Tischlampe mit Ahornständer
Licht und Leuchten braucht man eigentlich immer irgendwo.
Vom Wohnzimmertisch hatte ich noch ausreichend Ahorn-Vollholz übrig. Nicht, weil ich falsch kalkuliert hätte, sondern weil dieses Holz als Rohware in zu verarbeitende Stücke geschnitten wurde. Das Leimholz habe ich anschließend selbst hergestellt.
Nun verarbeite ich dieses mehr als angenehme Holz zu einem Ständer für eine Tischleuchte.
Ahorn ist hart, zäh und abriebfest. Er lässt sich gut drechseln, schnitzen und polieren. Polieren werde ich ihn nicht, aber beizen und lackieren.
Die Bohlen mussten abgerichtet, gefügt und gehobelt werden. Das kann ich selbst nicht, habe aber die Möglichkeit, dies privat machen zu lassen.
Ahorn ist von Natur aus sehr hell. Es gibt nicht viele Anwendungen, bei denen Ahorn ohne farbliche Behandlung eingesetzt wird. Angeblich lässt er sich leicht beizen – meine Erfahrungen sind allerdings ganz andere.
Zuschnitt der Einzelteile
Bei diesen kleinen Teilen war es mir möglich, die Stücke auf der Festool-Kappsäge KS 120 zuzuschneiden.
Ahorn bietet sich dem Sägeblatt förmlich an. Die Säge hinterlässt keine Ausrisse – na gut, ein scharfes Sägeblatt sollte natürlich montiert sein. Dazu habe ich bereits einen Beitrag über eine gute Alternative zu den teuren Festool-Sägeblättern veröffentlicht.
Die Ecken der Deckplatte ebenso wie die des Bodens haben eine große Abrundung. Für solche Fälle war ursprünglich der KREG-Frässchablonensatz gedacht, den ich damals teuer gekauft hatte. Dieser hat sich jedoch als wirklicher Schrott herausgestellt. Die Frässchablonen von TEMU hingegen sind dafür sehr gut geeignet.
Verbindung der Einzelteile
Eine Verschraubung verbietet sich hierbei, da die Verbindung nicht sichtbar sein soll. Dafür reicht eine normale Verleimung nicht aus.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, etwa über Lamellos, Runddübel oder das P-System von Lamello.
Hier werde ich Festool DOMINOS einsetzen. Mithilfe der Festool DF 500 habe ich die Fräsungen gesetzt. DOMINOS aus Buche sind für den Innenbereich vollkommen ausreichend.
Zuvor müssen natürlich die Durchführungen für das Elektrokabel in das Holz eingebracht werden – hier mit einem Langbohrer und der Ständerbohrmaschine von Bosch.
Tieflochbohrung
Das senkrechte „Brett“ führt die Elektroleitung vom Lampensockel nach unten durch den Boden.
Eine Ständerbohrmaschine ist dafür nicht geeignet, und manuelles Bohren mit einem 30-cm-Bohrer per Hand hätte sicher nicht das gewünschte Ergebnis gebracht.
Also habe ich einen normal langen 10-mm-Holzbohrer in den Akkuschrauber gespannt und die Bohrung jeweils von beiden Seiten angesetzt.
Mit ein wenig Erfahrung funktioniert das prima; auch wenn sich beide Bohrungen nicht zu 100 % treffen, bleibt immer noch genügend Platz für das Kabel.
Deckel fräsen für die E-Leitung
Der Boden und der Deckel benötigen Nuten für die Führung der verdeckten Elektroleitung. Lampenkabel sind normalerweise zweiadrig und baubedingt flach. Diese Art von Kabel benutze ich für den Leuchtenbau so gut wie gar nicht. Besser geeignet finde ich ein normales dreiadriges Kabel für kleine Stromstärken – auch wenn ich die „Erde“ hierbei nicht benötige.
Die Nut habe ich mit der Festool OF 1010 eingebracht.
Für die Bohrungen eignen sich die Festool-Forstnerbohrer sehr gut.
Diesen Bohrersatz habe ich schon vor Jahren gekauft und auch viel benutzt. Die Forstnerbohrer halten praktisch unbegrenzt und lassen sich – im Gegensatz zu Billigbohrern – bei Bedarf problemlos nachschärfen.
Kanten abrunden
Es gibt nur zwei Möglichkeiten, Kanten abzurunden: Entweder führe ich die Oberfräse entlang der Kanten am Werkstück vorbei, oder ich führe das Holz am Fräser vorbei.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Qualität: Bei der Handführung der Oberfräse kann es „kippeln“, während dies auf dem Frästisch nicht passiert.
Eine Fase anzubringen ist sehr einfach und verursacht optisch kaum Probleme. Das Abrunden hingegen ist etwas schwieriger. Den exakten Radius des Fräsers am Holz sauber umzusetzen, ohne einen Rand zu hinterlassen, ist anspruchsvoll.
Der Abrundfräser muss wirklich präzise eingestellt sein, und das Werkstück muss flach auf dem Tisch entlanggeführt werden. Nur dann wirken die Rundungen sauber und gleichmäßig.
Test der Verbindungen
Natürlich hatte ich beim Zusammenbau schon die eine oder andere unangenehme Überraschung: Teile passten einfach nicht, und Fräsungen waren schlicht falsch. Nicht nur war die Arbeit damit umsonst, auch das Material wurde teilweise wertlos.
Deshalb ist es sehr wichtig, die Passgenauigkeit zwischendurch zu prüfen – auch wenn die Arbeit noch so klein erscheint.
Für die Dübelverbindungen verwende ich speziell geschliffene Dübel, DOMINOS und Lamellos, die ich so bearbeitet habe, dass sie „locker“ in die Fräsungen passen. So lassen sie sich bei Bedarf einfach wieder entfernen.
Ahorn beizen
Die "Farbe" der Beize ist Geschmackssache".
Beize hat zwar eine Farbbezeichnung, wie "nussbaum dunkel", doch darauf darf man sich nicht verlassen. Auch die Farbtabellen in den Fachgeschäften passen nicht zum erwarteten Resultat. Es kommt immer auf die Holzart an, die gebeizt werden soll. Es hat lange gedauert, die "richtige" Farbe für Ahorn zu finden.
Hier benutze ich Beize von CLOU. Meiner Meinung nach, die Beste.
Diese gibt es in flüssiger Form oder auch als Pulver in kleinen Tüten.
Holzlack
Im Netz gibt es Hunderte von Videos über verschiedene Holzlacke und deren Qualität. Das finde ich gut – doch niemand sollte erwarten, dass er die gleichen Ergebnisse erzielt wie in den Videos gezeigt oder gar versprochen. Das muss jeder selbst erfahren und ausprobieren.
Von vergangenen Projekten hatte ich noch einen Holzlack von CLOU vorrätig. Teuer gekauft im Fachmarkt, im Netz gibt es ihn oft für die Hälfte des Preises.
Das Holz habe ich zweimal gebeizt, jeweils mit Zwischenschliff. Erst nach vollständiger Durchtrocknung wurde der Lack aufgetragen.
Auch hier gilt: Zwei Anstriche mit Zwischenschliff sorgen für ein sauberes und gleichmäßiges Ergebnis.
Filzgleiter für Möbel
Alle Möbel im Haus habe ich selbst gebaut – alles Vollholz oder Eiche-Leimholz. Auch diese Leuchte soll auf Echtholz stehen. Dabei ist es mir wichtig, dass sie beim Verschieben keine Kratzer auf dem Schrank hinterlässt.
Hierfür eignen sich Filzgleiter sehr gut. Sie kosten nur sehr wenig – eine Lage wie diese vielleicht gerade einmal 1,50 €.
Der Kleber der Filzgleiter hält nicht nur, weil die Leuchte ohnehin mit ihrem Gewicht darauf steht.
Unsere Wohnzimmermöbel sind alle verschiebbar über verdeckte Laufrollen. Muss nicht sein, ist aber immer wieder praktisch.
Zubehör für diesen Leuchtenbau
Man konnte gut sehen, dass der Aufwand für den Bau einer solchen Leuchte nicht sehr groß ist.
Allerdings benötigt man auch die Teile für die Beleuchtung – Lampenfassung, Gewinderohr, Muttern, Kabelschutz und ähnliches. Dieses Zubehör hatte ich einmal im Baumarkt gekauft und war sehr überrascht über die hohen Preise.
Heute kaufe ich bei einem gut sortierten Spezialhändler für Lampenzubehör im Netz – zu einem Bruchteil des Preises.
Dasselbe gilt für Lampenschirme. Für diese Leuchte habe ich einen Lampenschirm verwendet, den ich im Einzelhandel für 90 € gekauft hatte. Alle anderen Lampenschirme, die qualitativ teilweise sogar noch besser sind, beziehe ich online über einen spezialisierten Händler zu sehr günstigen Preisen.
Warum ich das so handhabe? Der Einzelhandel ist oft nicht optimal aufgestellt. Hohe Kosten für Miete, Energie, Versicherung, Berufsgenossenschaft, Mitarbeiter und Ähnliches schlagen auf die Preise durch. Wenn ich denselben Artikel online für weniger als 40 % des Ladenpreises bekomme, kaufe ich ihn dort. Liegt der Unterschied nur bei 10–15 %, unterstütze ich lieber den Einzelhandel. Dasselbe Prinzip gilt auch für Maschinen für den Holzwerker – zum Beispiel Festool.
Aber das muss jeder selbst entscheiden.










