Werkstatt-Upgrade: Neue Möbel und Arbeitsflächen

Werkstatt-Upgrade: Neue Möbel und Arbeitsflächen

Trespa-Dachbereich

Werkstatt-Upgrade: Neue Möbel und Arbeitsflächen

Kommen wir zum Möbelbau: Für die neue Werkstatt baue ich Schränke und Regale selbst. Die Teile habe ich nach Stückliste beim Holzhändler zuschneiden lassen. Auf der großen Plattensäge geht das blitzschnell, und die Schnitte sind sauberer, als ich sie selbst hinbekommen würde.

Los ging es mit dem Schrank am Eingang, der zwei Türen erhält. Später folgen Schränke für Schleifmittel, aus eichefurnierter Spanplatte, die anschließend lackiert werden, damit der Staub keine Chance hat. Rollen, Schienen von Hettich und Bügelgriffe sorgen für einfache Handhabung.

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Einstellschrank

Das Holz ist da – und ich kann sofort loslegen.

Als erstes muss eine Kante auf die Ränder der micro-beschichteten Spanplatte. Es handelt sich um eine INNOVUS B3002SC. Warum das so wichtig ist? Wegen der passenden ABS-Kante.

Die zunächst bestellte Kante war falsch: glatt, statt micro. Also habe ich bei KANTENSHOP.COM angerufen und nachgefragt, welche Kante die richtige ist. Absolut kompetent und freundlich hat die Dame die passende Kante gefunden und gleich auf den Weg zu mir gebracht.

Sicher hat nicht jeder Bedarf an ABS-Kanten in 2 mm Stärke, aber wer sie benötigt, dem kann ich diesen Online-Shop nur wärmstens empfehlen. Alle Kanten sind nach Hersteller und Farbe sortiert – und die Preise sind wirklich genial.

Also: VAY-SYS auf die Werkbank, Festool Kantenanleimer KA 65 ans Netz zum Aufwärmen – das dauert immer mindestens sieben Minuten. Dann kann es endlich losgehen.

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ABS-Kante anfahren

Diese Arbeit ist notwendig, aber ehrlich gesagt auch sehr lästig.

Nach so vielen Metern geht sie mir zwar schnell von der Hand, doch es ist immer dasselbe: Kante abschneiden, Kante in den Kantenanleimer, Kante aufheizen, Enden bündig schneiden, Kante fräsen, mit der Ziehklinge putzen, Kante schleifen – und von vorn.

Wie dem auch sei: Diese Arbeit ist erledigt – und hier zeigt sich der wahre Wert des VAC-SYS!

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Schrank mit Türen

Schränke mit Türen sind in der Werkstatt eigentlich nicht besonders praktisch. Meist liegen die Dinge, die man sucht, hinten im Schrank, und man muss erst umräumen. Trotzdem habe ich mich für diesen Schrank entschieden.

Der Rahmen ist denkbar einfach: vier Teile, hinten eine Falz für die Rückwand gefräst, und alles mit Lamellos verbunden. Fertig. Ok, ein paar Bohrungen für die Stifte der Zwischenbodenhalterung mussten noch gesetzt werden.

Die Türen sind recht groß und ebenfalls aus 19 mm beschichteter Spanplatte. Ihr Gewicht tragen drei Hettich-Topfbänder mit Dämpfung – ausreichend stabil und langlebig.

 

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Topfbänder für die Türen

Hier habe ich gleich drei Topfbänder eingelassen.

Früher habe ich die „Töpfe“ noch gefräst, manche nutzen dafür spezielle Vorrichtungen. Wenn man jedoch schon viele Bohrungen gemacht hat, geht es auch ganz unkompliziert mit Akkuschrauber und einem 35 mm Forstnerbohrer. Sehr hilfreich ist dabei die kleine Schablone von Hettich zum exakten Vorzeichnen der Bohrungen.

Anschließend werden die Topfbänder mit 6 mm Euroschrauben befestigt – fertig.

 

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Mittelschrank mit 2 großen Schubladen

Der Rahmen dieses Schranks hat die gleiche Bauweise wie der Türenschrank – nur kommen hier zwei große Schubladen hinein.

Bisher lagen Werkzeuge wie Schlagbohrer, Multifunktionswerkzeug und der Schlüsselkasten noch im Nebenschrank der Werkbank. Bedeutet: Wenn ich den Schlagbohrer brauchte, musste ich erst den Schlüsselkasten herausnehmen, um an den Maschinenkoffer zu gelangen – ziemlich lästig.

Jetzt können diese Werkzeugkoffer senkrecht in eine der großen Schubladen gestellt werden und sind jederzeit leicht zugänglich.

Oben werden wohl die Festool Dübelfräse DOMINO und die Lamello Zeta-P2 samt Zubehör ihren Platz finden. So ist alles sauber sortiert und griffbereit.

 

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Auszüge und Fronten montieren

Für diese Schubladen setze ich Hettich Quadro V6 mit Silent System ein. Eigentlich nicht unbedingt gewollt – ich hatte noch genau die Anzahl im Lager von anderen Projekten, die ich damals eigentlich schon entsorgen wollte.

Die Auszüge sind stabil und gut in der Handhabung, aber der Einbau ist recht aufwendig. Es gibt einfach zu viele Details, die bei einer einfachen Schublade beachtet werden müssen. Zukünftig würde ich diese Auszüge deshalb wohl nicht mehr einsetzen – zumal sie recht teuer sind.

Die Griffe hatte ich ebenfalls noch auf Lager. In einer Werkstatt wirken sie vielleicht etwas ungewöhnlich, erfüllen aber ihren Zweck. Ich habe sie relativ hoch an den Fronten angebracht, damit sich die Schubladen bequem öffnen lassen.

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Hilfsmittel für das Zusammensetzen von Kästen

Beim Stöbern auf TEMU entdeckte ich diese Hilfsmittel – Halter für Kastenwände zum Zusammenschrauben. Ich dachte mir: „Warum nicht?“ und bestellte gleich vier Stück für weniger als 10 Euro.

Heute habe ich die Teile beim Zusammenbau der Schubladen ausprobiert. Erwartet hatte ich, dass die Klemmen die Wände beim Zudrehen automatisch zentrieren. Das Ergebnis war enttäuschend: Die Klemme zieht zwar die Teile zusammen, zentriert sie aber nicht – und genau das wäre doch der wichtigste Zweck gewesen.

Also landen diese Klemmen wohl direkt im Müll.

 

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Mittelschrank mit großen Schubladen

Die Werkzeugkoffer passen spielend in die Schubladen hinein. So entfällt das jeweilige Umpacken bei der Entnahme aus der ursprünglichen Schublade. 

 

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Rechter Schrank mit Fronten

Dieser Schrank hat 3 Schubladen.

Hier werde ich die Fräsen mit allem Zubehör unterbringen.

Die Hettich-Auszüge sind in keiner Weise besser als die preisgünstigen Teleskopauszüge. Der Einbau der Hettich-Auszüge ist ätzend! Verteil: man sieht die Auszüge nicht, da sie sich unter der Schublade befinden.

Jetzt geht es an den Schrank für den Dickenhobel.

 

Eigenbau Moxon Vise – stabil und praktisch für Holzarbeiten

Eigenbau Moxon Vise – stabil und praktisch für Holzarbeiten

Moxon Vise selber bauen

Eigenbau Moxon Vise – stabil und praktisch für Holzarbeiten

Das für mich bisher schlimmste Projekt überhaupt. Fast alles habe ich falsch gemacht.

In der Zeitschrift stand: „Der Bau der Aufsatzzange ist auch für Einsteiger leicht zu bewältigen.“
Dieser Satz ließ mich glauben, dass das Projekt schnell abgeschlossen sein würde – doch weit gefehlt. Tatsächlich habe ich die Aufsatzzange zweimal bauen müssen, bevor sie funktionierte. Zu den Einzelheiten gehe ich am Ende dieses Beitrags noch genauer ein.

Oft hätte ich während der Arbeit einen Schraubstock gebrauchen können. Einen richtigen habe ich mir aber nie gekauft – der Platz war immer zu knapp. Wohin damit?

Vor kurzem bin ich auf ein Video in Youtube gestoßen, in dem eine solche Aufsatzbank vorgestellt und gebaut wurde. Dieses Modell erschien mir platzsparend, flexibel und deutlich praktikabler für meine Werkstatt.

Moxon Vise

Buche-Leimholz keilgezinkt

Als die Zeitschrift mit dem Bauplan erschien, sah die Marktsituation im Holzbereich noch deutlich anders aus. Heute ist es nicht einfach, Buchenleimholz mit durchgehenden Lamellen zu finden. Daher entschied ich mich für keilgezinktes Buchenleimholz – deutlich günstiger als Eichenleimholz. Beide Holzarten gehören zudem zur selben Familie, sodass die Stabilität und Optik vergleichbar sind.

Dieses Mal ließ ich die Teile gleich zuschneiden, was die Arbeit erheblich erleichtert und ein sofortiges Beginnen des Baus ermöglicht. Die zugeschnittenen Teile entsprechen exakt der Bauanleitung.

Natürlich darf ich den Bauplan der Zeitschrift hier nicht veröffentlichen. Ich habe die Aufsatzbank daher für mich selbst in SketchUp nachkonstruiert, um eine genaue Orientierung zu haben.

Da ich das Holz erst am nächsten Tag verarbeiten wollte, habe ich die Platten unter Zwingen gesetzt. Buchenholz neigt bekanntlich stark zum Verziehen – manchmal schon beim Hinschauen.

 

Grundplatte

Moxon Vise

Hinrnleisten

Beide Platten haben die gleichen Maße.
Allerdings soll die untere Platte an den Seiten länger sein um mit Zwingen am Arbeitstisch befestigen zu können. Deshalb habe ich Hirnleisten angebracht. Diese Leisten verringern auch das Schüsseln der Platte.
Angebracht mit Lamellos und dann verleimt.

Moxon Vise
Moxon Vise

Abrunden der Ecken

Muss nicht sein, sieht aber besser aus.
Eigentlich habe ich das KREG-Frässchablonenset für Ecken. Ich habe es einmal benutzt und sofort festgestellt, dass dieses Set das Katalogpapier nicht wert ist! Werde ich wegwerfen. Meine selbstgemachte Frässchablone ist viel besser und kostet außer etwas Arbeit nichts. Mit dieser Schablone habe ich die Ecken mit einem Radius von 50 mm abgerundet.

Moxon Vise
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Vorbohren

Die untere Platte wird angeschraubt. Dazu habe ich alle Löcher vorgebohrt und versenkt.

Die Querträger haben zwar eine theoretische Höhe von 88 mm, aber nicht alle Teile sind gleich dick. Ich habe die Querstreben in der Höhe um 1mm gekürzt, also auf 87mm. So passte alles perfekt zusammen.

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Deckplatte

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Lamellos für die Stützen

Die Stützen werden durch Lamellos zentriert. So werden die Stützen beim Verleimen und Verschrauben sicher in der richtigen Position gehalten.
Ich verwende dazu 20er Lamellos und fräse mit der Lamello Zeta P2. Das geht viel einfacher als mit der Festool DF 500.

Moxon Vise
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Tischlöcher für Bankhelfer

Der damalige Konstrukteur hat in seiner Konstruktion 19mm-Bohrungen gemacht. Diese Größe passt für meine Festool-Helfer nicht. Ich brauche 20mm Bohrungen. Was allerdings hier ein Problem sein wird. Wie auch immer. Diese Bohrungen (nicht alle) konnte ich nicht dem Bosch Bohrständer einbringen.
Eine Reihe musste ich manuell mit dem Akkuschrauber bohren, das der Bohrständer die Ausladung nicht hat.

Moxon Vise
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Eine Reihe musste ich mit einem Akkuschrauber manuell bohren. Mit der Zeit bekommt man ein ungefähres Gefühl für eine fast senkrechte Bohrung.

Die Forstnerbohrer von Festool sind wirklich sehr gut.

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Nut für die C-Nut-Schiene fräsen

Die C-Nut-Schine ist 17mm breit und 11mm hoch. Soll ich in einem durch fräsen oder mache ich das in 2 Schritten?
Bei 2 Schritten werde ich sicher eine winzige Kante in der Nut sehen. Aber ds ist egal, denn die Schiene wird das verdecken.
So habe ich in 2 Schritten gefräst. Erst 6mm, dann die restlichen 5mm. Passt genau.

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Stützen

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Zuschnitt

Die Teile für die Stützen habe ich nur grob zuschneiden lassen. Das Istmaß erhält man erst bei der Montage.
Zunächst habe ich die Stützen mit der Tischsäge auf 88m Höhe geschnitten. Theoretisches Maß bei exakter Plattendicke von 26mm.
Mittels Test zwischen Ober- und Unterplatte mit Vorderzange habe ich das passende Maß ermitteln können. Es sind 87mm. Nicht viel weniger, doch unbedingt notwendig.

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Vorderzange (beweglich)

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Doppeln

Die vordere bewegliche Zange muss gedoppelt werden. Dazu werden einfach zwei gleichgroße Teile miteinander verleimt.
Damit dies Teile beim Verleimen nicht verrutschen habe ich 3 Lamellos für die Zentrierung eingebaut. So geht das Verleimen wesentlich einfacher.
Die Verleimung habe ich unter vielen Schraubzwingen 3 Stunden trocknen lassen.

Moxon Vise
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Fasen

Nach dem Bohren und Schleifen habe ich eine Fase rundherum gefräst.
Nicht feste drücken und nicht zu langsam führen. Sonst gibt es Brandflecken auf dem Holz, die immer sehr schwer zu entfernen sind.

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Innenzange (fest)

 

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Vierkantmutter einbauen

Die Zange erhält eine Doppelung an den Enden um die Gewindestange sicher zu befestigen. Anders als im Video habe ich es über eine Verschraubung vorher gelöst. Ich bohre und stemme vor dem Anbau der Innenzange. So ist das viel einfacher. Außerdem verwende ich hier Vierkantmuttern. Der Mittelpunkt der Bohrung ist vorgegeben und der Umriss der Vierkantmutter mit Bleistift übertragen. Kanten mit dem Messer nachgezogen.

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Stemmen

Stemmen war nie mein Fall. Doch diese Arbeit hat mir sehr geholfen. Im Kopf hatte ich immer: so viel mit einen Schlag wegnehmen wie möglich. Immer feste drauf. Das ist aber völlig falsch. Geduld ist die Lösung. In kleineren Schritten ging das Ausstemmen absolut einfach und auch sauber. Die Vierkantmutter ist bündig mit der Oberfläche eingelassen.

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Bohrungen für die Trapezgewindestangen

Man kann gut die Mitte vom Bohren am Boden erkennen. Genau dort habe ich auch die Spitze des 19mm-Bohrers angesetzt und über eine Unterlage durchgebohrt,
Der "billige" 19er Bohrer ist wirklich Müll. Aber für die paar Bohrungen reicht der.

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Handräder bauen

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Eiche doppeln

Aus Resten vom Möbelbau habe ich 2 Platten gedoppelt. Eiche mit durchgehenden Lamellen, 20mm.
So werde ich eine Stärke von 40mm für die Handräder haben.

Moxon Vise
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Nach Aushärtung des Leims habe ich zwei Kreise mit Durchmesser von 150mm nebeneinander angerissen und die Teile grob auf der Kappsäge ausgeschnitten.
Jetzt kann sich der Bandschleifer in seiner neuen Station beweisen. Viel muss nicht mehr abgeschliffen werden.

Moxon Vise
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Rundschliff der Handräder

Eiche Vollholz ist nicht leicht zu schleifen. Zumal ich Material wegnehmen musste und nicht nur glätten.
Sicher hätte ich auch die Räder mit der Oberfräse herstellen können. Aber das Ergebnis zählt und über die Kappsäge und dem Bandschleifer war der Aufwand geringer.

Moxon Vise
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Naben herstellen

Die Handräder benötigen im angezogenen Zustand auf der Aufsetzzange einen gewissen Abstand zur Außenbacke. Diesen Abstand kann man zwar mit Unterlegscheiben erzeugen, doch die wabbeln dann einfach nur auf der Gewindestange. Die Naben habe ich mit einer entsprechend großen Lochsäge aus dem Restholz ausgebohrt.

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Kanten abrunden

Die Handräder können so nicht bleiben.
Die Kanten des Rades werden mit einem 19er Abrundfräser schön abgerundet. Dies geschieht auf dem Frästisch CMS 2200.
Ich habe einen Abrundfräser aus den USA eingespannt. In Deutschland hätte ich für diesen Fräser mindestens das Doppelte bis Dreifache bezahlt.

Der Abrundfräser hat einen Radius von 3/4 Zoll = 19,05 mm. Also mehr als passend.

Die Lochbohrer habe ich auch schon lange. Zwar Billigware, aber sie erfüllen ihren Zweck. Es gibt eben keine Lochbohrer dieser Art, die saubere Löcher bohrt. Nur hier erwarte ich das Gegenteil. Nicht das Loch sondern der Ausschnitt ist für mich wichtig.

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Das Abrunden der Handradkanten hat sehr gut funktioniert. Keine unschönen Übergänge. Der Radius wurde vollständig auf das Holz übertragen.

Leider hat der Händler in den USA keine Wendeplattenfräser. Zumindest keine, bei denen man deutsche Wendeplatten nachkaufen kann, aber die Qualität der Fräser selbst ist sehr gut.

Moxon Vise
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Vierkantmutter einbauen

Vierkantmuttern sind für dieses Projekt optimal. Besser als Sechkantmuttern.
Nur müssen die Muttern in die Handräder eingebaut werden. Die Vierkantmuttern sind 27mm hoch. Also muss ich stemmen.
Zuerst habe ich die 30er-Bohrung in der Tiefe von 27mm auf dem Bohrständer gemacht. Die digitale Tiefenangabe am Bohrständer ist sehr gut.
Dann habe ich auch gleich mit dem 19er Bohrer das Loch vollendet. Genau in das Loch der Zentriernadel des 30er Bohrers.

Moxon Vise

Die Stemmeisen hatte ich noch eine Woche vorher mit den Schleifsteinen von Temu neu geschärft. Mit gutem Beitel und neu geschärft ist das fast ein Kinderspiel. Wenn ich da nur an die "Kirschen"-Zeit denke..

Auch hier sind die Vierkantmuttern bündig zur Oberfläche und nichts wackelt oder hat Luft.

Moxon Vise
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Die Naben werden eine Mittenbohrung von 19 mm haben. Dafür musste ich den neuen Bohrer nehmen. Dieser Bohrer ist einfach Schrott. Alle 10mm musste ich den Bohrer säubern, weil er keinen Vorschub mehr annahm. Aber für die wenigen Bohrungen, die noch zu machen sind, muss es noch reichen.

Moxon Vise
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Wie befestige ich die Naben mit dem Handrad? Kleben? Nein, ich werde sie verschrauben. Dafür habe ich 4mm vorgebohrt und gesenkt. Auch den Rand werde ich nicht abrunden. Kante brechen reicht.

Moxon Vise
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Die Naben habe ich so genau wie möglich zentriert. Damit sie beim Verschrauben nicht verrutschen, habe ich die Naben mit Zwingen fixiert. Ein Aufwand, der sich lohnt.

Moxon Vise
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Damit habe ich die Handräder fertig gebaut.

Zangenleder anbringen

Die Preis- und Qualitätsunterschiede bei Waren aus Deutschland und China sind schon erstaunlich.
Bei deutschen Online-Händlern hätte ich für Leder mit einer Stärke von 0,9mm mehr als das Doppelte bezahlen sollen als bei TEMU für Leder mit einer Stärke von fast 2mm. Rindsleder.
Der Lieferweg ist lang und es dauert etwas länger. Selbst die Versandkosten sind im Preis inbegriffen.

Das Leder habe ich mit einfachem Weißleim auf die "lose" Bankzange aufgeklebt und unter Druck abbinden lassen. Überstehenden Rand abtrennen und die Bohrungen für die Trapezgewindestangen wieder öffnen...fertig.

Moxon
Moxon
Moxon Vise
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Montage

Moxon Vise

Jetzt entscheidet sich, ob die Arbeit gut oder schlecht war. Es muss alles passen.

Zuerst habe ich die Stützen unter die Deckplatte verleimt. Gar nicht so einfach. Buche verzieht sich, wenn man sie nur ansieht. Wenn man einen Schreiner ärgern will, sagt man einfach: "Das solltest du mit Buche machen...".
So war es auch hier. Trotz der Dicke von 26 mm verzieht sich die Platte.
Also habe ich die Decklatte mit Zwingen auf den geraden Tisch gespannt, um die Wölbung zu glätten. Mein Gefühl sagte mir, dass es vielleicht besser wäre, wenn ich in der Mitte der Stützen noch eine Schraubverbindung anbringen würde. Hier habe ich mit dem System "Hidden Jig" jeweils ein Loch in die Stützen gebohrt.
Die Platte sah schon gespannt sehr gerade aus, deshalb habe ich die Stützen gleich mit Lamellos verleimt.

Letztendlich war die Verschraubung nicht notwendig.

Moxon

Die Lamellos sind nicht zentriert in der Mitte der Stützen. Das schadet nicht, denn die Lamellos fixieren nur die Stützen.

Nach einer Stunde Abbindezeit konnte ich die Zwingen wieder entfernen und mit dem Boden weiter machen.

Moxon Vise

Der boden ist nicht verleimt!

Zwar hat die Bodenplatte vorn 5 Lamellos, doch schiebe ich diese in die Nuten der Frontzange und verschraube die Bodenplatte mit 50er Schrauben.

Dazu habe ich aber die Bodenplatte mit der Vorderzange unter Zwingen gesetzt damit es keine Lücken oder Spalten gibt.

Moxon Vise

Jetzt wird erst getestet ob alles andere passt.
Die Gewindestanken sind befestigt. Die hinteren Muttern lassen sich bequem verschrauben. Hätten ja auch Platzprobleme geben können.

Moxon Vise

Die Zange lasst sich problemlos festziehen und auch alle anderen Hilfsmittel passen in Löcher und Schienen.

Moxon Vise

Jetzt sieht man den Sinn der "Langlöcher in der Hinterzange.
Auch wenn die Zange etwas schräg geht, lässt sie sich noch immer leicht in die richtige Lage bringen.

Moxon Vise
Moxon Vise

Holz ölen

Moxon Vise

Die lästige Arbeit.

Das Ölen selbst dauert ja nicht so lang. Aber ich muss mit alle weiteren Arbeiten warten bis das Öl trocken ist.
Da habe ich die Zeit genutzt um das Pflaster zu reinigen.

Einzelheiten / Zusatzinformationen

Holz

Zum Zeitpunkt der Ausgabe 50 der Zeitschrift Holzwerker lag der Preis für Buchenleimholz mit durchgehenden Lamellen noch im normalen Preisbereich.
In den letzten 3 Jahren hat sich der Preis für Buchenleimholz mindestens verdoppelt. Aus meiner Sicht sind die Holzhändler auf den Zug der eigenen Preiserhöhungen aufgesprungen. Am Einkaufspreis kann es nicht liegen, denn das Holz, das ich beim Holzhändler kaufen wollte, lag dort schon mindestens 4 Jahre.
Deshalb hatte ich mich zunächst für Bangkirai-Glattkantbretter entschieden und diese verbaut. Das war ein totaler Reinfall. Es ist nicht einfach, aus Bangkirai Leimholz herzustellen, und auch das Aufdoppeln ist nicht einfach. Außerdem reichte die Nettostärke von 24 mm für die Konstruktion nicht aus.

Hier habe ich Buchenleimholz 26mm verwendet. Preis für das Holz ca. Euro 90,00

Beschläge Moxon Vise

Natürlich wollte ich die gleichen Beschläge wie im Video beschrieben.
Im Internet habe ich sie auch gefunden. Bei AliExpress ! Zum Preis von Euro 46,67. Allerdings sind die Versandkosten höher als der Kaufpreis: Euro 53,00 ! Es muss doch eine Alternative geben.
Ja, die gibt es. Man könnte die Mutter der Gewindestange in die Bohrung einer kleinen Hantelscheibe einschweißen. Dazu braucht man aber passende Sechskantmuttern, Hantelscheiben und Gewindestangen. Alles zusammen aber auch wieder um die Euro 100,00
Oder man bestellt sich Trapezgewindestangen mit Vierkantmuttern und baut die Handräder selbst. Genau das habe ich gemacht. Preis: Euro 60,00 !

Die Trapezgewindestangen und Schrauben sind von erstklassiger Qualität.

Bohrer

Die 19 mm Bohrungen in den Zeichnungen vom Konstrukteur haben mich zunächst nicht irritiert. Nur hatte ich keinen 19er Bohrer.
Bei Amazon kaufte ich dann einen mittelpreisigen Forstnerbohrer für Euro 12,00. Müll!
Nun war ich die Qualität der Forstnerbohrer von Festool gewohnt und erwartete eine ähnliche Qualität des neuen Bohrers. Aber nein. Für wenig Geld gibt es keine wirkliche Qualität. Obwohl ich den Preis der Festool Forstnerbohrer auch sehr hoch finde.

Nachdem ich eine Probebohrung mit dem neuen Bohrer gemacht hatte, musste ich feststellen, dass die Bohrungen für meine Tischhaken und andere Hilfsmittel zu klein sind. Es müssen 20mm sein.
Heute, kurz vor Fertigstellung fiel mir ein, dass ich bspw. meine Tischzwingen gar nicht mit der Aufsetzbank benutzen kann. Außer in der C-Nut-Schiene. Die Tischplatte ist mit 26mm einfach zu dick um die Zwingen in die Bohrungen schieben zu können. Na ja, es ist ja eine Schiene da.

Allerdings gäbe es für dieses Problem eine Lösung. Die Löcher von unten auf 40mm aufbohren bei einer Tiefe von 7mm. Dadurch ergibt sich ein passender Winkel für die Zwingen und sie passen wieder. Habe ich aber nicht gemacht.

Alle Bohrungen haben nun einen Durchmesser von 20mm.

Leder

Das Leder musste ich extra kaufen. Online bei TEMU.
Das wollte ich eigentlich nicht bei TEMU kaufen, sondern in einem deutschen Onlineshop.
Aber das macht keinen Sinn. Erstens werden dort Mondpreise für echtes Leder verlangt und das angebotene Leder ist nur 0,9 Millimeter dick!!!

Bei TEMU habe ich für ausreichend dickes Rindsleder Euro 15,00 inklusive Versand bezahlt. In Deutschland für dünnes Leder Euro 49,90,
Je mehr ich die Preise der deutschen Anbieter mit denen von TEMU vergleiche, desto mehr habe ich das Gefühl, in Deutschland über den Tisch gezogen zu werden.

Materialkosten

Buchenleimholz 26mm keilgezinkt Euro 90,00

  • Trapezgewindestangen und 4 Vierkantmuttern 18x4 Euro 60,00
  • Leder Euro 17,00
  • C-Nut-Schienen 1 Meter Euro 7,00
  • Kleinmaterial wie Schrauben, Öl etc. Euro 6,00

Bis jetzt Euro 180,00

Sollte jemand Interesse an dieser Aufsetzzange haben..In meinem kleinen Shop biete ich diese Aufsatzbank einschl. Werkbank sehr günstig. Als gebraucht und nur bei Selbstabholung.

 

Moxon Vise
Moxon Vise
Moxon Vise
So baust du einen stabilen Sägebock selbst

So baust du einen stabilen Sägebock selbst

Sägebock selber bauen

So baust du einen stabilen Sägebock selbst

Sägeböcke oder Holzböcke werden immer wieder für Holzarbeiten benötigt.

Früher bin ich in den Baumarkt gegangen und habe mir für knapp 5 Euro einfache Tapezierböcke gekauft. Sie bestehen aus Fichtenholz und sind nicht besonders stabil. Für einen Tapeziertisch und wenig Gebrauch völlig ausreichend – für schwerere Stücke aber völlig ungeeignet.

Den ersten wirklich vernünftigen Sägebock habe ich bei meinem Holzhändler gekauft – für damals 55 Euro. Viel Geld, aber heute weiß ich: Für diese Qualität war der Preis absolut gerechtfertigt.

Holzbock

gute Qualität

Dieser Sägebock ist schon einige Jahre alt und stand immer draußen am Zaun.

Damals habe ich zwei Stück gekauft. Jetzt reichen sie aber nicht mehr aus – ich brauche zusätzliche Sägeböcke, um das Holz besser lagern zu können.

Der Holzhändler hatte keine mehr vorrätig, und die Preise wären auch gestiegen. Also: selbst bauen! Was braucht man dafür? Holz und Beschläge.

Die Beschläge konnte ich beim Holzhändler kaufen – kleines Geld. Für den Bock selbst habe ich Lärchenbalken 27 × 145 mm besorgt.

Holzbock

Zuschnitt

Da ich eine Originalvorlage hatte, war der Zuschnitt sehr einfach: Maße genommen, gesägt, abgelängt, gefast, gefräst, abgeschrägt und geschliffen.

Für die Verbindung der Querbalken habe ich mich für Festool DOMINOs entschieden. Verleimt wurde mit PUR-Leim.

PUR-Leim wird wegen seiner Wasser- und Füllfähigkeit oft über den grünen Klee gelobt – was meiner Meinung nach übertrieben ist. Früher durfte dieser Leim nicht an Privatpersonen verkauft werden, und bei der Verarbeitung sind Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Vielleicht machte das ihn so begehrt. Vorteile gegenüber einem guten Holzleim Typ 3 hat er meiner Erfahrung nach jedoch nicht.

Holzbock

PUR-Leim

PUR-Leim ist nach dem Aushärten genauso stabil wie jeder andere Holzleim – nur die Nacharbeiten sind deutlich aufwändiger.

In meinem Fall konnte ich die Leimreste noch problemlos mit Japansäge und Stechbeitel entfernen. Wäre das ein richtiges Möbelstück geworden, wäre die Nacharbeit deutlich schwieriger gewesen.

Zum Zeitpunkt des Baus wusste ich all das allerdings noch nicht – und ich glaube auch nicht alles, was im Internet erzählt wird. 

Holzbock

Holzverbindung

Für Schlitz- und Zapfenverbindungen war ich bisher zu faul – und außerdem habe ich es noch nie wirklich gemacht, weil es bisher nie verlangt wurde. Das werde ich sicher ändern!

Früher gab es weder Lamellos noch DOMINOS oder andere Dübel. Da musste sich der Schreiner etwas einfallen lassen.

Manchmal sind sichtbare Holzverbindungen nicht nur erwünscht, sondern sehen auch gut aus und werten ein Möbelstück optisch auf. Nur bei Sägeböcken brauchen wir das natürlich nicht.

Holzbock

Beschläge

Es handelt sich um einfache Scharnierbeschläge, die verschraubt werden.

Natürlich könnte man auch normale Holzschrauben verwenden, aber die würden dem zu erwartenden Druck und Gewicht nicht standhalten.

Also habe ich die Verbindung mit Schlossschrauben und Unterlegscheiben gelöst.

Der Sägebock ist fertig – ohne Farbbehandlung, schließlich soll er ja nicht ins Wohnzimmer. Die Kosten für Holz und Beschläge lagen bei etwa 18 Euro.

Holzbock
Holzbock
Holzbock
Lamello P‑14 / P‑15 von TEMU – Test & Erfahrungen

Lamello P‑14 / P‑15 von TEMU – Test & Erfahrungen

Lamello P-14 / P-15 von TEMU aus China

Lamello P‑14 / P‑15 von TEMU – Test & Erfahrungen

Ich habe lange warten müssen – China liegt ja nicht um die Ecke.

Ich arbeite sehr gerne mit der Lamello ZETA P2 und dem System P-14 / P-15. Der einzige Nachteil: der hohe Preis der Elemente bei deutschen Anbietern.

Also habe ich das Geld riskiert und beide Varianten bei TEMU in China bestellt.

P-14 / P-15

lohnt sich TEMU für Holzwerker?

Beide Verbindungen – sowohl P-14 als auch P-15 – halten einwandfrei, und der Inbusschlüssel passt problemlos.

Ich habe schon oft in TEMU gestöbert, um brauchbare Teile für die Holzbearbeitung zu finden. Immer wieder stolperte ich über den TEMU-Preis und dachte: „Dieser Preis ist unmöglich – im Vergleich zu den Anbietern in Deutschland!“

Dann fragt man sich natürlich, woran das liegen kann. Mehr als 50 % günstiger – und trotzdem brauchbar.

Lamello P-14 / P-15 von TEMU aus China

Mein Fazit

Die CLAMEX kosten bei TEMU nur 0,31 € pro Paar, die TENSO 0,36 € pro Paar.

Im Sautershop kostet ein Paar CLAMEX 1,63 €, der TENSO knapp 1,00 €. Das ist das Fünffache gegenüber TEMU – kaum zu glauben!

Seitdem schaue ich, bevor ich etwas für mein Hobby kaufe, zuerst bei TEMU nach.
Allerdings: die Preise sind tagesabhängig.

Spannrahmen im Einsatz – perfekte Werkstückspannung mit CMS OF‑2200

Spannrahmen im Einsatz – perfekte Werkstückspannung mit CMS OF‑2200

Frästisch Rahmen

Spannrahmen im Einsatz – perfekte Werkstückspannung mit CMS OF‑2200

Vorab: Diese Idee stammt nicht von mir. En Tischlermeister , der im Internet sehr bekannt ist, hatte diesen Rahmen vorgestellt.
Ich habe seinen Beitrag dazu nicht mehr gefunden. Ich habe aber noch Fotos vom Bau und kann mich noch an Details erinnern.

Ein Besucher meiner Webseite hatte mich um Informationen gebeten, da ich kürzlich den Bau eines Fräsanschlages für die CMS von Festool beschrieben hatte.

Frästisch Rahmen

Ahorn als Grundlage

Vom Wohnzimmertisch hatte ich noch Reste von Ahorn. 30mm dick.

Der Querschnitt des Rahmens beträgt 30x30mm. Die Maße selbst sind durch den vorhandenen Rahmen des Festool CMS OF 2200 vorgegeben.
Es ist gut, dass die Innenseite des Festool-Rahmens einen 90-Grad-Winkel hat. Allerdings muss der Holzrahmen asymmetrisch geschnitten werden, um die Kräfte beim Spannen gleichmäßig zu verteilen.

Frästisch Rahmen

Befestigung des Rahmens

Diese "Schrägen" habe ich mit der Bosch-Tischsäge geschnitten. Eigentlich mehr nach Gefühl.
Ahorn lässt sich sehr gut bearbeiten. Kaum Ausrisse und immer eine glatte Oberfläche.
Der Alurahmen des Frästisches ist relativ dick, so dass man gut Blechschrauben zur Befestigung des Holzes verwenden kann.
Die Löcher im Holz habe ich mit meinem Bosch-Bohrständer gebohrt. So sind sie mit einer Vorlage ausrissfrei und senkrecht.

Frästisch Rahmen

Befestigung des Rahmens

Die Löcher im Aluminiumrahmen müssen entsprechend vorgebohrt werden. Nach dem Bohren der Löcher in den Holzrahmen.
Durch die Löcher im Holz habe ich den Rahmen vorgebohrt. Eng anliegende Löcher. Der Holzrahmen wird mit Blechschrauben im Aluminiumrahmen befestigt. Den Überstand der Schrauben unter dem Rahmen habe ich mit der "Flex" geglättet.
Jetzt passt der Rohrahmen und es fehlen nur noch die T-Nut-Schienen. Diese gibt es sehr günstig im Internet. Nicht in den bekannten Fachgeschäften, dort ist der Preis meist doppelt so hoch.

Frästisch Rahmen

Die T-Nut-Schiene wird ebenfalls mit Senkschrauben in ausreichender Anzahl befestigt. Die Bohrungen in den T-Nut-Schienen sind natürlich versenkt. Die Schrauben dürfen die Bewegung der Schraubenköpfe nicht behindern.

Die Höhe des Holzrahmens mit T-Nut-Schiene sollte die Oberfläche des Frästisches nicht überschreiten. Es ist aber kein Problem, wenn der Holzrahmen 1 bis 2 mm tiefer liegt.

cms
cms
cms

Vielleicht noch ein Wort zum Festool CMS: Damals war es eines der besten Systeme auf dem Markt.

Ja, ich hatte mir auch die sogenannte CMS-Tischkreissäge (CMS TS 55) zugelegt, in der Annahme, die eingesetzte Tauchsäge auch für andere Zwecke nutzen zu können. Doch die CMS hat sich stark verändert: moderne Festool-Tauchsägen passen nicht mehr unter die „alte“ CMS, und die CMS wird heute nicht mehr neu verkauft.

Den CMS-Frästisch habe ich behalten, weil er meine Anforderungen als kleiner Holzwerker voll erfüllt. Ich hatte bereits einen Nachbau aus der Zeitschrift Holzwerken fertiggestellt, musste aber feststellen, dass dieser Frästisch (meiner Meinung nach) einfach Schrott ist.

Ein Frästisch ist praktisch für kleinere Arbeiten, kommt aber nicht an eine einfache Tischfräse heran. Wenn ich mehr Platz hätte, wäre das meine nächste Maschine.

Dieser Frästisch ist ein Albtraum – Erfahrungen & Warnung!

Dieser Frästisch ist ein Albtraum – Erfahrungen & Warnung!

Frästisch

Dieser Frästisch ist ein Albtraum – Erfahrungen & Warnung!

Kein Holzwerker kommt an diesem Thema vorbei: Auch ich hatte damals (2017) den großen Wunsch, einen eigenen Frästisch zu besitzen.

Zunächst ging ich davon aus, dass ein Selbstbau deutlich günstiger wäre als ein fertiges Modell. Also kaufte ich mir zwei Ausgaben der Zeitschrift Holzwerken mit entsprechenden Bauplänen und begann, den Frästisch nachzubauen.

Das Material ließ ich mir grob beim Holzhändler zuschneiden; die Feinarbeiten erledigte ich anschließend in meiner eigenen Werkstatt. Das in der Fachzeitschrift empfohlene Zubehör bestellte ich – wie vorgeschlagen – bei den angegebenen Lieferanten. Rückblickend war das ziemlich teuer, aber damals kannte ich es nicht anders.

Nachdem schließlich alle Teile vorhanden waren, baute ich den Frästisch Schritt für Schritt nach Vorlage zusammen.

Frästisch

Im Nachhinein war es keine gute Idee

Warum wollte ich überhaupt einen Frästisch? Ganz einfach: Ich kam mit der Handoberfräse nicht richtig zurecht. Also dachte ich, mit einem Frästisch würde alles besser. Doch das war ein Trugschluss.

Wenn man die Oberfräse nicht sicher beherrscht, ändert auch ein Frästisch daran nichts. Die grundlegenden Probleme bleiben – nur die Arbeitsweise ist eine andere. Ein Frästisch ersetzt keine Erfahrung, kein Gefühl für das Werkzeug und keine saubere Technik.

Rückblickend hätte ich besser zuerst gelernt, die Oberfräse richtig zu beherrschen, statt auf eine vermeintliche Abkürzung zu setzen.

Frästisch im Eigenbau – lohnt sich der Aufwand wirklich?
Eine praktische Bewertung von Kosten, Nutzen und Erfahrungen. Dies ist nur meine persönliche Einschätzung.

Als der Frästisch schließlich fertig aufgebaut vor mir stand, stellte sich mir die Frage: Warum habe ich mir nicht gleich einen fertigen Tisch gekauft?

Die Kosten für die vielen Einzelteile – Multiplexholz, Schienen, Schrauben, Griffe, Einlegeplatte, Leitungsschutzschalter, Rollen usw. – standen in keinem sinnvollen Verhältnis zum Ergebnis.

Fazit: Meiner Meinung nach ist dieser selbstgebaute Tisch nicht einmal für semiprofessionelles Arbeiten geeignet.

  • Die Anschläge sind nicht tiefenverstellbar.

  • Die Schubladen sind unpraktisch: sehr klein, aber unnötig hoch.

  • Die Höhenverstellung mit dem Wagenheber habe ich später durch eine schraubbare Höhenverstellung von Festool ersetzt.

  • Außerdem benötigt der Tisch sehr viel Platz.

Warum habe ich ausgerechnet diesen Frästisch nachgebaut und keinen anderen?
Weil ich der Fachzeitschrift Holzwerken vertraut habe. Sie sollte eigentlich die Interessen von Holzwerkern vertreten, oder? Nach meinen Erfahrungen ist das nicht der Fall. Vielmehr steht der Kommerz im Vordergrund.

Seit Jahren beobachte ich den Inhalt der Zeitschrift (ohne sie zu kaufen):

  • Ein großer Teil besteht aus Werbung, teils implizit, teils explizit.

  • Viele Themen wiederholen sich nach ein oder zwei Jahren.

  • Die empfohlenen Bücher für Schreiner sind oft veraltet oder wenig spannend.

  • Von praktischem Möbelbau ist kaum etwas zu finden.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich habe den Tisch wieder zerlegt und die brauchbaren Teile im Internet verkauft.

Heute arbeite ich mit einem Festool CMS OF 2200 – ein völlig anderes Niveau:

  • Hervorragende Absaugung

  • Präzises Einspannen der Fräser

  • Beste Höhenverstellung

  • Platzsparend und sicher

Frästisch
Frästisch selber bauen