Grundkanzel

Grundkanzel / Jagdkanzel

In meinen fast 20 Jahren als Jäger und Pächter habe ich einige Jagdansitze gebaut.
Meine letzte Kanzel, „FDP“-Kanzel (für Feudalpalast), hatte alle Annehmlichkeiten, die für einen „wohnlichen“ Ansitz nötig waren.

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Auf Wunsch kann ich die Kanzel auch bauen…!

Als Grundkanzel, im Gegesatz zur Schlafkanzel, bezeichne ich einen Jagdansitz in sehr einfacher Ausführung.
Hierbei ist zwar die Kanzel in einer geschlossenen Bauart, doch ohne besondere Extras, wie wirklich dichte Fenster und Tür, nicht gedämmt, ohne Liegefläche.

In den meisten Fällen reicht dieses Kanzel für einen angenehmen Ansitz. Vorzugsweise auf Rehwild. Für Rotwild- oder Schwarzwild-Ansitze kann man diese nicht unbedingt empfehlen.
Zum einen fehlt die Dämmung bzgl. Temperatur und auch Schall! Bei Rot- und Schwarzwild sitzt man in der Regel länger an und so ist der Sitzkomfort auch wichtig. Bei Rehwild reichen relativ kurze Ansitze. Ich habe nie länger als 1-2 Stunden für einen guten Anblick oder Schuss sitzen müssen.

Der große Vorteil bei diese Kanzel ist der schnelle Zusammenbau und Aufbau. Beides zusammen sollte nicht mehr als ein Wochenende dauern. 2 Personen und vernünftiges Werkzeug vorausgesetzt.

Der Boden ist bei allen Kanzeln der Gleiche. Nur die Größe ändert sich. So ist es auch bei dem Gerüst. Das Prinzip ist dasselbe.

Welche Punkte sollte eine gute Kanzel erfüllen:

  • nicht zu hoch bauen
  • Winddicht
  • Wasserdicht an den Fenstern und an der Tür
  • schallgedämmt
  • gut belüftet, doch Wespen- und Mäusedicht
  • ausreichender Platz für die Beine
  • Fußstütze
  • Rückenlehne
  • Anschlagtisch
  • blendarm (Mond-/Sonnenblenden)
  • UVV Berufsgenossenschaft beachten

Für die einzelnen Bauvorschläge halte ich mich dann nicht weiter mit diesen Dingen auf. 
Plan, Einkaufsliste, ungefährer Preis, Zuschnittplan…. sonst sollte nix weiter drin sein.

Eine Kanzel sollte immer ein Podest haben. Bei der Grundkanzel ist es in der vollen Breite und ca. 70 cm tief. Dabei ist darauf zu achten die Bretter mit einem Abstand von 10 mm zu montieren! Wasser muss ablaufen können.
Gefahren des Ausrutschens bestehen durch Nässe, Schnee und Eis, und auch durch Laub.
Die besten Erfahrungen habe ich dagegen mittels Rasenteppich gemacht. Beim Bau der Kanzel bietet sich da gleich an den gesamten Boden mit Rasenteppich zu belegen. Bevor die Kanzel darauf befestigt wird! 

Die Brüstung besteht aus 9×9 er Pfosten, die im unteren Bereich gefalzt sind zur Anbringung an den Kanzelboden. Dies kann man spielend mit einer Handsäge und sogar mit der Kettensäge machen. 2 Pfosten werden in der Mitte geteilt und 3 Pfosten gefalzt.
Wichtig ist hier zu nageln. Schrauben können brechen. Die beiden Pfosten direkt an der Kanzel kann man bequem von innen mit der Kanzel verschrauben. Aber nur diese! 

Als Riegel empfehle ich Lärche. Hier habe ich 30×100 er genommen. Das kann aber individuell gewählt werden. Als konstruktiven Holzschutz werden die Reste der Siebdruckplatte verwendet. Als Dreieck zugeschnitten werden diese auf die Pfosten geschraubt/genagelt. Bei Schrauben = Edelstahlschrauben.
Allerdings sind die Ränder der kleinen Platten nicht geschützt. Da hilft auch keine Farbe… 

Tatsächlich ist ein guter Bürostuhl das Beste zum Ansitzen. Nehmt keine ausgedienten Stühle. Die haben ja nicht ohne Grund ausgedient! Und ein Ansitz kann schon an die 10 Stunden gehen. Mein längster Ansitz hat 12 Stunden gedauert. Mit Erfolg.

Armauflagen fehlen noch und ein vernünftiger Sitz.

Der Türanschlag ist innen und sollte mindestens 10 mm überlappen. In diesen Rahmen kann man gut einen Riegel schieben.

Auch ein Fenster lässt sich auf gleiche Art und Weise wie die anderen einbauen. Kostet so gut wie nichts 🙂

Die Siebdruckplatte für das Dach muss zusammengesetzt werden aus 2 Teilen, da wir ja nur eine Breite von 125 cm zur Verfügung haben. Gehalten werden die beiden Teile durch die Verbinder zur Kanzel. Den Latten. Hier habe ich nur 2 Latten zur Befestigung gezeichnet. Besser sind 4 Latten. Vorn und hinten zusätzlich.
Unverzichtbar ist dann auch die Teichfolie fürs Dach. 1mm dick sollte diese schon sein. Über den Rand ziehen und UNTER dem Dachrand mit dünnen Latten, Alu-Bändern befestigen! Die Latten werden dann zum Schluß quer zur Kanzel an den Gegenstücken verschraubt. Tragende Teile werden vernagelt!! Holz muß trocken sein. Damit vermeidet man das Nachschlagen der Nägel!

Die Konstruktion in Sketchup ist ohne Maßangaben. Das kann dann jeder für sich selbst machen mit der Bemaßung. Alles in Millimetern.

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