Grundkanzel / Jagdkanzel
Während meiner fast 20-jährigen Tätigkeit als Jäger und Pächter habe ich einige Hochsitze gebaut.
Meine letzte Jagdkanzel, die „FDP“-Kanzel (für „Feudalpalast“), verfügte über alle Annehmlichkeiten, die für einen „wohnlichen“ Ansitz notwendig sind. Alles basiert auf der Grundkanzel bzw. Jagdkanzel.
Grundkanzel
Anforderungen an eine geschlossene Kanzel
Was sollte eine gute Kanzel erfüllen?
- nicht zu hoch bauen
- winddicht
- wasserdicht an Fenster und Tür
- schalldicht
- gut belüftet, aber wespen- und mäusedicht
- ausreichend Beinfreiheit
- Fußstütze
- Rückenlehne
- Ablagetisch
- blendfrei (Mond-/Sonnenblenden)
- UVV der Berufsgenossenschaft beachten
Eine Kanzel sollte immer ein Podest haben. Bei der Grundkanzel ist es über die ganze Breite und ca. 70 cm tief. Es ist darauf zu achten, dass die Bretter mit 10 mm Abstand montiert werden! Wasser muss ablaufen können.
Rutschgefahr besteht nicht nur durch Nässe, Schnee und Eis, sondern auch durch Laub.
Die besten Erfahrungen habe ich mit Rasenteppich gemacht. Beim Bau der Kanzel empfiehlt es sich, den gesamten Boden damit auszulegen. Bevor die Kanzel darauf befestigt wird!
Das Geländer besteht aus 9×9-Pfosten, die zur Befestigung am Kanzelboden im unteren Bereich abgekantet werden. Dies ist mit einer Handsäge oder sogar mit einer Kettensäge leicht zu bewerkstelligen. Zwei Pfosten werden in der Mitte geteilt und drei Pfosten werden gebogen.
Wichtig ist hier das Nageln. Schrauben können brechen. Die beiden Pfosten direkt an der Kanzel können bequem von innen mit dieser verschraubt werden. Aber nur diese! Als Leisten empfehle ich Lärchenholz. Ich habe 30×100er verwendet. Das kann man aber individuell wählen. Als konstruktiver Holzschutz werden die Reste der Siebdruckplatte verwendet. Diese werden als Dreieck zugeschnitten und auf die Pfosten geschraubt/genagelt. Bei Schrauben bitte Edelstahlschrauben verwenden.
Allerdings sind die Kanten der kleinen Platten nicht geschützt. Da hilft auch keine Farbe. Eigentlich ist ein guter Bürostuhl das Beste zum Sitzen. Man sollte keine ausgedienten Stühle nehmen. Die sind nicht ohne Grund ausrangiert! Und ein Ansitz kann schon mal zehn Stunden dauern. Mein längster Ansitz hat sogar 12 Stunden gedauert. Mit Erfolg.
Der Türanschlag ist innenliegend und muss eine Überlappung von mindestens 10 mm aufweisen. In diesen Rahmen lässt sich ein Riegel leicht einsetzen. Auf die gleiche Weise kann auch ein Fenster eingebaut werden. Das kostet fast nichts.
Die Siebdruckplatte für das Dach muss aus zwei Teilen zusammengesetzt werden, da wir nur eine Breite von 125 cm zur Verfügung haben. Die beiden Teile werden durch die Verbinder zur Kanzel zusammengehalten. Die Latten. Hier habe ich nur zwei Latten eingezeichnet, es sollten aber vier sein. Besser wären vier Latten. Vorne und hinten zusätzlich. Unverzichtbar ist außerdem die Teichfolie für das Dach. Sie sollte mindestens 1 mm dick sein. Zieht sie über den Rand und befestigt sie unter dem Dachrand mit dünnen Latten oder Alubändern! Die Latten werden dann quer zur Kanzel mit den Gegenstücken verschraubt. Tragende Teile werden genagelt. Das Holz muss trocken sein. So vermeidet man, dass die Nägel einschlagen!
Die Konstruktion in SketchUp ist ohne Maßangaben. Das kann jeder selbst mit den Maßen machen. Alles in Millimetern.







