Ordnung am Grill: BBQ-Schrank einfach selbst gebaut

16. März 2026

BBQ-Schrank bauen
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Ordnung am Grill: BBQ-Schrank einfach selbst gebaut

Nachdem die Überdachung für den BBQ-Platz fertiggestellt war, fehlte nur noch eins: Eine Lösung zum Kochen und zum Verstauen des gesamten Grillzubehörs. Kurzerhand habe ich einen neuen Schrank in SketchUp konstruiert.

Die Fronten werden im klassischen Landhausstil gefertigt, kombiniert mit einer stabilen Arbeitsplatte inklusive integriertem Gas-Kochfeld. Damit das Ganze flexibel bleibt, steht der Schrank natürlich auf Laufrollen.

Hinzu kommen noch elektrische Anschlüsse für die Steuerung des Kochfeldes.

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Materialauswahl

Obwohl der Schrank überdacht steht und vor direkter Nässe geschützt ist, bleibt er den Temperaturschwankungen im Freien ausgesetzt. Das Holz wird also entsprechend arbeiten. Man könnte nun zu teuren Harthölzern greifen – aber mal ehrlich: Ich bin Holzwerker! Wenn alle Stricke reißen, baue ich einfach einen neuen.

Meine Wahl fiel daher auf 18 mm Fichtenleimholz – schlicht, preiswert und unkompliziert zu verarbeiten. Die Arbeitsplatte stammt diesmal aus dem Baumarkt, da mein Fachhändler diese Platten leider nicht mehr im Sortiment führt.

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modularer Schrank

Der Schrank ist in zwei Hauptmodule unterteilt: Ein Element für die Schubladen und ein zweites mit Türen, das die Gasflasche aufnimmt. Der Aufbau ist bewusst einfach gehalten.

Beide Module stehen auf einer gemeinsamen Grundplatte, unter der sechs Laufrollen montiert sind. Ein Durchhängen der Bodenplatte ist ausgeschlossen – zum einen durch die mittig platzierten Rollen, zum anderen durch die stabile Verschraubung der beiden Schränke untereinander. Die Arbeitsplatte wird abschließend von unten über die schmalen Verbindungstraversen der Korpusse fixiert.

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Schubladen bauen

Die drei Schubladen bieten reichlich Stauraum – sogar schwere Grillplatten finden hier problemlos ihren Platz. Gefertigt habe ich sie, wie gewohnt einfach, aus Fichtenleimholz (die Anleitung dazu findet ihr in einem meiner anderen Beiträge).

Bei den Beschlägen habe ich mich ausnahmsweise für Rollenauszüge von Würth entschieden. Sie sind absolut zuverlässig, funktionieren bei jeder Temperatur und verzeihen auch kleine Ungenauigkeiten beim Breitenmaß der Schubladen. Dennoch wird dies mein letzter Kauf bei Würth gewesen sein, da ich das Unternehmen künftig nicht mehr unterstützen möchte.

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Rahmenfüllung fräsen

Das Fräsen mit einem Abplattfräser ist eigentlich recht simpel – vorausgesetzt, die Einstellung der Fräshöhe stimmt! Besonders wichtig ist hierbei das Innenmaß der Rahmenteile: Die Einstellung muss so gewählt werden, dass die Füllung auf der Rückseite bündig (plan) mit dem Rahmen abschließt.

Da die Fräshöhe maßgeblich die Optik der fertigen Füllung bestimmt, empfehle ich dringend ein Testholz, um sich an das perfekte Ergebnis heranzutasten. Meinen Fräser habe ich damals noch für einen stolzen Preis bei einem bekannten deutschen Online-Händler gekauft – heute weiß ich, dass man bei Anbietern wie Precisionbits.com deutlich bessere Konditionen findet.

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Rahmenteile fräsen

Die Rahmenteile fertige ich mit Konterprofilfräsern. Das Set besteht aus zwei Fräsern, deren Profile exakt ineinandergreifen – vorausgesetzt, man achtet penibel auf die Höheneinstellung. Preislich lohnt sich hier übrigens ein Blick über den Tellerrand: In den USA sind solche Sets oft zum halben Preis dessen erhältlich, was deutsche Online-Händler aufrufen.

Ein wichtiger Praxistipp für saubere Ergebnisse: Fräst immer zuerst die Stirnseiten! Da das Holz an den Kanten leicht ausreißen kann, werden diese unschönen Stellen beim anschließenden Fräsen der Längsseiten einfach sauber „mit weggenommen“. So entstehen am Ende makellose Verbindungen.

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Fronten zusammenbauen

Sind alle Teile passgenau zugeschnitten und gefräst, ist der Zusammenbau eigentlich ein Kinderspiel. Ein kleiner Trick dabei: Ich habe alle Rahmenteile bewusst 3 mm breiter aufgetrennt. Warum? Beim Verleimen entstehen fast immer minimale Überstände an den Verbindungen. Wenn man den fertigen Rahmen anschließend auf der Tischsäge oder mit der Tauchsäge auf das Endmaß ‚zurücksägt‘, erhält man absolut bündige und saubere Eckverbindungen.

Noch ein wichtiger Tipp für das Finish: Lackiert die Teile unbedingt vor dem Zusammenbau! So vermeidet ihr unschöne ‚Lacknester‘ in den Ecken, die später sofort ins Auge fallen würden.

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Fronten an die Schubladen

Für das Ausrichten und Verschrauben von Schubladenfronten gibt es verschiedene Methoden: Die einen schwören auf Doppelklebeband, die anderen auf spezielle Schubladenzwingen. Ich persönlich habe beides nie gebraucht – meine Fronten waren bisher auch ohne diese Hilfsmittel immer gerade.

Besonders wichtig bei Möbeln im Außenbereich: Behaltet die Temperaturschwankungen im Hinterkopf! Holz arbeitet draußen enorm, weshalb man unbedingt auf ein großzügiges Spaltmaß zwischen den Fronten achten sollte. So verhindert man, dass sich die Schubladen bei Ausdehnung gegenseitig blockieren.

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Arbeitsplatte mit Gas-Kochfeld

Die Arbeitsplatte habe ich mir direkt im Baumarkt ablängen lassen. Dabei fällt immer wieder die Preisgestaltung auf: Nimmt man eine ganze Platte, wirkt der Preis fair – braucht man jedoch nur ein Teilstück, steigt der Quadratmeterpreis massiv an. Da die wenigsten eine ganze Platte benötigen, ist das oft ein teurer Kompromiss.

Den Ausschnitt für das Gas-Kochfeld habe ich mit der Tauchsäge TS 60 erledigt. Das geht nicht nur schnell, sondern liefert auch deutlich sauberere Kanten als eine Stichsäge, die ich hierfür nie verwenden würde. Die Außenkanten habe ich anschließend mit meinem Kantenanleimer KA 65 professionell versiegelt. Bei den Türen kamen klassische Topfbänder zum Einsatz – wie man diese montiert, findet ihr in einem meiner früheren Beiträge.

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