BBQ-Schrank selber bauen

Gartenküche

geschrieben von holzwerker

29. Juli 2020

sketchup

BBQ-Schrank selber bauen

was soll ich sagen… Seit März habe ich nichts vernünftiges Posten können. Und warum? Weil doch Andere glaubten, mich in eine politische Position drängen zu können, die ich überhaupt nicht brauche und auch nicht will. Leider habe ich lernen müssen, dass es in der kommunalen Ebene im Vergleich zur Bundesebene in den Hackordnungen überhaupt keine Unterschiede gibt. Für Geld machen manche Menschen fast alles…
Diesem Sog bin ich entronnen und versuche wieder mein „altes“ Leben geniessen zu können. Wie bspw. mit Holzwerken, Wassersport und Sportschießen. Fangen wir hier wieder mit dem Holzwerken an

fertiger Schrank

Warum baue ich diesen Schrank um? Nun, er ist einfach zu hoch. Auch die kleinen Rollen sind nicht perfekt auf dem Pflaster. Der Schrank ist nur sehr schwer zu verschieben. Die „normalen“ Höhen für Möbel passen halt nicht jedem. 90 cm war der Schrank hoch. Dazu noch die Höhe des Gaskochfeldes von 5 cm. Dafür bin ich einfach zu klein. Zusätzlich sah der Schrank aus wie ein Medizinschrank. Also baue ich einen Neuen aus Fichte-Leimholz. Beschichtete Spanplatten sind ja mal ganz interessant zum Bearbeiten, doch „Echtholz“ macht mehr Spaß.

Rückwand einsetzen

Die notwendigen Teile habe ich gleich beim Holzhändler auf seiner großen Plattensäge zuschneiden lassen. Deshalb war es überhaupt kein Problem die Teile zusammen zu setzen. Allerdings habe ich alle Holzteile grundiert und auch schon cremeweiß lackiert. Die Holzverbindungen habe ich mit Lamellos realisiert. Dafür ist die Lamello Zeta einfach toll. Da der Schrank trocken stehen wird, ist ein wasserfester Leim ausreichend. Die Rückwände sind aus dem gleichen Material: Fichte-Leimholz.

Schrank Gaskochfeld

Die Arbeitsplatte, wie auch die Grundplatte, werde ich weiter verwenden. Die Grundplatte ist 18 mm Multiplex, mit weißer ABS-Kante. Der Schrank unter dem Gaskochfeld hat nur einen schmalen Rand, jeweils rechts und links zur Befestigung der Arbeitsplatte. Das Anbringen der Topfbänder zeige ich hier jetzt nicht. Viele benutzen eine Oberfräse für die Topfbänder. Wenn man aber Übung damit hat, geht es auch mit einem Akkuschrauber mühelos von der Hand.

Würth-Rollenführung

Die Schubladen habe ich auch mit dem glechen Material gebaut. Der Boden ist Rückwandplatte 5 mm. Der Boden ist eingeschoben und garantiert so auch einen Rechten Winkel. Die notwendigen Nuten habe ich auf der Tischsäge eingebracht. Der Rahmen ist mit Lamellos geleimt.
Zuerst wollte ich wieder Hettich-Rollen-Vollauszüge einbauen, doch diese waren beim Holzhändler einfach viel zu teuer. Bei Würth gab es diese für die Hälfte des Preises. Allerdings nicht von Hettich.

Probefräsung

Die Schubladenblenden sollen wieder im „Landhausstil“ gebaut sein. Dazu benutze ich den Konterprofil-Fräsersatz von Festool. Warum? Weil ich ihn habe. Wesentlich preisgünstiger sind die Fräser aus den USA. Natürlich muss ein Probestück sein. Auf dem Frästisch ist das zwar recht einfach, doch ein 10tel mm zu wenig oder zuviel eingestellt versaut das Ergebnis. Nach präziser Einstellung ist der Rest kein Problem. Wicht ist, die Stirnseiten immer zuerst zu fräsen wegen der Ausrisse.

Stirnseite zuerst

Beim Fräsen der Teile gibt es tatsächlich einige Tipps. Fichte zu fräsen ist nicht einfach. Die Gefahr von Ausrissen und vor allen wegen der vielen Äste im Holz ist groß. Mit etwas Vorsicht geht es aber gut. Auch kann man in zwei Durchgängen fräsen um weniger Material abzutragen. Mache ich aber nicht mehr. Viel wichtiger ist der richtige Anpressdruck zum Fräser und nach unten. Eventuelle Ungleichheiten kann man gut schleifen. Geschliffen werden muss eh. Das mache ich nach dem Fräsen bei allen Teilen.

fertige Rahmen

Vor dem Zusammenbau werden alle Teile geschliffen, grundiert und anschliessend mindestens zweimal lackiert. Vor der zweiten Lackschickt kommt der Zwischenschliff mit dem Schleifklotz und 220er Schleifmittel.

Probestecken

Vor dem Verleimen stecke ich alle Teile einmal zusammen um die Passgenauigkeit zu testen. Das hat mir schon viel Arbeit erspart. Zusätzliche Domino-Dübel setze ich hierbei nicht mehr. Die Rahmen halten auch ausgezeichnet nur mit Leim.

verleimte Front

Beim Verleimen muss man nur darauf achten, dass alle Teile in einer Ebene sind. In der Zwinge neigt der Rahmen dazu sich aufzustellen. Den Rechten Winkel kann man entweder auf dem Montagetisch bekommen oder aber auch durch späteres „Nachsägen“ auf der Tischsäge.

Abplattfräser

Die Füllungen lassen sich einfach mit dem Abplattfräser auf dem Frästisch anfertigen. Den notwendigen Falz habe ich mit dem Falzkopf eingebracht.

Falzkopf
letzte Front einsetzen

Das Anbringen der Fronten ist Routine. Als Abstandhalter für die Fugen sind die Plättchen der Fensterbauer sehr hilfreich. 500 Stück in verschiedenen Stärken gibt es schon für Euro 10,00 in ebay.

fertiger Schrank

Die Türen des rechten Schrankes sind mit den bereits verwendeten Topfbändern angebracht. Mit der Schablone von Hettich ist das Anbringen sehr einfach.
Die Arbeitsplatte passt, das Gaskochfeld eingesetzt und die Schränke verschraubt. Ach ja, Ein Brett aus Lärche verhindert das Herabfallen von Dingen nach hinten. Der Schrank lässt sich mit den größeren Rollen wesentlich besser verschieben und er sieht besser aus, oder?

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