Jagderlebnisse – Anekdoten

Im Jagdbereich gibt es die unterschiedlichsten Menschen und so auch Jäger. Im Laufe meiner Jagddekaden habe ich einige Jäger kennen lernen können. So gibt es bei mir die Gruppen der

  • Bettel-Jäger
  • Angeber-Jäger
  • Totschieß-Jäger
  • Möchtegern-Jäger
  • Ehrliche Jäger
Stammtisch

Der Bettel-Jäger

Zu Beginn meine Laufbahn als Jäger war der wöchentliche Stammtisch interessant. Dort trafen sich Revierinhaber in einer geselligen Runde. Ohne Teilnahme an diesen Abenden war eine Einladung zur Jagd so gut wie ausgeschlossen. Dabei gab es Jungjäger, die sich dermaßen bei den Revierinhabern anbiederten, dass es bei der Platzverteilung fast zu Gewalt unter den Jungjägern kam. Das nutzte der ein oder andere Revierinhaber natürlich schamlos aus und verlangte Gegenleistungen, die in keinem Verhältnis zu einem Ansitz standen. Gottlob hatte ich dieses Problem nicht.

Kosten Jagdschein

Der Angeber-Jäger

Das sind die Harmlosesten. Haben die neuesten Waffen mit bestem Glas, tragen nur Marken-Klamotten und exklusiven Hut und natürlich gebundenen Schal unterm Hemd. Diese Art Jäger kann man ruhig einladen, denn die schiessen meist nichts. Sie wollen ihre Kleidung nicht verschmutzen und mit der Waffe kommen sie eh nicht klar. Diese Jäger wollen auch nicht auf den Nachtansitz, denn dann fällt ja der gesellige Abend aus. Die meisten haben den Jagdschein gemacht nur um in dieser Gesellschaft dabei zu sein. Aber, genau diese Jäger kaufen sich Jagdreisen und lassen sich die zu erlegenden Stücke anbinden, damit sie nicht daneben schiessen.

Rehbock

Der Möchtegern-Jäger

Meistens liebe Zeitgenossen, die mit ach und krach den Jagdschein bestanden haben. Nur, was sie nicht können ist ein Stück nach dem Schuß zu versorgen. Ich kenn mehrere solcher Jäger. Mit zitternder Hand schiessen sie ein Stück und sitzen mindestens 30 Minuten um sich davon zu „erholen“. Bergen, Aufbrechen, aus der Decke schlagen und zerlegen muss für diese Jäger ein andere machen. Fährtenlesen Fehlanzeige. Nachts durch den Wald nur mit ensicherter Kurzwaffe, weil ängstlich.
Aber… das sind die Jäger, die nach dem Ansitz die meisten Runden in der Kneipe geben!

Der Totschieß-Jäger

Der Schlimmste von allen! Ihm ist es egal was vor die Büchse oder Flinte kommt. Ihm ist es auch egal wie er abkommt. Hauptsache getroffen! Natürlich hat man irgendwie Frust, wenn mann ohne Abschuß abbaumt. Da will man teilweise in einen Baum oder in den Boden schiessen, nur um einmal zu schiessen. Ausserden macht man den Nachbarn damit neidisch. Diese Art Jäger schiessen dann die Eichhörnchen weg und vielleicht auch noch die Bussarde. Diese werden dann schnell verscharrt. Ich habe es einmal nachgeprüft und einen erwischt. Der Bussard war nicht weit vom Hochsitz unter Reisig versteckt. Mit Kugel geschossen. Finger weg von diesen Jägern! Zu einem solcher Jäger habe ich auch einen Bericht in den Anekdoten.

Ansitz

Der ehrliche Jäger

Davon gibt es wirklich nicht viele. In meiner Laufzeit habe ich vielleicht nur 3 kennen gelernt!!!
Diese Jäger zeichnen sich auch durch großes Wissen in der Jagd aus. Die lassen lieber ein Stück stehen als dass sie ein falsches Stück schiessen. Sie sind ruhig und gelassen bei der Jagd wie auch am Tisch. Sie zeichnen sich nicht durch Markenkleidung oder besondere Waffen aus. Sie verwerten jeden Teil eines erlegten Stückes und gehen sorgsam mit dem Wildbret um. Ja, solch passionierte Jäger gibt es nur noch selten. Einer davon war der Jagdaufseher in meiner ersten Jagd als Begehungsschein-Inhaber in der Eifel. Ein Landwirt, schon in den 70ern damals. Von ihm habe ich wirklich viel gelernt.