Holzarten nur noch aus Deutschland?
Heute wird man als Holzwerker schon schräg angesehen, wenn man Tropenhölzer verarbeitet. FSC- oder PEFC-zertifiziertes Holz aus heimischem Anbau wird in der Werbung und selbst von „Umweltverbänden“ angepriesen. Dass diese Hölzer für viele Außenprojekte schlicht ungeeignet sind, interessiert dabei niemanden.
Das Forest Stewardship Council (FSC) soll eigentlich die Abholzung des Regenwaldes eindämmen. Tatsächlich geht es dort aber längst nicht nur um „teures“ Holz, sondern vor allem um den billigen Anbau von Futtermitteln wie Soja, die dann nach Europa exportiert werden.
Wie dem auch sei: Ich lasse mich von solchen Marketingkampagnen nicht beeinflussen.
Webseite mit Ökostrom?
Seit über 26 Jahren betreibe ich eine Webseite – früher nur beruflich. Ob mein Hoster seinen Strom aus Wind, Sonne oder Kernkraft bezieht, ist mir völlig egal. Wichtig sind für mich Schnelligkeit, Sicherheit und ein fairer Preis.
Behauptungen über „grünen Strom“ kann ich ohnehin nicht überprüfen. Und selbst wenn, nutzt Deutschland teilweise täglich zu 60 % Strom aus Frankreich – aus Kernkraft. Wer also glaubt, dass man hierzulande wirklich konsequent CO₂-frei surft, lebt in einer Illusion.
Nur noch E-Fahrzeuge?
Fast 30 Jahre war ich freiberuflich unterwegs – meist im Ausland, später in ganz Deutschland: Hamburg, München, Nürnberg … Da kommen einige Kilometer zusammen. Diese Strecken hätte ich damals niemals mit einem E-Auto bewältigen können.
Heute gibt es Kaufprämien von bis zu 6.000 Euro für Elektrofahrzeuge. Muss ein wirklich gutes Produkt subventioniert werden? Zumal ich als Gegner von E-Autos diese Förderung über meine Steuern mitfinanzieren soll?
Dabei bin ich elektrischen Fahrzeugen gegenüber keineswegs grundsätzlich abgeneigt: Seit über zehn Jahren besitze ich einen straßenzugelassenen Golfwagen mit Elektroantrieb, und auch ein E-Bike gehört für mich selbstverständlich dazu. Warum? Weil diese Fahrzeuge sinnvoll sind und mir im Alltag tatsächlich helfen.
Für meine Anforderungen bleibt dennoch der Diesel der umweltfreundlichste und praktikabelste Motor.
Nachhaltigkeit im Alltag – eine kleine Beobachtung
Unser Nachbar ist ein wahrer „Nachhaltigkeitsfan“: Wärmepumpe fürs Haus, große Solaranlage auf dem Dach, Bezieher von Ökostrom – und als einziges Fortbewegungsmittel ein Lastenfahrrad.
Am Montag herrschten minus 11 Grad Celsius. Es klingelte an meiner Tür, und mein Nachbar stand dort. Er fragte, ob ich zum Einkaufen fahre und ihn mitnehmen könnte – mit dem Lastenfahrrad war die Fahrt bei der Schneelage schlicht unmöglich.
Während der Fahrt fiel mir seine blasse Gesichtsfarbe auf. Er berichtete, dass die Wärmepumpe offenbar die gewünschte Innentemperatur nicht halten konnte und es auch Probleme mit warmem Wasser gab. Die Stromversorgung über die Solaranlage war durch die Schneedecke blockiert. Irgendwie tat er mir leid – ich selbst musste mein Fahrzeug nur 30 Minuten über die Diesel-Standheizung laufen lassen, um es enteisen zu können. Er hingegen schien froh, dass es wenigstens etwas warm im Haus war.
An der Kasse im Edeka sah ich seine Einkäufe: Von „Nachhaltigkeit“ oder Preisbewusstsein kaum etwas zu erkennen. Fast alles Gemüse und Obst war in Kunststoff verpackt, dazu ausschließlich die teuersten Bio-Produkte.
Hier muss ich kurz einwerfen: Ich selbst bin skeptisch gegenüber den meisten Bio-Labeln, zumal viele Produkte aus dem Ausland stammen. Als Jäger habe ich einmal nachts auf Wildschweine gewartet, als ein Trecker das angeblich „BIO“-Feld direkt vor mir heimlich mit Pflanzenschutzmitteln einsprühte. Seitdem weiß ich, wie kritisch man manche Bio-Angaben hinterfragen sollte.
Mein Nachbar hatte für seine Einkäufe fast 90 Euro bezahlt. Im Auto sprach ich ihn auf die Herkunft einiger Produkte an – er war erstaunt, darauf habe er offenbar nie geachtet.
Und genau hier beginnt für mich echte Nachhaltigkeit: Ich versuche bewusst, Produkte zu kaufen, die in Deutschland hergestellt werden – deutsche Kartoffeln, deutsches Gemüse und Obst, deutsche Butter. Qualität, Regionalität und kurze Transportwege sind für mich wichtiger als Labels oder Marketingversprechen.



