Stabiles Gartentor selber bauen – so gelingt es
An der Seite unseres Ferienhauses soll ein Blickfang entstehen, der gleichzeitig die Einsicht auf den hinteren Teil des Hauses verhindert.
Allerdings soll der Durchgang für unseren Hund weiterhin möglich sein, und das Tor muss sich leicht öffnen lassen.
Die Konstruktion habe ich zunächst in SketchUp geplant. Auf Grundlage des Entwurfs konnte ich anschließend das passende Holzmaterial einkaufen.
Dieses Mal verwende ich kein Tropenholz, da ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich das Tor später vielleicht noch einmal anders bauen werde.
Materialzusammenstellung
Die Pfosten möchte ich fertig kaufen, also kein Leimholz selbst herstellen müssen.
Mein Holzhändler bietet eine große Auswahl an Pfosten an. Ich habe mich für Douglasie entschieden. Das ist zwar nicht das hochwertigste Holz für Pfosten, aber nach einer guten Lackierung sollte es dennoch mehrere Jahre halten.
Aus dem hier abgebildeten Block von Pfosten habe ich drei Stück ohne äußerliche Makel ausgewählt. Und ja: unbehandeltes Holz sieht nach einigen Jahren draußen genau so aus.
Der Rest des Holzes wird Fichte sein.
Pfosten vorbereiten
Douglasie lässt sich recht gut verarbeiten und hat nur sehr wenige Äste oder versteckte Harzgallen.
Trotzdem muss das Holz gut vorbereitet werden. Zunächst habe ich die Pfosten grob geschliffen und anschließend die Zierrillen sowie die Fasenlängen angezeichnet.
Danach wurden die Pfosten auf der Festool Kappsäge KS 120 abgelängt und für die Pfostenschuhe eingekerbt. So stehen die Pfosten etwas tiefer und es entsteht kein „Stelzeneindruck“. Die Pfostenschuhe werden anschließend auf das Pflaster aufgeschraubt.
Rillen fräsen
Die Rillen haben keinen konstruktiven Zweck, sie dienen ausschließlich der optischen Aufwertung.
Hierfür setze ich die Festool OF 1010 mit einem Halbrundfräser ein – ähnlich wie bei den Schneidebrettern für die Saftrille.
Die Oberfräse führe ich dabei über einen Längsanschlag, um eine gleichmäßige Führung zu gewährleisten.
Ausklinken für die Pfostenschuhe
Normalerweise sitzt der Pfosten auf der oberen Kante des runden Bereichs des Pfostenschuhes. Das war mir jedoch zu hoch, deshalb habe ich den Pfosten unten ein Stück ausgeklinkt. So fällt er etwas tiefer und wirkt optisch deutlich ansprechender.
erste Grundierung
Die beiden Pfosten, die in Pfostenschuhen stehen, sind nun grundiert und müssen vollständig durchtrocknen, bevor sie lackiert werden.
Der dritte Pfosten wird in Zement gesetzt, da an dieser Stelle kein Pflaster vorhanden ist.
Und ja, ich kenne den Faulvorgang bei im Boden eingesetztem Holz. Es soll hier nicht für die Ewigkeit halten.
Torrahmen
Der Torrahmen wird aus einem Fichtenrahmen mit einer Füllung gefertigt. Die Fichte ist 45 mm dick, die Füllung 19 mm.
Die Holzverbindungen werden mit SIPO-Dübeln gesichert. Eine Überblattung wollte ich aus Zeitgründen hier nicht verwenden.
Der Schlosskasten nimmt das Kastenschloss auf und muss entsprechend tief gestemmt werden.
Die Füllung besteht aus zusammengesetzten Nut-und-Feder-Brettern, die für Stabilität und gleichmäßiges Aussehen sorgen.
Schutzrand oben
Dieser Schutzrahmen schützt nicht nur die obere Kante des Tores vor Nässe, sondern wertet gleichzeitig die Optik deutlich auf.
Für den Rahmen hatte ich noch ausreichend Meranti vorrätig, das ich schräg auf der Tischsäge zugeschnitten und auf dem Frästisch genutet habe.
So passt es exakt auf die Oberkante des Tores und den Seitenspiegel.
Falzen
Die Füllung soll bündig mit dem Außenrand des Rahmens abschließen.
Diesen Falz habe ich mit einem Falzkopf auf dem Frästisch in die Fichte gefräst. Die Ecken wurden anschließend mit dem Stechbeitel sauber gestemmt.
Nach all diesen Vorarbeiten habe ich alle Holzteile grundiert und mit SIKKENS-Lack lackiert.
Nur durch diese sorgfältige Vorbehandlung hält dieser Zaun über viele Jahre hinweg.
Beschläge
Die Beschläge für dieses Gartentor bestehen aus einfachen, langen Bändern mit Kloben.
Das Kastenschloss wird vermutlich nach einigen Jahren gewechselt werden müssen, da es nicht aus Edelstahl gefertigt ist.
Die Drückergarnitur ist eigentlich nicht für den Außenbereich konzipiert, besteht jedoch aus Aluminium, und bei anderen Installationen hatte ich damit bisher keine Probleme.
Der Drehknauf wirkt zwar optisch ansprechend, ist bei Regen jedoch sehr unpraktisch, da die Finger abrutschen. Eine normale Klinke wäre hier deutlich funktionaler.

















