Planung und Bau einer neuen Werkstatt
Planung und Bau einer neuen Werkstatt
Der vor einigen Jahren selbst gebaute Pavillon wurde von uns nur selten genutzt, da wir ausreichend andere Sitzplätze haben.
Der Pavillon soll nun durch eine größere Werkstatt ersetzt werden.
Alle vorbereitenden Arbeiten – der Abbau des Pavillons zur Weiterverwendung bei einem Nachbarn, das Neuverlegen der Pflasterfläche sowie das Setzen des Zauns – waren bereits abgeschlossen. Die Konstruktion und die genaue Lage der neuen Werkstatt hatte ich zuvor mit SketchUp geplant.
Planung des Gebäudes mit Sketchup
Meine erste Ausbildung war die zum technischen Zeichner in den 70ern – damals wurde noch alles auf Papier gezeichnet, ein Vergleich zu den heutigen Möglichkeiten ist kaum vorstellbar.
Irgendwann bin ich auf SketchUp gestoßen, eine einfache Konstruktionssoftware. Ich muss sagen, sie ist sehr leicht zu handhaben und reicht mehr als aus, um Holzprojekte zu planen. Sogar 3D-Modelle für den 3D-Druck lassen sich damit erstellen.
Andere freie CAD-Programme sind sicher ebenfalls gut, doch für viele Anforderungen im Hobbybereich eines Holzwerkers oft zu mächtig. SketchUp ist einfach, schnell und das Internet ist voller Lehrvideos, die meist genau die Lösungen für aktuelle Probleme bieten.
Bauweise der neuen Werkstatt
Die Ständerbauweise (auch Holzrahmenbau genannt) basiert auf einer tragenden Konstruktion aus vertikalen Ständern (Pfosten), die durch horizontale Rähme oder Schwellen verbunden werden. Zwischen den Ständern wird die Wand mit Platten, Holzverschalung oder Dämmmaterial gefüllt.
Vorteile:
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Schnell und flexibel zu bauen
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Leichtes Material, daher einfacher Transport und Montage
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Gute Dämmung möglich
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Anpassbar an individuelle Maße
Grundrahmen der neuen Werkstatt
Hier ist gutes Material wichtig. In diesem Fall nehme ich Bangkirai.
Diese Stangen sind alle überblattet und liegen auf Gummi-Granulatstreifen um einen direkten Bodenkontakt zu verhindern.
Der Rahmen ist zusätzlich verschraubt und natürlich komplett Rechtwinklig ausgerichtet.
Die korrekten Maße des Grundrahmens sind sehr wichtig, da alle Aufbauten auf dieses Maß ausgerichtet sind.
erster Boden
Der erste Boden besteht au 22er OSB-Platten der entsprechenden Güteklasse.
Bei OSB gibt es mehrere Güteklassen; meist werden die niedrigen Klassen sehr billig im Baumarkt angeboten und verwirren den Käufer.
Die Platten haben Nut und Feder, die unbedingt mit der richtigen Oberseite verbunden werden müssen. Andernfalls (und das ist auch ein sichtbares Zeichen) bleibt immer ein Spalt zurück.
Die Stöße aller Platten habe ich mit speziellem Klebeband wasserfest abgeklebt.
Wände bauen
Diese Rahmenbauweise ist effizient, einfach und schnell umzusetzen.
Alles, was hier beschrieben ist und wird, habe ich allein gebaut. Es ist als auch für einen einzelnen Holzwerker möglich solche Projekte umzusetzen.
Hier habe ich einen Druckluftnagler eingesetzt, der 100er Nägel verarbeiten kann. Das geht wirklich sehr schnell und hält sehr sicher.
Die Hölzer habe ich nach Planung sehr genau zugeschnitten und so passt wirklich alles zusammen.
erste Verkleidung anbringen
Nachdem der Rahmen stand und gut verschraubt war, habe ich die erste Außenverkleidung angebracht. Diese besteht aus 12mm OSB-Platte, die tragfähig und feuchtigkeitsresistent sind.
Alle Stöße habe ich anschließend mit speziellem Klebeband abgedichtet.
So Hat das Haus schon eine erstaunliche Stabilität, die durch die nachfolgenden Schritte immer größer wird.
Dachsparren anbringen
Acht Dachsparren im ausreichenden Querschnitt bilden die Basis für den Dachaufbau.
Die Sparren sind an den Auflageflächen ausgeklinkt und stützen somit auch noch die Wände.
Die Zwischenräume, die sonst offen bleiben würden, habe ich mit gleichem Material geschlossen. Diese Zwischenstücke mussten auf Höhe angepasst werden und dienen auch als zwischenstützen für die Sparren selbst.
Hier sieht man auch die Verklebung der Plattenstöße.
OSB-Dachplatten legen
Nach Fertigstellung der Verkleidung am vorderen und hinteren Dachrand wurden die 19er OSB-Platten auf die Sparren gelegt und verschraubt.
Das konnte ich nicht selbst machen. Deshalb bat ich zwei Schreiner darum mir die Platten zu verlegen.
Die Dreiecksleiste, die für die Planenabdichtung wichtig sind, haben die beiden oben verschraubt, wie auch die Plane in 3 Reihen lose verlegt.
Das Haus selbst bewegt sich nicht einen Millimeter mehr.
Dachplane
Mein erstes Vorhaben, das Dach mit Blechpfannen zu decken, habe ich verworfen und mich für die einfachere und bessere Lösung einer Thermofol von BAUDER entschieden. Eine solche Plane habe ich bereits bei den Schleppschuppen erfolgreich verbaut.
Die Dachplane muss an den Stößen „verschweißt“ werden.
Das ist mit einer Heißluftpistole überhaupt kein Problem.
Ortgang und Traufe, Lattung
Ortgang und Traufe waren sehr einfach anzubringen.
Es sind beschichtete Alubleche, die nach Wunsch gekantet wurden. Diese kann man einfach online bestellen.
Untergrund ist Trespa, 6mm stark. Dieses habe ich auch unter dem kurzen Vorbau angebracht um die Beleuchtung unterzubringen.
Dann habe ich die für die Endverkleidung notwendigen Dachlatten am ganzen Gebäude angebracht. Einfache Fleißarbeit.
Innenausbau
Innenausbau – kein großes Problem. Eigentlich …
Die Wände mit Dämmstoff auszukleiden, war gut vorbereitet. Es gab wenig Zuschnitt, da die Platte aufgrund ihrer Breite gut und sicher in den Rahmen passte.
Allerdings sind die 18 mm starken Span-Verlegeplatten allein nicht so gut zu bewegen. Zumindest nicht mehr für mich. Wie auch immer. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen … Geduld ist angesagt.
Die Verlegeplatten haben Nut und Feder, was einen großen Vorteil beim Zusammenbau darstellt. Die Platten sind horizontal angebracht. So habe ich zwar mehr Verschnitt, doch der Aufbau ist einfacher und schneller.
Verlegeplatten Wände
Die Platten sind 2.050 x 935 mm groß. Das ist auch ihr Nachteil. Sie sind so breit, dass man sie nicht richtig anfassen kann.
Aber mit Geduld geht alles. Außerdem werden die Platten nach oben hin kleiner und somit leichter.
Auch die Steckdosen mussten beim Anbau der Wände eingesetzt werden. Da ich Hohlraumdosen verwende, wird zunächst ein passendes Loch eingebohrt. Dafür habe ich einen speziellen Lochbohrer, der auch den Rand der Hohlraumdosen mit „ausfräst”. So passen die Hohlraumdosen überstandsfrei in die Löcher.
Natürlich kaufe ich keine Baumarktware, wenn es um Elektrik geht. Hier verwende ich Steckdosen von Merten. Insgesamt habe ich 16 Stück im Raum eingebaut.




































































































































