Alles nur Greenwashing? Nachhaltigkeit hinterfragt
Holzarten nur noch aus Deutschland
Heute wird man als Holzwerker teilweise kritisch betrachtet, wenn man Tropenhölzer verarbeitet. Stattdessen werden FSC- oder PEFC-zertifizierte Hölzer aus heimischem Anbau in der Werbung und auch von Umweltorganisationen besonders hervorgehoben. Dass diese Holzarten für bestimmte Außenanwendungen technisch nicht immer geeignet sind, wird dabei selten differenziert betrachtet. Und ohne Sinn der "Nachhaltigkeit".
Hier kann man auch noch erkennen, dass diese "Zertifizierung" nicht dem Naturschutz sondern vielmehr dem Kommerz dient.
Das Forest Stewardship Council (FSC) verfolgt ursprünglich das Ziel, eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft zu fördern und insbesondere die Zerstörung wertvoller Waldflächen einzudämmen. In der öffentlichen Diskussion wird jedoch häufig übersehen, dass Entwaldung weltweit vielfältige Ursachen hat – darunter auch die Umwandlung von Waldflächen in landwirtschaftliche Nutzflächen, etwa für den Anbau von Soja als Futtermittel für den Export. In Deutschland hingegen für riesige PV-Anlagen und Windkrafträder.
Heute war ich bei einem Holzhändler, um Lärche zu kaufen.
Überraschenderweise hatte er auch „sibirische Lärche“ frisch am Lager.
Das wirft für mich eine naheliegende Frage auf: Wie ist das möglich, wenn Russland weitreichenden Sanktionen unterliegt? Handelt es sich tatsächlich um Ware aus sibirischer Herkunft, um ältere Lagerbestände, oder wird der Begriff „sibirische Lärche“ inzwischen eher als Handelsbezeichnung verwendet – unabhängig von der tatsächlichen Herkunft?
Als Verbraucher fühle ich mich daher betrogen.
Kurz zusammengefasst:
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Tropische Hölzer wie Teak, Iroko, Kambala oder Meranti haben höhere Dauerhaftigkeitsklassen, sind also deutlich widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit, Pilzbefall und Insekten. Sie lassen sich oft leichter bearbeiten, quellen weniger und halten über Jahre auch unter extremen Witterungsbedingungen.
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Europäische Hölzer wie Eiche, Lärche oder Fichte sind für den Außenbereich nur bedingt geeignet. Sie müssen besonders geschützt werden (Lasur, Öl, regelmäßige Pflege) und sind anfälliger für Risse, Verzug oder Fäulnis.
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In Deutschland sind tropische Hölzer wesentlich teurer, nicht zuletzt durch Importkosten, aber auch durch eine willkürliche Preisgestaltung im Handel.
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Manche „Fachleute“ propagieren ausschließlich europäische Hölzer. Gründe können sein: regionale Verfügbarkeit, Marketing für Nachhaltigkeit oder persönliche Präferenzen. Manchmal spielt auch ein linksgrüner politischer oder ökologischer Kontext eine Rolle, der weniger die technische Haltbarkeit als die Umweltwirkung priorisiert.
Webseite mit Ökostrom?
Seit über 26 Jahren betreibe ich eine Webseite – früher ausschließlich beruflich. Ob mein Hoster seinen Strom aus Wind, Sonne oder Kernkraft bezieht, ist für meine Entscheidung unerheblich. Für mich zählen Performance, Stabilität, Sicherheit und ein fairer Preis.
Das Schlagwort „grüner Strom“ im Hosting-Bereich halte ich für in erster Linie ein Marketinginstrument. Als Kunde habe ich faktisch keine Möglichkeit zu überprüfen, welcher physische Strom tatsächlich im Rechenzentrum ankommt. Strom fließt in einem europäischen Verbundnetz – nicht farblich getrennt nach Tarif.
Zudem importiert Deutschland, nach dem irren Aus der Kernenergie, regelmäßig erhebliche Strommengen aus dem Ausland, darunter auch aus Ländern mit hohem Kernenergieanteil. Wer glaubt, beim Surfen oder Hosten ließe sich der reale Energiemix durch die Wahl eines Labels vollständig steuern, verkennt die technischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge des Strommarktes.
Die Bundesregierung ist in keiner Weise daran interessiert den Strompreis für den Verbaucher niedrig zu halten.Mehr als 32% des Preises sind ausschliesslich Steuern und mit jedem Cent Mehrkosten wird auch das Ergebnis der Steuererträge höher.
Hier wird nicht für irgendeine Leistung bezahlt sondern nur für eine völlig verirrte linksgüne Ideologie-Politik, die offenbar die komplette deutsche Industrie an die Wand fährt.
Für mich ist daher entscheidend, was messbar ist: Leistung, Verfügbarkeit und Kosten – nicht Werbeaussagen.
Nur noch E-Fahrzeuge?
Fast 30 Jahre war ich freiberuflich unterwegs – zunächst meist im Ausland, später in ganz Deutschland: Hamburg, München, Nürnberg … da kommen einige Kilometer zusammen. Diese Strecken hätte ich damals niemals mit einem E-Auto bewältigen können.
Öffentliche Verkehrsmittel schieden eh schon wegen der Unzuverlässigkeit und der Gefahr körperlichen Schaden zu nehmen aus.
Heute gibt es Kaufprämien von bis zu 6.000 Euro für Elektrofahrzeuge. Muss ein wirklich gutes Produkt subventioniert werden? Vor allem, wenn ich als Gegner von E-Autos und ohne jegliche Absicht ein solches Fahrzeug zu kaufen diese Förderung über meine Steuern aktuell mitfinanzieren soll?
Elektrischen Fahrzeugen stehe ich dabei keineswegs grundsätzlich ablehnend gegenüber: Seit über zehn Jahren besitze ich einen straßenzugelassenen Golfwagen mit Elektroantrieb, und auch ein E-Bike gehört selbstverständlich zu meinem Alltag. Warum? Weil diese Fahrzeuge sinnvoll sind und mir tatsächlich helfen.
Selbst wenn wir eine Lade-Infrastruktur in Deutschland hätten, wäre ein Aufladen von E-Fahrzeugen zur gleichen Tageszeit überhaupt nicht möglich. Wer sich mal mit Grundlasten hier in Deutschland befasst hat, versteht es sofort.
Für meine Anforderungen bleibt jedoch der Diesel der umweltfreundlichste und praktikabelste Motor – insbesondere bei langen Strecken und hoher Nutzung.
Nachhaltigkeit im Alltag – eine kleine Beobachtung
Unser Nachbar ist ein wahrer „Nachhaltigkeitsfan“: Wärmepumpe fürs Haus, große Solaranlage auf dem Dach, Bezieher von Ökostrom – und als einziges Fortbewegungsmittel ein Lastenfahrrad.
Am Montag herrschten minus 11 Grad Celsius. Es klingelte an meiner Tür, und mein Nachbar fragte, ob ich ihn zum Einkaufen mitnehmen könnte – mit dem Lastenfahrrad war die Fahrt bei der Schneelage schlicht unmöglich.
Während der Fahrt fiel mir seine blasse Gesichtsfarbe auf. Er berichtete, dass die Wärmepumpe die gewünschte Innentemperatur nicht halten konnte und es auch Probleme mit warmem Wasser gab. Die Stromversorgung über die Solaranlage war durch die Schneedecke blockiert. Irgendwie tat er mir leid – ich selbst musste mein Fahrzeug nur 30 Minuten über die Diesel-Standheizung laufen lassen, um es enteisen zu können. Er hingegen schien froh, dass es wenigstens etwas warm im Haus war.
An der Kasse im Edeka fiel mir seine Einkaufstasche auf: Von „Nachhaltigkeit“ oder Preisbewusstsein war kaum etwas zu erkennen. Fast alles Gemüse und Obst war in Kunststoff verpackt, dazu ausschließlich die teuersten Bio-Produkte.
Hier muss ich kurz einwerfen: Ich selbst bin skeptisch gegenüber vielen Bio-Labeln, zumal viele Produkte aus dem Ausland stammen. Als Jäger habe ich einmal nachts auf Wildschweine gewartet, während ein Trecker das angeblich „BIO“-Feld direkt vor mir heimlich mit Pflanzenschutzmitteln einsprühte. Seitdem weiß ich, wie kritisch man manche Bio-Angaben hinterfragen sollte.
Mein Nachbar hatte für seine Einkäufe fast 90 Euro bezahlt. Im Auto sprach ich ihn auf die Herkunft einiger Produkte an – er war überrascht; darauf hatte er offenbar nie geachtet.
Und genau hier beginnt für mich echte Nachhaltigkeit: Ich versuche bewusst, Produkte zu kaufen, die in Deutschland hergestellt werden – deutsche Kartoffeln, deutsches Gemüse und Obst, deutsche Butter. Qualität, Regionalität und kurze Transportwege sind für mich wichtiger als Labels oder Marketingversprechen.



