Sicherheit in der Holzwerkstatt
Sicherheit in der Holzwerkstatt – Unfälle vermeiden und richtig arbeiten
Arbeiten mit Holz macht Spaß, fordert Kreativität und handwerkliches Geschick. Doch gerade in der Holzwerkstatt lauern auch viele Gefahren. Scharfe Werkzeuge, leistungsstarke Maschinen und feiner Holzstaub können schnell zu Verletzungen führen, wenn man unachtsam ist.
Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko in der Holzwerkstatt deutlich reduzieren. In diesem Beitrag zeige ich, worauf es wirklich ankommt.
Warum schreibe gerade ich darüber? Weil ich wohl alle schlechten und gefährlichen Situationen selbst erlebt habe – nicht aus „Schusseligkeit“, sondern wegen fehlender Ausbildung und Hilfestellung.
Vielleicht kann ich dem ein oder anderen einen wertvollen Hinweis geben, um Unfälle in der Holzwerkstatt zu vermeiden.
Grundsätzliches in einer Holzwerkstatt
Ich habe mein Hobby in einem winzigen Raum begonnen – einem Schuppen, den ich Stück für Stück zu einer funktionalen Werkstatt ausgebaut habe. Aus dieser Erfahrung habe ich einige Grundprinzipien mitgenommen, die jede Holzwerkstatt deutlich sicherer und effizienter machen.
Beleuchtung – das A und O
Gutes Licht ist in einer Werkstatt entscheidend. Ohne ausreichend helle, schattenfreie Beleuchtung ist präzises Arbeiten kaum möglich. Schon ein kleiner Schatten beim Anreißen kann dazu führen, dass man den Schnitt verzieht – im schlimmsten Fall landet die Klinge an den eigenen Fingern. Deshalb lohnt es sich, Zeit und Gedanken in die richtige Beleuchtung zu investieren. Helle Deckenleuchten, zusätzliche Spots direkt am Arbeitsplatz und blendfreies Licht machen den Unterschied.
Werkstattmöbel – hell, funktional, sicher
Helle Werkstattmöbel erleichtern nicht nur die Orientierung, sondern helfen auch, Werkzeug und Material sofort zu erkennen. In meiner Werkstatt sind alle Möbel weiß – das wirkt nicht nur freundlich, sondern sorgt auch dafür, dass selbst kleine Werkzeuge oder Holzreste sichtbar bleiben.
Praktisch ist auch: keine überstehenden Griffe oder Kanten. So bleibt die Kleidung frei, man stößt sich nicht an Ecken, und die Arbeitswege sind deutlich sicherer.
Absaugung – unsichtbar, aber unverzichtbar
Eine Werkstatt ohne Absaugung kann ich mir heute kaum noch vorstellen. Der Staubsauger gehört zu den meistgenutzten „Werkzeugen“, und die Absaugung sollte unbedingt zu den Maschinen passen. Ob Tischkreissäge, Oberfräse oder Hobel – eine funktionierende Absaugung reduziert Staub und Späne, schützt die Gesundheit und sorgt für sauberes Arbeiten. Dabei spielt die Marke der Geräte nur eine untergeordnete Rolle; wichtig ist, dass alles zuverlässig zusammenpasst.
Arbeiten mit der Oberfräse – Grundlagen
Anfangs, ohne Frästisch, habe ich alles manuell gefräst und dabei natürlich auch alle typischen Anfängerfehler durchlaufen.
Befestigung des Werkstücks
Zu Beginn habe ich Schraubzwingen aus dem Baumarkt verwendet. Diese erwiesen sich jedoch schnell als unzuverlässig: Bei höheren Belastungen brechen sie leicht, und das erste fliegende Werkstück hat richtig wehgetan. Mein Tipp: Lieber einen Fixpunkt mehr als zu wenig! Werkstück immer stabil sichern, bevor die Maschine eingeschaltet wird.
Einschalten der Oberfräse
Der Fräser darf beim Einschalten niemals auf dem Holz stehen oder anliegen – die Oberfräse wird sonst förmlich aus der Hand gerissen. Sobald alle Einstellungen, wie Drehzahl und Schnitttiefe, korrekt sind, erst langsam und mit Gefühl in das Holz eintauchen. Nach dem Fräsen die Oberfräse zuerst vollständig aus dem Werkstück herausbewegen und erst dann ausschalten.
Inzwischen habe ich sechs verschiedene Oberfräsen im Gebrauch – und jede muss anders gehandhabt werden. Ob es sich um eine reine Kantenfräse handelt oder um eine „Einhandfräse“, wie die kleine Oberfräse von DeWalt: Jede Maschine verhält sich anders. Auch zwischen der Festool OF 1400 und der OF 1010 gibt es erhebliche Unterschiede in der Handhabung, ganz zu schweigen von der im Frästisch eingebauten Festool OF 2200.
Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie dienen nur einem Zweck – Holz mit einer rotierenden Bewegung in Form zu bringen.
Sehr hilfreich sind dabei Videos auf YouTube. Damals gab es diese noch nicht in der heutigen Menge und Qualität. Wer jedoch glaubt, allein durch das Anschauen eines Videos sofort mit einer Oberfräse umgehen zu können, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Nein – nur durch Übung und Erfahrung entwickelt man das nötige Vertrauen in eine solche Maschine.
Meine Oberfräsen liegen oder stehen immer staubgeschützt in einem Schrank. So bin ich sicher, dass ich beim Arbeiten immer eine saubere Maschine in der Hand habe.
Vor dem Fräsen prüfe ich systematisch Folgendes:
- Fräser einspannen: Passt er zum gewünschten Schnitt? Locker, fest oder eventuell beschädigt? Will ich eine Nut, Fase oder einen Falz fräsen?
- Drehzahl einstellen: Entspricht sie dem Material und der Art der Fräsung?
- Frästiefe einstellen: Meist wird nicht alles auf einmal abgetragen; ich beginne mit einer ersten Tiefe und arbeite mich dann in mehreren Durchgängen vor.
- Absaugung prüfen: Funktioniert sie ausreichend? Liegt der Schlauch frei und behindert mich nicht beim Fräsen?
- Werkstück fixieren: Sitzt es sicher, sodass es sich während der Arbeit nicht verschiebt?
- Schalterstellung prüfen: Alles auf „AUS“, bevor ich die Maschine ans Stromnetz anschließe.
Erst wenn all diese Punkte erfüllt sind beginne ich die Arbeit.
Natürlich erscheint dieses Vorgehen selbstverständlich, doch wer ehrlich ist, erkennt auch bei sich selbst Lücken in der Routine. Meine Erfahrungen habe ich oft aus eigenen Fehlschlägen gelernt.
Nachdem ich die Oberfräse nicht mehr benötige, gehe ich folgendermaßen vor:
- Maschine entspannen: Alle Einstellhebel und Spannungen lösen.
- Absaugung entfernen: Den Schlauch abziehen, reinigen oder beiseitelegen.
- Stromversorgung trennen: Maschine vom Stromnetz nehmen und Schalter prüfen, ob alles auf „AUS“ steht.
- Fräser entfernen: Fräser aus dem Spannfutter lösen, prüfen, ggf. reinigen und nachschärfen.
- Maschine reinigen: Mit einem Pinsel oder Druckluft / Akku-Blasgerät Staub und Späne entfernen.
- Aufbewahrung: Die Oberfräse sauber und geschützt wieder in den Schrank stellen.
Umfangsgeschwindigkeit und Vorschub beim Fräsen
Der Richtwert für die Umfangsgeschwindigkeit eines Fräsers bei Holz liegt bei 50 m/s.
Was bedeutet das für die Praxis?
- Ein kleiner Fräser mit 10 mm Durchmesser muss deutlich höher drehen als ein Falzkopf mit 50 mm Durchmesser.
- Meistens sind die empfohlenen Drehzahlen direkt auf dem Fräserschaft aufgedruckt – das erleichtert die Einstellung.
- Der Vorschub hängt ab von:
- der Holzart (z. B. weiche Fichte oder hartes Bangkirai)
- der Schärfe des eingespannten Fräsers
- der Leistung der Oberfräse
Brandflecken auf dem Holz sind ein eindeutiges Signal, dass einer dieser Faktoren nicht korrekt eingestellt war.
Sollte Interesse bestehen, dass ich das Thema Sicherheit erweitere auf andere Maschinenhandhabungen, wie Tischsäge, Kappsäge und Dickenhobel, würde ich mich über einen kommentar freuen.
Zyklonabscheider im Praxistest – lohnt sich das wirklich?
sind Zyklonabscheider wirklich gut?
Schon vor mehr als 10 Jahren war dieses Thema unter Holzwerkern sehr präsent. Auch ich bin damals auf diesen Zug aufgesprungen, weil „Fachleute“ einen solchen Zyklonabscheider für die Werkstatt empfohlen haben.
Damals mag das aufgrund der hohen Kosten für Staubsaugerbeutel von Festool durchaus sinnvoll gewesen sein. Aber heute?
Zyklonabscheider bekommt man inzwischen für wenige Euro im Netz. Ich hatte mich damals für ein Kunststoff-Spundfass entschieden – ein großer Fehler. Diese Fässer halten dem starken Unterdruck nicht stand und implodieren bei hoher Saugleistung.
Platzbedarf für einen Zyklonabscheider
Ohne Staubsauger funktioniert ein Zyklonabscheider nicht. Das bedeutet zusätzlichen Platzbedarf für Abscheider und Behälter – und das nur, um Staubsaugerbeutel zu sparen.
In meiner damaligen, sehr kleinen Werkstatt musste ich daher eine andere Lösung finden und habe beide Komponenten einfach an der Wand montiert.
Dieses System funktionierte tatsächlich ganz gut. Das ursprünglich verwendete Kunststoff-Spundfass habe ich dabei gegen ein 60-Liter-Metallfass ausgetauscht, um den Unterdruck problemlos auszuhalten.
Nachteil eines großen Fassungsvermögens
Unterdruckventil
Absauganlage für die Werkstatt
Schablonen für Oberfräse bauen – Schritt-für-Schritt Anleitung
Schablonen für Oberfräse selber machen – Schritt-für-Schritt Anleitung
Konstruktive Holzverbindungen sind nicht nur stabil, sondern oft auch sehr dekorativ. Viele dieser Verbindungen lassen sich sicher auf der Kappsäge oder Tischsäge herstellen.
Auch mit Handsägen wie einer Japansäge oder einer Gestellsäge lassen sich solche Holzverbindungen erzeugen. Sehr bekannt und beliebt ist zudem der Einsatz eines Zinkenfräsgeräts. Allerdings ist diese Variante nicht besonders günstig und das Gerät selbst eher unflexibel.
Eine schönere und einfachere Methode besteht darin, die Ausklinkungen mit einer Oberfräse herzustellen. Das ist unkompliziert und präzise.
Schablonen für Oberfräse selber machen – Schritt-für-Schritt Anleitung
Konstruktive Holzverbindungen sind nicht nur stabil, sondern oft auch sehr dekorativ. Viele dieser Verbindungen lassen sich sicher auf der Kappsäge oder Tischsäge herstellen.
Auch mit Handsägen wie einer Japansäge oder einer Gestellsäge lassen sich solche Holzverbindungen erzeugen. Sehr bekannt und beliebt ist zudem der Einsatz eines Zinkenfräsgeräts. Allerdings ist diese Variante nicht besonders günstig und das Gerät selbst eher unflexibel.
Eine schönere und einfachere Methode besteht darin, die Ausklinkungen mit einer Oberfräse herzustellen. Das ist unkompliziert und präzise.
Hier beschreibe ich den Schablonenbau für die DEWALT D26204K. Für den Schablonenbau habe ich die eckige Fräsplatte gegen die runde Platte mit einem Durchmesser von 115 mm getauscht. Offenbar ist diese Zusatzplatte aktuell nicht mehr im Lieferumfang enthalten.
Sicher kann man jede Art von Frässchablonen kaufe. Doch die meisten Schablonen sind entweder nur eingeschränkt nutzbar oder sind ganz einfach für ein präzises Arbeiten unbrauchbar. Hierzu habe ich einen Beitrag über die KREG® Frässchablone zur Eckengestaltung geschrieben. Diese Schablonen waren für mich nur verbranntes Geld.
90 Grad und 45 Grad
diese 2 sehr einfach zu bauende Frässchablonen sind speziell für meine aktuelle Oberfräse ausgelegt.
Die einzigen Maße, die für andere Oberfräsen variieren sind die Maße für das Bohrloch zum Eintauchen der Oberfräse.
Da die Öffnung nach vorn gleich mit der Oberfräse und dem gewünschten Fräserdurchmesser gefräst wird, ergibt sich das Maß für die Breite von selbst.
MDF als Grundmaterial
MDF ist für solche Zwecke meist die erste Wahl. Preisgünstig und leicht zu verarbeiten.
Mit der Tauchsäge habe ich das zu breite Stück MDF aufgetrennt und anschließend auf der Kappsäge abgelängt.
Die nötigen Bohrungen habe ich bereits vor dem Verleimen angezeichnet. Hier habe ich zum ersten Mal den neuen Leimpinsel im Einsatz. Für Euro 1,12 !! bei Temu. Lässt sich immer reinigen. Auch ausgehärtet.
Bohren von MDF
Ein ausrissfreies Bohren von MDF funktioniert nur mit scharfen Werkzeugen und einer rundlaufstabiler Maschine. Und...MDF macht richtig Dreck beim Bohren!
Vor einigen Jahren hatte ich mir den Forstnerbohrersatz von Festool gekauft. Vorher musste ich billige Bohrer nach kurzem Gebrauch wegwerfen. Dieser Satz allerdings ist wirklich gut und die Bohrer können immer wieder verlustfrei geschärft werden.
"Einfräsen" der Schablone
MDF ist für solche Zwecke meist die erste Wahl. Preisgünstig und leicht zu verarbeiten. Nur der Stau ist ätzend.
Mit der Tauchsäge habe ich das zu breite Stück MDF aufgetrennt und anschließend auf der Kappsäge abgelängt. Die nötigen Bohrungen habe ich bereits vor dem Verleimen angezeichnet.
Schablonen einsatzbereit
So viel Arbeit war es ja gar nicht.
Nur muss man auch die Lust dazu haben.
Doch jetzt sind die Schablonen fertig und ich kann mich anderen Aufgaben widmen.
45 Grad Schablone
Um eine ein wirklich passende 45 Grad-Nut ins Holz zu fräsen, wird die Schablone mit einem der Ränder des Weges vom Fräser genau an die gezeichnete Linie ausgerichtet. So kann man sicher sein, das der Fräser genau an der Linie vorbeifährt. Ein Ausklinken für eine Holzverbindung ist somit schnell erledigt.
Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch für die 90-Grad Schablobe.
Festool Fernbedienung CT-F I
Festool Fernbedienung CT-F I – Staubsauger bequem per Knopfdruck starten
Es war immer lästig, zum Einschalten des Staubsaugers erst zum Gerät gehen zu müssen. Besonders dann, wenn man gerade mitten in der Arbeit steckt. Da kam mir die Frage: Warum kann man den Sauger nicht einfach direkt am Schlauch starten?
Genau diese Lösung bietet inzwischen Festool CT‑FI Fernbedienung.
Ich habe mir diese Fernbedienung vor einigen Jahren gekauft – und bin bis heute begeistert davon. Mit dem kleinen Taster am Saugschlauch lässt sich der Festool-Staubsauger ganz bequem ein- und ausschalten, ohne dass man zum Gerät laufen muss.
Gerade in der Werkstatt ist das eine enorme Erleichterung. Man arbeitet einfach weiter und startet den Sauger genau dann, wenn man ihn braucht. Für mich gehört dieses kleine Teil inzwischen zu den Zubehörteilen, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.
nur an Festool Staubsaugern möglich
Aktuell habe ich drei Staubsauger von Festool im Einsatz.
Den größeren Festool CTL Absaugmobil nutze ich für stationäre Maschinen wie Tischkreissäge, Kappsäge und Dickenhobel. Für handgeführte Maschinen – etwa Oberfräse oder Schleifer – verwende ich einen kleineren Festool CTL MIDI Absaugmobil.
Das praktische Festool CT-FI Fernbedienungsmodul lässt sich grundsätzlich an allen CLEANTEC-Absaugmobilen nachrüsten, sofern ein entsprechender Steckplatz vorhanden ist. Genau hier sollte man beim Kauf allerdings sehr genau hinsehen.
Leider werden viele der neueren Sauger inzwischen ohne diesen erforderlichen Steckplatz ausgeliefert. Wer später eine Fernbedienung nachrüsten möchte, kann dann schnell eine unangenehme Überraschung erleben. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf genau zu prüfen, ob das Gerät tatsächlich für das Bluetooth-Modul vorbereitet ist.
Einbau der Fernbedienung
Natürlich weist Festool darauf hin, dass der Einbau der Fernbedienung idealerweise von einem Fachmann erfolgen sollte – das Risiko liegt beim Verbraucher.
Ich habe es selbst gemacht, und ehrlich gesagt: der Einbau ist erstaunlich einfach. Deckel am Staubsauger abnehmen, das Empfangsmodul der Fernbedienung einbauen, die Leitungen koppeln – fertig. Danach Deckel wieder aufsetzen, und das Modul ist einsatzbereit.
Im Lieferumfang waren zudem zwei Gummibänder enthalten: eines für größere Saugschlauchdurchmesser, das andere für kleinere. So lässt sich die Fernbedienung direkt am Schlauch bequem befestigen, egal welche Maschine gerade im Einsatz ist.
Mein meistgenutztes Werkzeug in der Werkstatt
Eine Werkstatt ohne Staubsauger macht wirklich keinen Sinn! Für mich ist der Staubsauger das meistgenutzte Werkzeug – schließlich möchte ich nicht in einem Berg aus Spänen arbeiten.
Auch als Bodenstaubsauger macht er eine hervorragende Figur. Dank der Fernbedienung lässt er sich direkt am Schlauch starten, ohne dass ich jedes Mal zum Gerät laufen muss.
Beim Anschluss externer Maschinen übernimmt die Steuerung weiterhin die Steckdose – so ist der Staubsauger jederzeit flexibel und zuverlässig einsetzbar.
erstaunlich niedriger Preis
Nach dem Erscheinen der Festool CT-FI Fernbedienung habe ich mir diese ebenfalls zugelegt – damals für unter 100 Euro.
Soeben habe ich den aktuellen Preis im Netz überprüft und festgestellt: Er ist erstaunlicherweise nicht gestiegen.
Ganz ehrlich: Diese 100 Euro haben sich für die Arbeit in meiner Werkstatt wirklich gelohnt. Die Fernbedienung spart Zeit, Nerven und erleichtert den Alltag enorm – ein kleines Zubehörteil mit großer Wirkung.
Fazit:
Die kleine Ferbedienung macht den Staubsauger sofort einsatzbereit, spart Wege, unterbricht den Arbeitsfluss nicht und hält die Werkstatt sauber – für mich inzwischen ein unverzichtbares Zubehörteil.
Kurz gesagt: Wer die Werkstatt effizient und sauber führen möchte, sollte nicht auf die Festool CT-FI Fernbedienung verzichten. 100 Euro Investition, die sich mehrfach bezahlt machen.
Dübelfräsen in der Werkstatt – meine ehrliche Erfahrung
Dübelfräsen in der Werkstatt – meine ehrliche Erfahrung
Meine ersten Holzverbindungen habe ich entweder genagelt, geschraubt oder mittels einfacher Metallwinkel verbunden. Es sah zwar schrecklich aus, aber irgendwie hielt es.
Dann kam die Festool DF 500 in meine Werkstatt – ein Gerät, mit dem ich wirklich gern gearbeitet habe. Auch heute nutze ich sie noch in ausgewählten Anwendungen.
Später kaufte ich die Lamello Zeta P-2 und war mehr als begeistert. Die Verbindungen ließen sich einfach herstellen und das System ist vergleichsweise preiswert.
Einmal „Blut geleckt“, dachte ich: Warum nicht noch die Mafell DDF 40? – Tja… was für ein Reinfall. Mehr als 1.000 Euro in den Sand gesetzt.
Aber die Frage bleibt: Bringen solche Dübelfräsen – ob Lamello, Festool oder Mafell – im Außenbereich wirklich den erhofften Erfolg?
Welche Dübel soll ich wählen?
Grundsätzlich erfüllen alle Dübel denselben Zweck: Sie verbinden zwei Holzteile miteinander und werden verleimt.
Die Dominos der Festool DF 500 oder DF 700 sind breit und in verschiedenen Längen erhältlich. Sie werden in gefräste Schlitze eingesetzt und sorgen für eine sehr stabile Holzverbindung.
Lamellos sind breit, aber flach und in unterschiedlichen Höhen verfügbar. Sie sind weniger für Zugkräfte, sondern eher für Scherkräfte gedacht. Trotz ihres geringen Preises arbeiten sie erstaunlich präzise.
Dann gibt es noch die Mafell DDF 40, die gleichzeitig zwei Bohrungen für Runddübel herstellt. Auch diese Verbindung ist eher auf Scherkräfte ausgelegt. Runddübel lassen sich grundsätzlich auch mit einem Akkuschrauber und passendem Bohrer setzen.
Doch bleibt die entscheidende Frage:
Eignen sich solche Dübelverbindungen überhaupt für den Außenbereich?
Sipo-Dominos im Außenbereich
Eine Domino-Verbindung mit SIPO-Dübeln und D4-Verleimung hält man im Außenbereich zunächst für absolut sicher und dauerhaft.
Genau das dachte ich auch — und habe die Verbindungen entsprechend sorgfältig ausgeführt. Der Lärchenrahmen ist heute knapp vier Jahre alt.
Da ich damals keine optimale Farbe verwendet hatte, wollte ich ihm einen neuen Anstrich gönnen. Die Pflanzkästen selbst sind zwar durch die Sonne ausgeblichen, zeigen aber keinerlei strukturelle Schäden.
Der Rahmen hingegen ist Schrott.
Und das liegt nicht am Material, sondern an mir: Ich war schlicht zu faul und zu nachlässig.
konstruktiver Holzschutz
Es gibt viele Möglichkeiten, Holz zu schützen.
Aber wovor eigentlich? Wenn alles sauber verleimt, grundiert und lackiert ist — was soll dann noch passieren?
So habe ich früher auch gedacht. Ich war überzeugt, dass SIPO-Dominos im Außenbereich eine dauerhaft sichere Verbindung darstellen.
Tatsächlich sind die Dominos die einzigen „Überlebenden“ dieser Konstruktion. Der Rest wurde schlicht vom Wetter zerstört. Wasser und Temperaturschwankungen sind der größte Feind jeder Holzverbindung. Holz arbeitet: Es quillt bei Feuchtigkeit auf und zieht sich bei Kälte und Trockenheit wieder zusammen. Diese ständigen Bewegungen erzeugen Spannungen in der Verbindung.
Die Dübel selbst halten lange durch — aber nicht ewig. Mit der Zeit entstehen feine Spalten. Dringt Wasser ein und gefriert, wirken enorme Kräfte. Jeder Frostzyklus vergrößert die Risse weiter, bis die Verbindung schließlich versagt.
zimmermannsmäßige Verbindungen
Früher wurden Hölzer ohne die heutigen Maschinen hergestellt – durch klassische zimmermannsmäßige Verbindungen wie Versätze, Zapfen, Überblattungen oder Holznagelverbindungen. Klingt kompliziert, oder? Ja und nein.
Ich hatte bisher gern auf diese traditionellen Techniken verzichtet und versucht, den Aufwand durch den Einsatz teurer Maschinen zu minimieren. Dabei habe ich mich selbst ein wenig getäuscht – und insgeheim auch gewusst –, dass Dübelverbindungen im Außenbereich nicht dauerhaft halten können.
Nun habe ich in diesen „sauren Apfel“ gebissen: Ich habe zunächst zwei neue Rahmen gebaut, diesmal mit echter Überblattung – ganz ohne Einsatz irgendeiner Dübelfräse.
Überblatten
Im Grunde ist eine Überblattung einfach: An den Enden der jeweiligen Verbindung wird jeweils die halbe Materialstärke entfernt, anschließend werden die Teile verleimt. Die Frage ist nur: Wie stellt man das sauber her?
In vielen Videos wird dafür eine Japansäge verwendet oder es wird senkrecht auf der Tischsäge gearbeitet. Das kam für mich nicht infrage. Wozu habe ich schließlich meine Festool KS 120, wenn ich sie so einstellen kann, dass sie nur einen bestimmten Bereich einsägt?
Ganz exakt ist diese Methode zwar nicht. Deshalb habe ich bewusst etwa 1 mm „zu hoch“ gesägt und mich dann an die endgültige Passung herangearbeitet. Entscheidend ist eine stabile Anschlagvorlage hinter dem Werkstück – nur so lässt sich die Fläche sauber und gerade aussägen.
Oberflächen glätten
Den noch fehlenden Ausgleich auf gleiche Dicke habe ich mit der Oberfräse hergestellt. Das Hauptmaterial war ja bereits mit der Kappsäge entfernt, sodass nur noch sehr wenig nachgefräst werden musste.
Als Hilfsmittel kam die MFS 400 zum Einsatz. Sie diente lediglich dazu, den Fräsbereich sauber zu begrenzen. In der OF 1010 habe ich einen Kopierring montiert und mit einem Fräser mit Kopfschneiden den Boden plan ausgefräst.
Natürlich hätte ich die komplette Ausarbeitung direkt mit der Oberfräse machen können. Dann hätte ich jedoch ständig die Frästiefe neu einstellen müssen, um mich schrittweise an das Zielmaß heranzuarbeiten. Auf diese Weise war es deutlich einfacher.
Die kleinen Materialreste in den Ecken habe ich anschließend sauber mit dem Stemmeisen entfernt.
Überblattung fertig
Damit ist die Überblattung fertig.
Und was war daran eigentlich so schwer?
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Ausschnitte sägen
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Schnittflächen säubern und ausgleichen
Mehr ist es im Grunde nicht.
Wer allerdings keine vernünftige Absaugung hat, wird anschließend die komplette Werkstatt voller Sägespäne vorfinden. Eine Verbindung mit Dübeln würde diesen Aufwand vollständig vermeiden.
Ein weiterer Nachteil der Überblattung ist der höhere Materialverbrauch. Die Hölzer müssen um die Breite der Verbindung länger eingeplant werden, was sich bei größeren Projekten durchaus bemerkbar macht.
Trotzdem: Die Stabilität einer sauber gearbeiteten Überblattung ist überzeugend — und mit Maschinen wie denen von Festool lässt sich diese Arbeit kontrolliert und reproduzierbar ausführen.
mit Runddübeln sichern
Zum Schluss habe ich die Überblattungen jeweils noch mit zwei 8-mm-Runddübeln gesichert.
Dafür braucht man keinen Bohrständer – die Löcher lassen sich problemlos mit einem Akkuschrauber bohren. Selbst wenn die Bohrung nicht exakt senkrecht ist, hält der Runddübel zuverlässig.
Die überstehenden Enden werden anschließend mit der Japansäge bündig abgeschnitten und bei Bedarf mit dem Beitel sauber nachgearbeitet.
Nach der Endlackierung sollten diese Stellen praktisch unsichtbar sein.
Fazit
Bei der Entscheidung, Dübelverbindungen im Außenbereich einzusetzen, spielt die Holzart letztlich keine entscheidende Rolle. Sobald eine Verbindung dauerhaft Wasser ausgesetzt ist, wird sie auf lange Sicht nicht zuverlässig halten.
Zukünftig werde ich im Außenbereich ausschließlich zimmermannsmäßige Holzverbindungen einsetzen. Alles andere ist für mich ein Kompromiss mit begrenzter Lebensdauer. Die angeblich „wetter- und wasserfesten“ SIPO-Dominos sind daher aus meiner Sicht eher Augenwischerei. Ohne direkten Wasserkontakt hingegen kann man problemlos auch Buche-Dominos verwenden.
Für den Innenausbau – und ganz besonders im Möbelbau – sind die Dübelfräsen von Festool und Lamello dagegen schlicht hervorragend. Dort spielen sie ihre Stärken voll aus: präzise, schnell und absolut praxisgerecht.
Der horizontale Frästisch im Realitätscheck
Der horizontale Frästisch im Realitätscheck
Im Jahr 2014 war ich sehr daran interessiert, im handwerklichen Bereich besser zu werden. Ich kaufte nicht nur die vermeintlich besten Werkzeuge, sondern sog auch jede Information rund ums Holzwerken auf wie ein Schwamm – ohne zu ahnen, dass ich dabei oft einfach nur auf Werbung hereingefallen war.
So habe ich auch diesen horizontalen Frästisch nachgebaut, der damals als „sehr gut“ angepriesen wurde. Natürlich verbessert ein solcher Frästisch nicht automatisch die eigenen handwerklichen Fähigkeiten. Doch zu dieser Zeit glaubte ich noch daran.
Die Pläne dazu sind noch immer im Netz zu finden, und ich bin mir sicher, dass es heute vielen Holzwerkern ähnlich geht wie mir damals.
Ich beschreibe hier lediglich meine persönlichen Erfahrungen und möchte damit niemanden kritisieren.
Bau des horizontalen Frästisches
Diesen horizontalen Frästisch habe ich nach den Bauplänen einer „Fachzeitschrift“ nachgebaut – mit allen beschriebenen Teilen, die ich auch bei den genannten Anbietern gekauft habe. Vermutlich war genau das der Sinn des Ganzen.
Der einzige Unterschied bei meiner Version ist die eingebaute Oberfräse mit Lift, die ein bequemeres Einstellen der Frästiefe ermöglicht.
Der Bau selbst ist auch für Anfänger recht einfach. Die entscheidende Frage ist jedoch: Was kann man mit einem solchen horizontalen Frästisch eigentlich besser machen?
Im Grunde nichts. Der einzige Unterschied ist die horizontale Lage des Fräsers. Alle Arbeiten – wirklich alle – lassen sich ebenso auf einem normalen Frästisch durchführen.
Sinn oder Unsinn?
Das liegt letztlich im Auge des Betrachters.
Es mag sein, dass jemand in einem horizontalen Frästisch eine bessere Möglichkeit sieht, seine Projekte umzusetzen. Mir fällt jedoch kein konkreter Vorteil ein. Für schräge Fräsungen gibt es passende Halterungen und Vorrichtungen.
Nachdem ich festgestellt hatte, dass mir dieser Frästisch keinen echten Nutzen bringt, habe ich ihn wieder zerlegt. Die Oberfräse war ohnehin fest verbaut, und der teure Festool-Lift lässt sich an anderer Stelle sinnvoller einsetzen.
Der wirkliche Vorteil dieses Projekts lag in der handwerklichen Übung beim Bau des Tisches – also doch nicht nur Nachteile.
wo kann man "Fräsen" lernen?
2010 hatte ich zum ersten Mal eine Oberfräse in der Hand und wusste überhaupt nicht, wie ich damit umgehen sollte. Welche brauche ich? Wie stelle ich sie richtig ein? Welche Fräser sind notwendig? Und wie hält man eine Oberfräse überhaupt? Fragen über Fragen.
Die meisten Antworten ergeben sich jedoch ganz einfach durch die praktische Arbeit.
Im übrigen kann man nur durch praktische Anwendung lernen mit einer Oberfräse umzugehen. Online ist so etwas nicht möglich.
theoretische Ausbildung zum Schreiner / Tischler
Das habe ich tatsächlich versucht.
Da ich meine Zeit frei einteilen kann und entsprechend flexibel bin, hatte ich mich entschlossen, die Berufsschule für Tischler bzw. Schreiner zu besuchen, um als Außenstehender am Unterricht teilzunehmen. Gesagt, getan.
Ich schrieb die Schulleitung der Berufsschule in Kleve an und trug meine Bitte vor. Ich dachte: Was sollte daran problematisch sein? Allzu viele „Freiwillige“, die am Unterricht teilnehmen wollen, wird es wohl nicht geben.
Sowohl der Schulleiter als auch der Direktor der Handwerkskammer antworteten freundlich, aber eindeutig: Ohne Ausbildungsvertrag mit einem Meisterbetrieb sei eine Teilnahme nicht möglich. Zudem gäbe es versicherungsrechtliche Probleme – sollte ich in der Schule stürzen, wäre ich nicht abgesichert.
Ein Bekannter ist selbstständiger Tischler, und über ihn hätte ich eine „Ausbildung auf dem Papier“ bekommen können. Doch sollte ich dafür auch noch sämtliche Sozialabgaben selbst tragen?
Es ist schon erstaunlich, welche bürokratischen Hürden dem Handwerk in Deutschland auferlegt werden.









































