ANYCUBIC KOBRA S1 – Erste Erfahrungen mit meinem neuen 3D-Drucker
Einen 3D-Drucker wollte ich eigentlich nie besitzen. Bis jetzt.
Erst bei meinem letzten Projekt – dem Bau eines Eckenfräsgeräts – wurde mir der praktische Nutzen eines 3D-Druckers wirklich bewusst. Die Herstellung der Grundplatte für die Oberfräse aus HPL hat enorm viel Zeit gekostet. Zudem war das Ergebnis nur mit großem Aufwand reproduzierbar.
Also habe ich meine Anforderungen neu definiert:
Es sollte ein einfacher, bewährter 3D-Drucker sein, der sich am Markt bereits etabliert hat. Kein Spielzeug, keine unnötigen Extras – zunächst reicht mir ein Gerät, das zuverlässig eine Farbe drucken kann.
Ein Bauraum von 250 × 250 mm bei 250 mm Höhe ist für meine Anwendungen vollkommen ausreichend. Besonders wichtig war mir außerdem eine geschlossene Bauweise, damit der Drucker staubgeschützt in der Werkstatt stehen kann.
Für präzise, wiederholbare Bauteile im Möbel- und Vorrichtungsbau eröffnet ein 3D-Drucker völlig neue Möglichkeiten – und spart langfristig viel Zeit.
In der Zwischenzeit habe ich nach Druckvorlagen für den 3D-Drucker gesucht und wurde vom Angebot an fertigen Druckdateien fast erschlagen.
Selbst Nützliches für Festool-Maschinen ist genügend vorhanden. So habe ich mich dort informiert und gleichzeitig die Momente genutzt um mich in der Slider-Software kundig zu machen. Ein sehr guter Grund für die Anschaffung eines 3D-Druckers ist auch die Möglichkeit sogenannte .STL-Dateien mit Sketchup zu erstellen um die konstruierten Teile auch ausdrucken zu können.
Das Eckenfräsgerät habe ich mit Sketchup konstruiert und es jetzt auch auf den möglichen Ausdruck auf dem 3D-Drucker anpassen können.
Das werden auch die ersten Teile und Aufgaben für den 3D-Drucker sein.
Den 3D-Drucker habe ich online bei 3DPrima.com in Schweden gekauft; bewusst ohne ACE, also den Farbdruck.
.STL nach Sketchup
Dies ist eine heruntergeladene STL-Datei, die ich nach Sketchup importiert habe. Mit dem Tool Cleaner, eine Erweiterung für Sketchup, konnte ich ein bearbeitbares Modell wieder herstellen.
Der Drucker ist da.
Nach dem obligatorischen Setup habe ich gleich den Beispieldruck eines Schiffchens gestartet. 53 Minuten musste ich darauf warten.
Dann kam die Eigenkonstruktion meiner Grundplatte Oberfräse für das Eckenfräsgerät dran.
Nach der Hälfte der Druckzeit sah es schon so aus.
Es ist schon erstaunlich, was ein solcher Drucker kann. Wenn nur die lange Druckzeit nicht wäre...
Nach 1:53 Stunden war der Ausdruck fertig.
Die Qualität ist nicht sehr gut und ich war doch enttäuscht. Allerdings ist das wohl auch ein Anfängerfehler gewesen, denn ich habe nicht nur ein "falsches" Slider-Programm benutzt sondern auch noch mit einer alten Firmware gearbeitet.
Der zweite Ausdruck war ausgezeichnet.
Noch muss ich erst verarbeiten, wie man für so wenig Geld ein solches Ergebnis erhalten kann. Das waren früher 2 Stunden Arbeit als Freiberufler...
Frässchablone für Einlassgriffe
Nach dem zweiten sehr guten Druck der Grundplatte für die DeWALT-Oberfräse, habe ich gleich meine Eigenkonstruktion einer Frässchablone für die von mir meistens verwendeten Einlassgriffe gedruckt. Aus Holz würde es Aufwand bedeuten, diese herzustellen.
Jetzt entfällt die lästige Einrichtung der Festool Frässchablone. Einfach diese festklemmen und immer die gleichen Ergebnisse zu haben ist schon beruhigend.
Mir fallen noch so viele Dinge ein...
nach 2 Stunden Wartezeit...
Ohne wirklich auf die Wandstärke zu achten, habe ich das Reduzierstück in Sketchup modelliert. Ober 45mm Innendurchmesser und unten 75mm.
Die Höhe beträgt 120mm.
Bei einer geringeren und völlig ausreichenden Wandstärke von 1,5mm hätte der Ausdruck wesentlich kürzer gedauert.
Wie auch immer. Das Teil passt perfekt! Und der Saugstrom wird nicht mehr behindert.
Kosten betragen für dieses Teil gerade mal Euro 0,80!
Angebot an meine Leser
In unseren Kreisen gibt es mittlerweile einige Anbieter, die Modelle als 3D-Drucke verkaufen. Dabei staune ich immer wieder über die aufgerufenen Preise.
Natürlich möchte sich nicht jeder Holzwerker für ein einzelnes Teil gleich einen eigenen 3D-Drucker anschaffen und sucht daher im Netz nach passenden Lösungen. Die gute Nachricht: Für viele Tools, Vorrichtungen und sogar Ersatzteile für Maschinen lassen sich die Druckdateien im Internet kostenlos finden.
Sollte jemand von euch keinen 3D-Drucker besitzen, aber ein bestimmtes Teil dringend benötigen, biete ich Folgendes an:
Ich drucke das gewünschte Teil zum reinen Selbstkostenpreis und sende es gegen Erstattung des Portos zu.
Mir geht es dabei nicht ums Geschäft, sondern um gegenseitige Unterstützung unter Holzwerkern.











