
KREG® Frässchablone zur Eckengestaltung
Vor einigen Monaten hatte ich im Sautershop das Frässchablonenset von KREG bestellt.
Erst nach einigen Wochen habe ich versucht, mit dem Set Rundungen zu fräsen – und leider war das Produkt eine Enttäuschung.
Die Schablone sollte meine selbstgebaute Lösung ersetzen und mir eine größere Auswahl an Radien bieten. Vielleicht bin ich etwas pingelig, aber die Kreg-Schablone passt überhaupt nicht sauber auf das Werkstück. Die Schenkel schließen nicht im rechten Winkel mit der Holzkante ab, und eine Feineinstellung ist nicht möglich. Damit sind die Radienschablonen für präzises Arbeiten praktisch unbrauchbar.
Für diesen Frässchablonensatz habe ich damals 55,85 Euro inklusive Versand bezahlt. Aus heutiger Sicht war das rausgeworfenes Geld.

nicht Rechtwinklig
Mir erschließt sich nicht der Sinn eine Eckenschablone nicht Rechtwinklig herzustellen.

Hier habe ich die KREG-Frässchablone korrekt an der Buche ausgerichtet und von unten fotografiert. Deutlich ist der Überstand der Schablone zu erkennen – so lässt sich keine saubere, präzise Rundung ins Holz fräsen.
Leider habe ich das erst spät getestet und konnte die Schablone nicht mehr zurückgeben. Ein Totalverlust des Kaufpreises – so etwas kommt mir nicht noch einmal vor.
Kontakt zu Kreg-Tools aufgenommen
Aufgrund der Mängel an den KREG-Schablonen habe ich Kontakt mit Kreg-tools aufgenommen und dort das Problem geschildert.
Die Antwort, weitergeleitet aus den USA, ist:
"Es gibt jedoch auch konstruktive Aspekte, die hier berücksichtigt werden müssen. Die Schablonen werden ohne Werkzeug aufgesetzt. Wenn Sie nun die Oberfräse ansetzen und versehentlich die Kante am Anfang ankratzen, besteht die Gefahr, dass die Kontur sich im Raum verfängt und beschädigt wird. Dieses Risiko des ‚Ankratzens‘ wird durch die von uns verwendete spezielle Form jedoch minimiert. Vielleicht kennen Sie die Aluprofile, die häufig in Videos zu sehen sind – diese weisen oft Macken oder Kratzer auf. Auch wenn der Bündigfräser und das Kugellager parallel laufen, führen leichte, wackelige Bewegungen dennoch dazu, dass Sie ungewollt die Kontur berühren".
Was heißt das? Die Schablonen sind bewusst nicht korrekt!

TEMU Frässchablone für Ecken
Beim Stöbern auf TEMU bin ich auf eine namenlose Frässchablone aus Aluminium gestoßen. Der Preis lag damals bei 9,69 Euro – fast 50 Euro günstiger als die KREG-Schablone im Sautershop.
Heute habe ich die Ware erhalten. Die Lieferzeit betrug 10 Tage. Hat sich das gelohnt? Dieser enorme Preisunterschied hat mich zunächst sprachlos gemacht. Kann das wirklich gute Qualität sein?
Ich habe die Schablone mit diesem geringen Preisrisiko bestellt – Radien 30, 35, 40 und 50 mm. Jetzt liegt sie in meiner Hand: die Qualität ist top. Getestet an den Ecken eines Stückes Buche passt die Schablone absolut genau und lässt sich problemlos fixieren. Einzig die Anschläge müssen gelöst und entfernt werden, damit die Fräse beim Arbeiten nicht behindert wird.
Fazit
Viele Jahre habe ich meine Werkzeuge günstig in Deutschland gekauft. In den letzten zwei Jahren haben sich die Preise jedoch nahezu verdoppelt. Warum eigentlich? Die Mehrwertsteuer wurde nicht erhöht, der Bedarf ist ungefähr gleich – trotzdem steigen die Preise stetig.
Man fragt sich unweigerlich, ob wirtschaftliche „Notlagen“ bewusst verstärkt kommuniziert werden. Versucht jeder Händler nur noch zu retten, was zu retten ist? Die Situation wirkt inzwischen weniger labil als vielmehr widersprüchlich.
Gleichzeitig wird Ware, die über tausende Kilometer nach Deutschland transportiert wird, bei Plattformen wie Temu für einen Bruchteil des hiesigen Preises verkauft – und dennoch verdienen alle Beteiligten daran.
Ein konkretes Beispiel: Ich brauchte ein neues Sägeblatt für meine Kappsäge (260 × 30 mm). Das Originalblatt von Festool kostet rund 296 Euro. Stattdessen habe ich ein Sägeblatt aus chinesischer Produktion für 57 Euro inklusive Versand über Amazon gekauft. Im direkten Vergleich konnte ich keinen qualitativen Nachteil feststellen – im Gegenteil: Das Ergebnis war mindestens gleichwertig.
Als Verbraucher fühlt man sich in solchen Momenten schlicht übervorteilt. Gleichzeitig hört man immer wieder das Argument, man müsse teuer im Inland kaufen, um Arbeitsplätze zu sichern. Doch wenn man die wirtschaftliche Entwicklung betrachtet, wirkt diese Aussage zunehmend komplexer, als sie oft dargestellt wird.
Heute prüfe ich bei Anschaffungen für mein Hobby zuerst, ob ein vergleichbarer Artikel auch international erhältlich ist – schlicht aus Preis-Leistungs-Gründen.
