Das Öl soll lediglich einen vorübergehenden Schutz vor eindringender Nässe und Verfärbungen bieten. Chemische Mittel sind bei einem Schneidebrett unangebracht, und das Öl sollte natürlich auch nicht unangenehm riechen. Letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.

Bei entsprechendem Holzvorrat lassen sich problemlos zehn Bretter innerhalb von acht Stunden herstellen – aber wer braucht schon so viele?

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Renovierung einer gebrauchten Küche bei Nachbarn

Renovierung einer gebrauchten Küche bei Nachbarn

Nachbars Küche aufarbeiten

Renovierung einer gebrauchten Küche bei Nachbarn

Mein unmittelbarer Nachbar besitzt ein ähnliches, aber kleineres Ferienhaus. Dieses ist bereits über 50 Jahre alt, doch noch recht gut in Schuss.
Auch die Küche war schon sehr alt. Die Türen waren ausgeleiert, die Schubladen lose und überhaupt war die Zusammenstellung nicht besonders gut.
So fragte er mich nach "Erneuerung" des Outfits und einer neuen Arbeitsplatte und Dunstabzugshaube,

Küche Nachbar

Alt gegen Neu

Hier ein Beispiel einer der alten Türen in dieser Küche.
Die Türen wurden offenbar schon einmal mit Folie beklebt.

Die Kanten waren fast alle schon von der Feuchtigkeit offen und die Schränke hingen schief.

Alle Türen habe ich neu gebaut mit neuen Griffen und Topfbändern.
Ein neuer Unterschrank auf der rechten Seite und einen lauffähigen Unterschrank unter der Arbeitsplatte kamen hinzu

Küche Nachbar
Küche Nachbar
Küche Nachbar
Küche Nachbar
Küche Nachbar

was man nicht sieht, gibt es nicht

Nach Abbau der Oberschränke und der alten "Arbeitsplatte" kamen die Sünden der Vergangenheit zum Vorschein. Was kann man da machen? Wäre es unsere Küche gewesen, hätte ich natürlich alle Wände erneuert um eine gute Basis für die Küche zu haben. Das war aber nicht gewünscht.
So habe ich die nötigsten Ausbesserungsarbeiten durchgeführt und die alte Wand wieder für die restaurierten Oberschränke benutzt. Hier sieht man die Fußbodenpaneele, die als Wandverkleidung benutz wurde.

Das ist nicht meine Arbeits- und Vorgehensweise...

Küche Nachbar

Neuer Unterschrank

Für einen größeren Stauraum habe ich einen neuen Unterschrank mit einer Schublade gebaut. Dieser dient auch als Stütze für die neue Arbeitsplatte.

Auch die Ecke, in der ein regalartiges Teil stand, habe ich mit einem rollbaren Schrank ausgefüllt.

Die Türen sind jetzt aus beschichteter Spanplatte, geperlte Oberfläche, in 19mm mit ABS-Kante und neuen Griffen und Topfbändern von Hettich.
Natürlich sind alle Oberschränke nun ausgerichtet.

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Neue Arbeitsplatte

Diese habe ich tatsächlich im Baumarkt gekauft.

Normalerweise kaufe ich dies als Markenware beim Holzhändler ein. Warum? Nun, es ist ja nichts anderes als eine beschichtete Spanplatte, doch die HPL-Oberfläche ist dicker, strapazierfähiger und auch an den runden Kanten wesentlich besser verklebt. Bei Billigware löst sich die Beschichtung an der vorderen Unterseite sehr oft.
Die beiden offenen Seiten habe ich mit dem KA 65 mit einer breiten ABS-Kante versehen.

rollbarer Schrank

Der Platz in dieser Ecke sollte sinnvoll und einfach genutzt werden können.
Deshalb habe ich diese Lösung gewählt; einen rollbaren Schrank bzw. Container.

4 niedrige Laufrollen sorgen für leichten Einschub.

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Abzugshaube

Nein, diese habe ich nicht im Baumarkt gekauft. Im Netz war diese wesentlich billiger. Im Netz zu kaufen ist nicht besonders gut für die deutsche Wirtschaft und vor allem den Einzelhandel. Nur, wenn ich den gleichen Artikel im Netz 30-40% billiger haben kann, bleibt mir gar nichts anderes übrig.

Die Abzugshaube bringt aus meiner Sicht nicht viel. Hier wird nur der Dampf durch einen unzureichenden Filter wieder in die eigene Raumluft geblasen. Ein Abzug nach außen wäre hier sinnvoll gewesen.

Küche Nachbar
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Ergebnis

Grundsätzlich ist das ein gutes Ergebnis; für den Nachbarn.
Ausmessen, Vorschläge, Materialbeschaffung, Abbau, Anbau und Aufbau, Internetrecherche, Transport, Kanten, Fugen,...
Inklusive Material hat ihm das Ganze nur Euro 800,00 gekostet. Selbst bei diesem Betrag sah ich "stirnrunzeln".
Reparaturen oder "Modernisierung" werde ich nicht mehr durchführen. Zumindest nicht für Dritte.