Holzwerker unter Druck – wohin führt das alles?
Es ist wirklich immer wieder erschütternd, was im Holzwerker-Bereich inzwischen als „normal“ gilt.
Heute wollte ich mir ein paar zusätzliche Hebelzwingen zulegen, damit ich auf meinem MFT/3 und meiner selbstgebauten Werkbank vernünftig arbeiten kann. Also ganz logisch: erstmal direkt beim Hersteller geschaut.
Und dann kommt der Moment, an dem man nur noch den Kopf schütteln kann.
Für eine einzige dieser Zwingen verlangt Festool fast 82 Euro – pro Stück.
Irgendwann fragt man sich wirklich, ob hier noch Werkzeug verkauft wird – oder längst ein Premium-Image zum Preis von Praxisnähe.
unglaubliche Preisunterschiede
In einem Angebot bei Temu habe ich zwei Hebelzwingen für 21 Euro gesehen – also rund 10 Euro pro Stück.
Zum Vergleich: Festool ruft dafür fast 82 Euro pro Zwinge auf.
Das ist mehr als der achtfache Preis.
Und genau solche Beispiele bringen mich dazu, diesen Post zu schreiben. Denn irgendwann stellt man sich schon die Frage, wie weit die Preisgestaltung im Holzwerker-Bereich eigentlich noch weg von der Realität ist.
Gerade Hobby-Holzwerker werden hier meiner Meinung nach immer öfter zur Kasse gebeten – für Preise, die mit dem tatsächlichen Nutzwert kaum noch etwas zu tun haben.
Holzhandel erhöht wieder die Preise
Auch der Holzhandel erhöht weiter seine Preise.
Die entscheidende Frage ist: Warum nehmen wir das eigentlich so widerspruchslos hin?
Von einem echten Holzmangel kann keine Rede sein, ebenso wenig von stark steigenden Rohholzpreisen. Diese Daten sind öffentlich zugänglich und leicht nachprüfbar.
Stattdessen werden immer neue Begründungen geliefert – zuletzt die angeblich gestiegenen Transportkosten. Doch diese Erklärung wirkt zunehmend wie ein Standardargument, das unabhängig von der tatsächlichen Marktlage genutzt wird.
Auch bei den Kraftstoffpreisen zeigt sich ein ähnliches Bild: Deutschland gehört seit Jahren zu den Ländern mit den höchsten Spritpreisen in Europa – ohne dass es zu spürbarem Widerstand in der Breite kommt.
Die kurzfristig angekündigte Senkung der Energiesteuer um 17 Cent für zwei Monate wirkt dabei eher symbolisch als wirksam. Am Ende bleibt der Eindruck, dass solche Entlastungen schnell verpuffen oder durch andere Preisbewegungen wieder aufgefangen werden.
Vielleicht liegt das eigentliche Problem nicht nur in den Preisen selbst – sondern darin, dass wir als Verbraucher kaum noch konsequent hinterfragen, warum sie steigen.
warum ist der Holzwerker betroffen?
Vielleicht kein allgemeiner Vergleich, aber er trifft viele Bereiche im Holzwerker-Segment.
Dieser Kantenanleimer hat damals im Komplettset 2.400 Euro gekostet. Heute liegt der Preis für das gleiche Set bei 4.530 Euro – also nahezu eine Verdopplung.
Diese Preiserhöhungen betreffen nicht nur einzelne Marken wie Festool, sondern lassen sich bei nahezu allen Herstellern beobachten. Welcher Holzwerker kann sich solche teueren Geräte und Maschinen dann noch leisten?
Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass über 90 % dieser Maschinen in Asien produziert werden. Interessanterweise wird das bei Marken wie Makita kaum thematisiert, während es bei chinesischen No-Name-Anbietern oft kritisch hervorgehoben wird.
wo sind die Holzwerkerblogs geblieben?
Als ich 2011 mit meinem Blog angefangen habe, gab es noch viele weitere Holzwerker-Blogs und die Foren waren voll von aktiven und interessierten Nutzern.
Heute habe ich eine Analyse über Google durchgeführt und bin nur noch auf insgesamt etwa drei Blogs gestoßen, die noch aktiv betrieben werden – realistisch betrachtet eher zwei.
Die Frage ist, warum es so weit gekommen ist. Ich glaube nicht, dass die damaligen Blogbetreiber das Interesse am Holzwerken verloren haben. Vielmehr spielen veränderte Rahmenbedingungen eine Rolle: die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre, steigende Lebenshaltungskosten und die generelle finanzielle Belastung vieler Haushalte.
Das führt dazu, dass sich ein vergleichsweise kostenintensives Hobby für viele Menschen heute deutlich schwerer realisieren lässt als noch vor einigen Jahren.
Mal eben ein paar Bretter, Multiplex oder gar Meranti oder andere tropische Hölzer beim Holzhändler zu kaufen, ist auf Dauer für viele schlicht nicht mehr bezahlbar. Früher blieb am Monatsende bei vielen Familien noch etwas Spielraum übrig, den man für Werkzeuge, Maschinen und Hilfsmittel verwenden konnte. Heute ist das bei vielen Haushalten nicht mehr der Fall.
Hinzu kommt, dass auch ein Blog laufende Kosten verursacht. Zwar sind diese im Einzelnen nicht sehr hoch, aber sie summieren sich: Domain, Hosting, SSL-Zertifikate, WordPress-Plugins, Bildbearbeitung und verschiedene Softwarepakete.
Einige Holzwerkerblogs sind deshalb in den kommerziellen Bereich übergegangen und haben versucht, damit Geld zu verdienen. In der damaligen Zeit hat sich das vermutlich noch eher gerechnet, heute dürfte das deutlich schwieriger sein. Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck.
wie konnte es soweit kommen?
Vor der Corona-Krise war zwar bei weitem nicht alles im Lot, aber vieles wirkte dennoch stabiler als heute.
Nach der Krise schien die Gesellschaft wie paralysiert und hat viele Entwicklungen einfach hingenommen. Unabhängig davon, ob neue Vorschriften, Gesetze oder Verordnungen sinnvoll waren oder nicht, wurden sie meist ohne größeren Widerstand akzeptiert.
Bei vielen Menschen reicht das Einkommen inzwischen nicht mehr bis zum Monatsende, um alle laufenden Kosten zu decken.
Ich möchte dabei ehrlich sagen, dass ich selbst nicht zu dieser Gruppe gehöre. Gerade deshalb habe ich jedoch den Eindruck, die Entwicklungen aus einer gewissen Distanz heraus klarer wahrnehmen und besser einordnen zu können.
wird alles wieder normal werden?
Ohne einen Politikwechsel zur AfD sehe ich keine Zukunft mehr als Industriestandort in Deutschland.
Ich bin da eh raus und hoffe die wenigen verbleibenden Jahre noch gut leben zu können. Doch für die aktuell in Beschäftigung stehenden Menschen wird es noch schwerer.
Dieses Bild habe ich mit KI erstellt unter dem Titel „Verrückte Politik“.
Es interpretiert meine Eingabe sehr konsequent und übersetzt sie in eine überzeichnete, symbolische Darstellung.
Das Ergebnis zeigt eine zugespitzte, bewusst überspitzte Sicht auf politische Strukturen und gesellschaftliche Entwicklungen, wie sie in meiner Anfrage angelegt waren. Die Darstellung wirkt chaotisch, überladen und spiegelt ein Gefühl von Einflussnahme und Komplexität im politischen Alltag wider.
Das Bild versteht sich dabei nicht als realistische Abbildung, sondern als künstlerische Interpretation und Ausdruck einer persönlichen Wahrnehmung.
Allerdings haben wir tatsächlich noch einen kleinen Spalt in der von linksgrüner Politik fast geschlossenen Tür: die AfD.




