Nistkasten selber bauen

Nistkasten selber bauen

Nistkasten selbst bauen

Der Frühling naht, und viele Vögel unterhalten uns bereits mit ihrem Gesang. Warum also nicht einen schönen Nistkasten selber bauen?

Ein Nistkasten bietet heimischen Vögeln nicht nur Schutz vor Wetter, sondern auch vor Feinden. Ein Nest ist zwar gut – ein Nistkasten ist jedoch deutlich sicherer und damit die bessere Wahl.

Hier beschreibe ich den Bau eines Nistkastens in wenigen Schritten. Das Material ist grundsätzlich egal, solange es ausreichend dick ist – wie hier mit 19 mm Materialstärke.

Nistkasten selbst bauen

Bauplan

Der Bauplan ist recht einfach: Für den Nistkasten werden nur sechs Teile benötigt. Hinzu kommen zwei „Nägel“ für die Klappe sowie eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen. Ob der Nistkasten zusätzlich lackiert werden muss, hängt vom verwendeten Material ab.

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Zuschnitt der Bauteile

Der Zuschnitt der einzelnen Teile lässt sich problemlos mit der Tischsäge, Tauchsäge oder Kappsäge durchführen. Sollte der Boden einmal etwas kleiner geraten, ist das kein Problem – die Vögel werden es sicher nicht übel nehmen. Wichtig ist nur, dass keine Feinde ins Nest gelangen.

Bei Vollholz, das nicht lackiert werden soll, sollte besonderes Augenmerk auf scharfes Werkzeug gelegt werden, um Brandflecken an den Schnittkanten zu vermeiden.

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Holzverbindungen

An den Holzverbindungen treten keine großen Kräfte auf, daher kann jede denkbare Verbindungsart verwendet werden – sei es Nagel, Schraube, Heften, Dominos oder, wie hier, Lamellos.

Bei schwereren Holzarten sollte jedoch mindestens eine Schraubverbindung vorgesehen werden.

Lamellos sind in diesem Projekt besonders einfach, sicher und zudem sehr preiswert.

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Verleimen

Wer ausschließlich auf eine mechanische Verbindung setzt, muss keinen Leim verwenden.

Ansonsten wird ein Nistkasten wie ein normales Möbelstück behandelt. Hier sind leider Brandflecken und ein kleiner Überstand an der Rückwand zu sehen. Diese Mängel konnte ich jedoch später noch beheben, sodass das Dach nun richtig passt.

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Klappenlager montieren

Die Frontklappe des Nistkastens ist beweglich. Mindestens einmal im Frühjahr sollte der Kasten von innen gereinigt werden. Auch ein eventuell vorhandenes altes Nest muss unbedingt entfernt werden. Vögel sammeln weiterhin Material für den Nestbau, selbst wenn bereits ein altes Nest vorhanden ist – das kann jedoch die Hygiene beeinträchtigen und den Platz einschränken.

Der Durchmesser des Einfluglochs kann je nach Vogelart angepasst werden. Hierzu bietet die Seite des NABU hilfreiche Informationen.

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kürzere Klappenmaße

Da der obere Teil der Klappe nach innen öffnet, ist es wichtig, die Klappe am oberen Rand etwas kürzer zu schneiden, um ein Verklemmen zu vermeiden.

Der Nistkasten muss nicht luftdicht sein. Vögel atmen darin, und Feuchtigkeit sollte problemlos entweichen können.

Eine Sitzstange am Einflugloch wurde bewusst weggelassen. So kann sich kein Feind festhalten und in den Nistkasten eindringen. Außerdem wird eine Sitzstange von den Vögeln nicht benötigt.

Nistkasten selbst bauen

Klappensicherung

Die Klappe darf sich nicht selbstständig öffnen. Auch das Gewicht des Nestbaus kann die Klappe nach außen drücken.

Deshalb muss die Klappe gesichert werden. Hier kann man einen Nagel oder eine Schraube verwenden. Um die Klappe jedoch ohne Werkzeug öffnen zu können, ist ein einfacher Haken sehr praktisch: Ein 4 mm Aluminium-Rundstab wird gebogen und in ein vorgebohrtes Loch gesteckt.

Nistkasten selbst bauen

fertiger Nistkasten

Nach der Montage des Daches ist der Nistkasten einsatzbereit.

Alles Weitere, wie das Abrunden oder Anfasen der Kanten, ist optional und dient nur der Optik.

Der Nistkasten sollte mindestens 2 Meter über dem Boden angebracht werden. Niemals direkt an einen Baum nageln! Besser ist es, ihn über ein senkrecht angebrachtes Brett auf der Rückseite zu befestigen und dieses am Baum zu fixieren.

Gartenbar mit Bierzapfanlage bauen

Gartenbar mit Bierzapfanlage bauen

Gartenbar

Dieses Projekt stammt aus dem Jahr 2017 und ist damit schon etwas älter. An Attraktivität hat eine Gartenbar jedoch nichts verloren. Im Gegenteil: Einige Freunde sitzen heute lieber mit einem frisch gezapften Bier im eigenen Garten, als in einer Kneipe viel Geld für ein Glas auszugeben.

Die Zapfanlage begleitet mich übrigens schon seit 1992. Mal stand sie im Garten, über viele Jahre hinweg auch im Jagdrevier in der Unterkunft.

Es macht einfach Spaß, sich sein Bier selbst frisch aus dem Fass zu zapfen – und genau deshalb ist diese Gartenbar überhaupt erst entstanden.

Gartenbar bauen

Konstruktion mit Sketchup

„Papier“-Konstruktionen dienen heute im Grunde nur noch als konzeptionelle Skizzen. Früher war das anders. Als technischer Maschinenbauzeichner habe ich noch vollständig am Zeichenbrett gearbeitet. Digitale Alternativen existierten schlicht nicht. Aus heutiger Perspektive war das eine rein manuelle, aber sehr präzise Arbeitsweise – allerdings mit hohem Zeitaufwand bei Änderungen oder Varianten.

Mein erstes CAD-System war 1988 AutoCAD. Für die damalige Zeit war das revolutionär: parametrisches Zeichnen, exakte Bemaßung und verlustfreie Reproduzierbarkeit. Konstruktionsänderungen konnten erstmals effizient durchgeführt werden, ohne komplette Zeichnungen neu erstellen zu müssen. Das hat den gesamten technischen Zeichenprozess grundlegend verändert.

Heute existieren zahlreiche CAD-Programme, die plattformübergreifend arbeiten und sowohl 2D- als auch 3D-Konstruktion unterstützen. Für Holzwerker stellt sich weniger die Frage nach maximalem Funktionsumfang, sondern nach Bedienbarkeit, Lernkurve und Praxisnutzen.

SketchUp war anfangs ein bewusst reduziertes 3D-Konstruktionsprogramm mit Fokus auf intuitive Bedienung. Die Stärke lag nie in hochkomplexen parametrischen Funktionen, sondern in der schnellen visuellen Modellierung. Inzwischen ist die Software technisch stark gewachsen und kann mit spezialisierten Tischler-CAD-Lösungen konkurrieren. Der Funktionsumfang ist erheblich erweitert worden, was allerdings auch mit höheren Lizenzkosten einhergeht.

Meine installierte Version läuft noch lokal unter Windows, vollständig autark ohne Cloud-Anbindung. Aktuelle Versionen setzen dagegen auf Online-Lizenzverwaltung und Cloud-Integration, was technisch Vorteile bei Synchronisation und Updateverwaltung bietet, aber auch eine dauerhafte Internetabhängigkeit mit sich bringt.

Gartenbar

Material und Werkzeuge

Damals lagen die Holzpreise noch in einem wirklich angemessenen Bereich. Heute ist Material leider deutlich teurer geworden, was Projekte dieser Größenordnung spürbar beeinflusst.
Für die Gartenbar habe ich überwiegend Meranti verwendet. Die 27 mm starken Balkonbretter wurden teilweise zu Leimholz weiterverarbeitet, um stabilere Bauteile herstellen zu können. Meranti lässt sich gut bearbeiten, bleibt formstabil und eignet sich sehr gut für den Außenbereich.
Als „Tischsäge“ stand mir zu diesem Zeitpunkt nur das Festool CMS mit Erweiterungen zur Verfügung. Für präzise Serienarbeit war das System eigentlich zu leicht gebaut, aber mit etwas Geduld ließ sich trotzdem zuverlässig damit arbeiten.

Die Wandflächen der Gartenbar bestehen aus eichefurnierter Spanplatte, der Boden aus stabilem Multiplex. Diese Kombination verbindet ausreichende Stabilität mit vertretbarem Materialeinsatz.

Gartenbar bauen

innere Statik

Das gesamte Gewicht der Konstruktion wird von der Bodenplatte aus Multiplex getragen. Die furnierten Spanplatten sind zwar außen über Lamellos mit der Bodenplatte verbunden, übernehmen jedoch keine tragende Funktion. Die eigentlichen Kräfte werden über den Innenrahmen sauber in die Bodenplatte abgeleitet.

Dieser Innenrahmen dient gleichzeitig als stabile Auflage für die Arbeitsplatte mit Zapfhahn und Spüle. So entsteht eine geschlossene, belastbare Einheit.

Für den Rahmen hätte auch einfaches KVH ausgereicht. In diesem Projekt spielte der Preisunterschied jedoch keine entscheidende Rolle, sodass ich mich für die "schönere" Variante entschieden habe.

Gartenbar bauen

Versorgung der Gartenbar

Ein einfacher Rahmen allein reicht nicht aus, um eine funktionale und komfortable Gartenbar zu realisieren.

Die Anforderungen an die Konstruktion waren:

  • Elektrische Versorgung für Licht, Zapfanlage und externe Geräte über Steckdosen

  • Wasserzufluss und Wasserabfluss für das Spülbecken

  • Indirekte Beleuchtung sowohl innen als auch außen

  • Komplett fahrbar auf stabilen Laufrollen

  • Platz für eine Bierzapfanlage sowie eine 5‑Liter-Kohlensäureflasche mit Druckminderer

  • Aufstellung eines 30‑Liter-Bierfasses mit KEG-Anschluss

Die Platzaufteilung stellte eine besondere Herausforderung dar, da das Spülbecken mit seiner großen Tiefe erheblichen Raum beansprucht. Gleichzeitig sollte noch genügend Platz für eine „Glasspülmaschine“ innerhalb des Beckens vorhanden sein.

Gartenbar bauen

Der Frontrahmen verbunden mit Lamellos. Der Rahmen ist aus Meranti.

Gartenbar bauen

Der Frontrahmen verbunden mit Lamellos. Der Rahmen ist aus Meranti.

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Der Frontrahmen verbunden mit Lamellos. Der Rahmen ist aus Meranti.

Gartenbar bauen

Die Theke ist Träger der indirekten Beleuchtung innen und außen.

Gartenbar bauen

Meranti ist ein sehr gutes Holz für den Außenbereich. Und einfach zu bearbeiten.

Gartenbar bauen

Damals musste man die LED-Bänder noch selbst verbinden. Hier habe ich Qualität verbaut.

Gartenbar bauen

Verbindungen sind handgelötet. Funktioniert prima.

Gartenbar bauen

Anschluss für die Zapfanlage und Transformator für das LED-Licht.

Gartenbar bauen

Das LED-Band wird in die Theke eingelassen. Dafür sind alle Nuten gefräst worden.

Gartenbar bauen

Fußstange aus Edelstahlrohr

Auch wenn niemand seine Füße auf diese Stangen stellen wird, muss an eine Gartenbar zumindest die Möglichkeit zu sehen sein.

Die Edelstahlrohre werden von Merantilagern in Position gehalten.

Gartenbar bauen

Dimmer für die LED-Beleuchtung

Das LED-Licht sollte nicht nur geschaltet werden können sondern auch in der Helligkeit angepasst werden. So habe ich einen speziellen Dimmer dafür eingebaut, der auch wasserdicht ist.

Diese Gartenbar hat viele Partys erleben können und es sind  über die Jahre 1000e Liter Bier durch diese Zapfanlage gelaufen.

Gartenbar bauen
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Dübelfräsen – Fluch oder Segen?

Dübelfräsen – Fluch oder Segen?

dübelfräsen

Meine ersten Holzverbindungen habe ich entweder genagelt, geschraubt oder mittels einfacher Metallwinkel verbunden. Es sah zwar schrecklich aus, aber irgendwie hielt es.

Dann kam die Festool DF 500 in meine Werkstatt – ein Gerät, mit dem ich wirklich gern gearbeitet habe. Auch heute nutze ich sie noch in ausgewählten Anwendungen.

Später kaufte ich die Lamello Zeta P-2 und war mehr als begeistert. Die Verbindungen ließen sich einfach herstellen und das System ist vergleichsweise preiswert.

Einmal „Blut geleckt“, dachte ich: Warum nicht noch die Mafell DDF 40? – Tja… was für ein Reinfall. Mehr als 1.000 Euro in den Sand gesetzt.

Aber die Frage bleibt: Bringen solche Dübelfräsen – ob Lamello, Festool oder Mafell – im Außenbereich wirklich den erhofften Erfolg?

Dübelfraese

Welche Dübel soll ich wählen?

Grundsätzlich erfüllen alle Dübel denselben Zweck: Sie verbinden zwei Holzteile miteinander und werden verleimt.

Die Dominos der Festool DF 500 oder DF 700 sind breit und in verschiedenen Längen erhältlich. Sie werden in gefräste Schlitze eingesetzt und sorgen für eine sehr stabile Holzverbindung.

Lamellos sind breit, aber flach und in unterschiedlichen Höhen verfügbar. Sie sind weniger für Zugkräfte, sondern eher für Scherkräfte gedacht. Trotz ihres geringen Preises arbeiten sie erstaunlich präzise.

Dann gibt es noch die Mafell DDF 40, die gleichzeitig zwei Bohrungen für Runddübel herstellt. Auch diese Verbindung ist eher auf Scherkräfte ausgelegt. Runddübel lassen sich grundsätzlich auch mit einem Akkuschrauber und passendem Bohrer setzen.

Doch bleibt die entscheidende Frage:
Eignen sich solche Dübelverbindungen überhaupt für den Außenbereich?

Dübelfräsen

Sipo-Dominos im Außenbereich

Eine Domino-Verbindung mit SIPO-Dübeln und D4-Verleimung hält man im Außenbereich zunächst für absolut sicher und dauerhaft.
Genau das dachte ich auch — und habe die Verbindungen entsprechend sorgfältig ausgeführt. Der Lärchenrahmen ist heute knapp vier Jahre alt.

Da ich damals keine optimale Farbe verwendet hatte, wollte ich ihm einen neuen Anstrich gönnen. Die Pflanzkästen selbst sind zwar durch die Sonne ausgeblichen, zeigen aber keinerlei strukturelle Schäden.

Der Rahmen hingegen ist Schrott.
Und das liegt nicht am Material, sondern an mir: Ich war schlicht zu faul und zu nachlässig.

Dübelfräsen

konstruktiver Holzschutz

Es gibt viele Möglichkeiten, Holz zu schützen.
Aber wovor eigentlich? Wenn alles sauber verleimt, grundiert und lackiert ist — was soll dann noch passieren?

So habe ich früher auch gedacht. Ich war überzeugt, dass SIPO-Dominos im Außenbereich eine dauerhaft sichere Verbindung darstellen.

Tatsächlich sind die Dominos die einzigen „Überlebenden“ dieser Konstruktion. Der Rest wurde schlicht vom Wetter zerstört. Wasser und Temperaturschwankungen sind der größte Feind jeder Holzverbindung. Holz arbeitet: Es quillt bei Feuchtigkeit auf und zieht sich bei Kälte und Trockenheit wieder zusammen. Diese ständigen Bewegungen erzeugen Spannungen in der Verbindung.

Die Dübel selbst halten lange durch — aber nicht ewig. Mit der Zeit entstehen feine Spalten. Dringt Wasser ein und gefriert, wirken enorme Kräfte. Jeder Frostzyklus vergrößert die Risse weiter, bis die Verbindung schließlich versagt.

Dübelfräsen

zimmermannsmäßige Verbindungen

Früher wurden Hölzer ohne die heutigen Maschinen hergestellt – durch klassische zimmermannsmäßige Verbindungen wie Versätze, Zapfen, Überblattungen oder Holznagelverbindungen. Klingt kompliziert, oder? Ja und nein.

Ich hatte bisher gern auf diese traditionellen Techniken verzichtet und versucht, den Aufwand durch den Einsatz teurer Maschinen zu minimieren. Dabei habe ich mich selbst ein wenig getäuscht – und insgeheim auch gewusst –, dass Dübelverbindungen im Außenbereich nicht dauerhaft halten können.

Nun habe ich in diesen „sauren Apfel“ gebissen: Ich habe zunächst zwei neue Rahmen gebaut, diesmal mit echter Überblattung – ganz ohne Einsatz irgendeiner Dübelfräse.

Dübelfräse

Überblatten

Im Grunde ist eine Überblattung einfach: An den Enden der jeweiligen Verbindung wird jeweils die halbe Materialstärke entfernt, anschließend werden die Teile verleimt. Die Frage ist nur: Wie stellt man das sauber her?

In vielen Videos wird dafür eine Japansäge verwendet oder es wird senkrecht auf der Tischsäge gearbeitet. Das kam für mich nicht infrage. Wozu habe ich schließlich meine Festool KS 120, wenn ich sie so einstellen kann, dass sie nur einen bestimmten Bereich einsägt?

Ganz exakt ist diese Methode zwar nicht. Deshalb habe ich bewusst etwa 1 mm „zu hoch“ gesägt und mich dann an die endgültige Passung herangearbeitet. Entscheidend ist eine stabile Anschlagvorlage hinter dem Werkstück – nur so lässt sich die Fläche sauber und gerade aussägen.

Dübelfräse

Oberflächen glätten

Den noch fehlenden Ausgleich auf gleiche Dicke habe ich mit der Oberfräse hergestellt. Das Hauptmaterial war ja bereits mit der Kappsäge entfernt, sodass nur noch sehr wenig nachgefräst werden musste.

Als Hilfsmittel kam die MFS 400 zum Einsatz. Sie diente lediglich dazu, den Fräsbereich sauber zu begrenzen. In der OF 1010 habe ich einen Kopierring montiert und mit einem Fräser mit Kopfschneiden den Boden plan ausgefräst.

Natürlich hätte ich die komplette Ausarbeitung direkt mit der Oberfräse machen können. Dann hätte ich jedoch ständig die Frästiefe neu einstellen müssen, um mich schrittweise an das Zielmaß heranzuarbeiten. Auf diese Weise war es deutlich einfacher.

Die kleinen Materialreste in den Ecken habe ich anschließend sauber mit dem Stemmeisen entfernt.

Dübelfräse

Überblattung fertig

Damit ist die Überblattung fertig.

Und was war daran eigentlich so schwer?

  • Ausschnitte sägen

  • Schnittflächen säubern und ausgleichen

Mehr ist es im Grunde nicht.

Wer allerdings keine vernünftige Absaugung hat, wird anschließend die komplette Werkstatt voller Sägespäne vorfinden. Eine Verbindung mit Dübeln würde diesen Aufwand vollständig vermeiden.

Ein weiterer Nachteil der Überblattung ist der höhere Materialverbrauch. Die Hölzer müssen um die Breite der Verbindung länger eingeplant werden, was sich bei größeren Projekten durchaus bemerkbar macht.

Trotzdem: Die Stabilität einer sauber gearbeiteten Überblattung ist überzeugend — und mit Maschinen wie denen von Festool lässt sich diese Arbeit kontrolliert und reproduzierbar ausführen.

Dübelfräsen

mit Runddübeln sichern

Zum Schluss habe ich die Überblattungen jeweils noch mit zwei 8-mm-Runddübeln gesichert.

Dafür braucht man keinen Bohrständer – die Löcher lassen sich problemlos mit einem Akkuschrauber bohren. Selbst wenn die Bohrung nicht exakt senkrecht ist, hält der Runddübel zuverlässig.

Die überstehenden Enden werden anschließend mit der Japansäge bündig abgeschnitten und bei Bedarf mit dem Beitel sauber nachgearbeitet.

Nach der Endlackierung sollten diese Stellen praktisch unsichtbar sein.

Dübelfräse

Fazit

Bei der Entscheidung, Dübelverbindungen im Außenbereich einzusetzen, spielt die Holzart letztlich keine entscheidende Rolle. Sobald eine Verbindung dauerhaft Wasser ausgesetzt ist, wird sie auf lange Sicht nicht zuverlässig halten.

Zukünftig werde ich im Außenbereich ausschließlich zimmermannsmäßige Holzverbindungen einsetzen. Alles andere ist für mich ein Kompromiss mit begrenzter Lebensdauer. Die angeblich „wetter- und wasserfesten“ SIPO-Dominos sind daher aus meiner Sicht eher Augenwischerei. Ohne direkten Wasserkontakt hingegen kann man problemlos auch Buche-Dominos verwenden.

Für den Innenausbau – und ganz besonders im Möbelbau – sind die Dübelfräsen von Festool und Lamello dagegen schlicht hervorragend. Dort spielen sie ihre Stärken voll aus: präzise, schnell und absolut praxisgerecht.

Dübelfräse
Dübelfräse
Dübelfräse
Arbeitstisch für den Außenbereich

Arbeitstisch für den Außenbereich

Arbeitstisch für den Außenbereich

Viele größere Teile muss ich außerhalb der Werkstatt zusammenbauen oder lackieren.
Hierfür habe ich diesen Arbeitstisch gebaut.

Welche Kriterien sollte der Tisch erfüllen?

  • ausreichend große Arbeitsfläche

  • wetterbeständig

  • beweglich

  • austauschbare Tischplatte

Auf dieser Grundlage entstand die hier gezeigte Konstruktion.

Arbeitstisch

konstruiert in Sketchup

Es gibt sicher viele Konstruktionsprogramme, und ich habe auch schon einige getestet.
Keines der anderen Programme hat jedoch die Möglichkeiten, Eigenschaften und die Geschwindigkeit der Arbeit so gut erfüllt wie SketchUp.
FreeCAD ist kostenlos und sicher auch für den Möbelbau geeignet. Die Einarbeitung dauert jedoch deutlich länger, und die Handhabung ist wesentlich komplizierter. Von AutoCAD ganz zu schweigen.
Heutzutage wird kaum noch ein Holzwerker seine Konstruktionen auf Papier zeichnen. Änderungen, Perspektiven und Materialberechnungen lassen sich digital einfach und schnell umsetzen – auf Papier wäre das sehr umständlich.

Arbeitstisch

Dimensionen und Material

Die Arbeitsfläche des Tisches sollte mindestens 2 Meter lang und 1 Meter breit sein, die Höhe im genormten Rahmen liegen.

Der Unterbau muss auch größeren Belastungen standhalten, gleichzeitig soll der Tisch beweglich sein. Die Tischplatte besteht aus Lärchenbrettern und liegt auf Fichte-KVH. Das Tischgestell besteht aus 100 mm KVH-Balken, die miteinander verschraubt sind. Das Gestell ist „wasserdicht“ lackiert – wobei man Holz nie vollkommen wasserfest machen kann, da es arbeitet.

Die Beweglichkeit wird durch stabile Laufrollen gewährleistet. Diese sind eigentlich für bis zu 50 kg pro Rolle ausgelegt, doch der Tisch hat bereits über 300 kg getragen, ohne dass es zu Schäden gekommen wäre.

Arbeitstisch

Planken für die Tischplatte

Für die Tischplatte kamen Lärchenbretter zum Einsatz. Diese sind beim Holzhändler in verschiedenen Längen erhältlich und haben einen Querschnitt von 27×145 mm.

Alle Bretter wurden exakt auf die gleiche Länge zugeschnitten, anschließend auf Beschädigungen und Löcher überprüft und gespachtelt. Nach der Trocknung wurden die Bretter geschliffen. Erst danach habe ich alle Kanten mit einem 5‑mm‑Abrundfräser abgerundet.

Der Feinschliff erfolgte unmittelbar vor der ersten Grundierung mit Holzgrund von Wilckens.

Lärche ist zwar witterungsbeständiger als Fichte, kann jedoch genauso „faulen“. Sie bietet keinen vollständigen Garant für Wetterfestigkeit.

Arbeitstisch

Tischgestell

Mit einem Querschnitt von 100×100 mm habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Hölzer in dieser Größe verziehen oder verdrehen sich nahezu gar nicht. Sicher hätten für den Bau des Arbeitstisches auch 80×80 mm ausgereicht.

Das Ablängen auf der Festool Kappsäge KS 120 funktioniert nicht immer in einem Schnitt – ein paar Millimeter müssen per Hand nachgesägt werden. Die angegebene Schnitttiefe von 120 mm ist aus meiner Sicht etwas übertrieben.

Ausklinken funktioniert auf der Kappsäge nicht.

Arbeitstisch

Tischgestell - Ausklinken

Das Ausklinken der 50er-Tiefe gelang gut auf der Bosch-Tischsäge mit Queranschlag. Diesen Queranschlag habe ich selbst konfiguriert aus einem Festool-Teil und der Schiene von Bosch.

Die Arbeit ist ganz einfach langweilig. Höhe einstellen und endlos das Holz über das Sägeblatt schieben.

Arbeitstisch

Rahmen für die Tischplanken

Die Planken werden nicht direkt mit dem Rahmen verschraubt.

Dazu dienen schmalere Leisten, auf die die Planken befestigt werden. So liegen die Planken stabil im rechten Winkel, und die „Tischplatte“ kann jederzeit herausgenommen werden.

Warum? Zum einen ist der Aufwand deutlich geringer. Zum anderen wird der Rahmen länger halten als die Planken der Tischplatte, sodass die Platte bei Bedarf werkzeuglos entnommen werden kann.

Wichtig ist nur, dass das Material der schmalen Leisten exakt mit dem der Planken übereinstimmt.

Wer den Unterschied einmal erleben möchte, kann zum Beispiel Bangkirai-Terrassendielen auf KVH verlegen und den Winter abwarten…

Arbeitstisch

Lackierung Tischplatte

Der konstruktiv beste Wetterschutz – na ja, eigentlich ist „Wetterschutz“ nicht ganz korrekt, da Wetter aus Feuchtigkeit, Luftdruck und Temperatur besteht. Aber ich denke, jeder weiß, was gemeint ist.

Mit der Lackierung soll das Eindringen von Wasser in das Holz verhindert werden. Eine Lackierung mit einem sogenannten „3‑in‑1“-Produkt macht nur wenig Sinn und kann für Verbraucher irreführend sein. Es wird suggeriert, dass man mit diesem Lack alle erforderlichen Schutzmaßnahmen gleichzeitig erreicht. Auch ich bin anfangs auf diese Werbung hereingefallen.

Besser ist: zuerst grundieren, nach Durchtrocknung mindestens zweimal mit einem hochwertigen Außenlack lackieren. Das hält zwar nicht ewig, aber mehrere Jahre zuverlässig.

Arbeitstisch

Lackierung Rahmen

Es gibt Holzwerker, die ihre Projekte erst im fertig montierten Zustand lackieren. Das kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen.

Im zusammengebauten Zustand komme ich an viele wichtige Ecken und Kanten gar nicht mehr richtig heran – ausgeklinkte Verbindungen erst recht nicht. Außerdem sammelt sich an Kanten beim Lackieren schnell zu viel Material. Das führt zu Tropfen oder unschönen „Tränen“. Und letztlich ist es insgesamt deutlich schwieriger, alle Seiten gleichmäßig zu beschichten.

Deshalb lackiere ich grundsätzlich alle Einzelteile vor dem Zusammenbau.

Arbeitstisch

Tisch montieren

Der Rahmen ist konstruktiv verbunden und wird mit 100er beziehungsweise 150er SPAX-Tellerkopfschrauben fixiert.

Die Schraubenköpfe sitzen in versenkten Topfbohrungen, alle Verbindungen sind selbstverständlich vorgebohrt.

Ein wichtiger Hinweis: Den Akkuschrauber nicht auf maximales Drehmoment einstellen – das kann schmerzhaft in der Hand enden.

Genau das ist ein guter Grund, über die Anschaffung eines Schlagschraubers nachzudenken.

Arbeitstisch
Arbeitstisch
Arbeitstisch
Arbeitstisch
Arbeitstisch
Arbeitstisch
horizontaler Frästisch – Sinn oder Unsinn?

horizontaler Frästisch – Sinn oder Unsinn?

horizontaler Frästisch

Im Jahr 2014 war ich sehr daran interessiert, im handwerklichen Bereich besser zu werden. Ich kaufte nicht nur die vermeintlich besten Werkzeuge, sondern sog auch jede Information rund ums Holzwerken auf wie ein Schwamm – ohne zu ahnen, dass ich dabei oft einfach nur auf Werbung hereingefallen war.

So habe ich auch diesen horizontalen Frästisch nachgebaut, der damals als „sehr gut“ angepriesen wurde. Natürlich verbessert ein solcher Frästisch nicht automatisch die eigenen handwerklichen Fähigkeiten. Doch zu dieser Zeit glaubte ich noch daran.

Die Pläne dazu sind noch immer im Netz zu finden, und ich bin mir sicher, dass es heute vielen Holzwerkern ähnlich geht wie mir damals.

Ich beschreibe hier lediglich meine persönlichen Erfahrungen und möchte damit niemanden kritisieren.

horizontaler Frästisch

Bau des horizontalen Frästisches

Diesen horizontalen Frästisch habe ich nach den Bauplänen einer „Fachzeitschrift“ nachgebaut – mit allen beschriebenen Teilen, die ich auch bei den genannten Anbietern gekauft habe. Vermutlich war genau das der Sinn des Ganzen.

Der einzige Unterschied bei meiner Version ist die eingebaute Oberfräse mit Lift, die ein bequemeres Einstellen der Frästiefe ermöglicht.

Der Bau selbst ist auch für Anfänger recht einfach. Die entscheidende Frage ist jedoch: Was kann man mit einem solchen horizontalen Frästisch eigentlich besser machen?

Im Grunde nichts. Der einzige Unterschied ist die horizontale Lage des Fräsers. Alle Arbeiten – wirklich alle – lassen sich ebenso auf einem normalen Frästisch durchführen.

horizontaler Frästisch

Sinn oder Unsinn?

Das liegt letztlich im Auge des Betrachters.

Es mag sein, dass jemand in einem horizontalen Frästisch eine bessere Möglichkeit sieht, seine Projekte umzusetzen. Mir fällt jedoch kein konkreter Vorteil ein. Für schräge Fräsungen gibt es passende Halterungen und Vorrichtungen.

Nachdem ich festgestellt hatte, dass mir dieser Frästisch keinen echten Nutzen bringt, habe ich ihn wieder zerlegt. Die Oberfräse war ohnehin fest verbaut, und der teure Festool-Lift lässt sich an anderer Stelle sinnvoller einsetzen.

Der wirkliche Vorteil dieses Projekts lag in der handwerklichen Übung beim Bau des Tisches – also doch nicht nur Nachteile.

horizontaler Frästisch

wo kann man "Fräsen" lernen?

2010 hatte ich zum ersten Mal eine Oberfräse in der Hand und wusste überhaupt nicht, wie ich damit umgehen sollte. Welche brauche ich? Wie stelle ich sie richtig ein? Welche Fräser sind notwendig? Und wie hält man eine Oberfräse überhaupt? Fragen über Fragen.
Die meisten Antworten ergeben sich jedoch ganz einfach durch die praktische Arbeit.

theoretische Ausbildung zum Schreiner / Tischler

Das habe ich tatsächlich versucht.

Da ich meine Zeit frei einteilen kann und entsprechend flexibel bin, hatte ich mich entschlossen, die Berufsschule für Tischler bzw. Schreiner zu besuchen, um als Außenstehender am Unterricht teilzunehmen. Gesagt, getan.

Ich schrieb die Schulleitung der Berufsschule in Kleve an und trug meine Bitte vor. Ich dachte: Was sollte daran problematisch sein? Allzu viele „Freiwillige“, die am Unterricht teilnehmen wollen, wird es wohl nicht geben.
Sowohl der Schulleiter als auch der Direktor der Handwerkskammer antworteten freundlich, aber eindeutig: Ohne Ausbildungsvertrag mit einem Meisterbetrieb sei eine Teilnahme nicht möglich. Zudem gäbe es versicherungsrechtliche Probleme – sollte ich in der Schule stürzen, wäre ich nicht abgesichert.

Ein Bekannter ist selbstständiger Tischler, und über ihn hätte ich eine „Ausbildung auf dem Papier“ bekommen können. Doch sollte ich dafür auch noch sämtliche Sozialabgaben selbst tragen?

Es ist schon erstaunlich, welche bürokratischen Hürden dem Handwerk in Deutschland auferlegt werden.