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Holz im Aussenbereich

Holz im Außenbereich

Welches Holz für den Einsatz im Außenbereich geeignet ist, über diese Frage wird schon ewig diskutiert. Ist Fichte schlecht oder Eiche gut?
Nun, es kommt auf die Verwendung im Außenbereich an. Eine Stütze aus Fichte in den Teich zu stellen… das wird nicht lange halten. Eiche schon. Venedig steht auf Eichepfählen. Trotzdem kann man auch ganz normale Fichte oder anderes Weichholz im Außenbereich verwenden. Nur muss diese konstruktiv und physikalisch geschützt werden. Solange kein Wasser in das Holz eindringen kann, wird es über Jahre halten.

Sideboard im Landhausstil

Fichte im Außenbereich

Nun, die Schränke im Landhausstil sind aus Fichte Leimholz. Diese stehen überdacht, sind aber dem Wetter ausgeliefert. Was ist Wetter? Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. Der Luftdruck ist bei der Fichte nicht gefährlich, jedoch Luftfeuchtigkeit im Zusammenhang mit Temperatur. Die Schränke waren den Temperaturen im Winter von -10 Grad Celsius und im Sommer von nahezu 40 Grad Celsius ausgesetzt. Das hinterläßt Spuren! Risse an den Verleimkanten; mit oder ohne Lamello-Verbindung. Die Fichte arbeitet ausserordentlich.

Merantibank

Meranti im Außenbereich

Mein „Lieblingsholz“ nach Kambala. Meranti ist wetterfest. Allerdings arbeitet es genauso wie Fichte. Leimholz mit Hirnleiste hält im Außenbereich nicht. Meranti schüsselt auch und die Hirnleiste bricht weg. Holz dehnt sich in Längsrichtung sehr wenig aus, in der Breite erheblich. 5-8% sind auf 50cm Breite 2-4mm! Da hält auch der beste Leim nicht. Wenn dann auch noch Wasser in das Holz eintritt und es frostig wird, haben wir die ersten Risse. So entstehen auch die Asphalt-Straßenschäden im Winter.

vogelvoliere

Imprägniertes Holz

Mein Nachbar meinte, kesseldruck-imprägniertes Holz wäre gegen Nässe und somit gegen Verrottung geschützt. Da liegt er falsch. Die Imprägnierung schützt das Holz nicht vor Nässe sondern nur gegen Pilzbefall und verschiedene Insekten. Ab einer Holzfeuchte von ca. 20% wird es für die Pilze angenehm. Sie zersetzen das Holz. Imprägnierung ist nicht wasserdicht.
Nun, einheimische Hölzer sind auch für den Außenbereich sehr gut nutzbar. Auch ohne Imprägnierung. Lackieren ist der richtige Weg um das Holz vor Nässe zu schützen. Allerdings darf die Lackschicht weder reißen noch blättern. Heute gibt es sehr gute Lacke, die diese schlechten  Merkmale nicht haben.

Gartenküche

konstruktiver Holzschutz

Bei der Konstruktion eines Außenprojektes lassen sich schon gefährliche Punkte entdecken. Steht das Holz auf dem Boden? Ist ausreichend Luftzirkulation vorhanden um Nässe abtrocknen zu lassen? Sind „Aptropfkanten vorhanden?
Ich habe Fichte-KVH im Außenbereich in Pfostenschuhe gestellt und somit den Pfosten im Abstand zum Boden gebracht. Da passiert nichts mehr. Erdverbautes Holz wird immer Schäden davontragen, anders als direkt im Wasser. Allerdings dauert es recht lang bis zum endgültigen Schaden.

Konstruktiver Holzschutz im Einzelnen

  • Geneigte Dachflächen bauen, um denWasserabfluß zu ermöglichen
  • Tropfkanten, Abschrägen von Kanten und Zuspitzen von unteren Enden verbessern den Wasserabfluss
  • Senkrechte anstelle von waagerechter Brettanordnung bei Außenschalung
  • wasserabweisende Anstriche aufbringen
  • Hirnholzflächen und Holzverbindungen durch Abdecken, Abdichten oder wasserabweisende Anstriche schützen
  • Schrauben, Nägelköpfe und Trockenrisse verkitten, um Eindringen von Wasser ins Holz zu vermeiden
  • Trockenrißbildung  im Holz vermeiden durch direkte Sonneneinstrahlung
  • keine dunklen Anstrichfarben (vor allem schwarz) verwenden, um Oberflächenaufheizung und somit Trockrißbildung zu vermeiden
  • Holz nicht im Spritzwasserbereich verwenden
  • Feuchtigkeitsleitung von unten durch Aufstelzen von Stützfüßen vermeiden

Resistenzklassen

Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2
Klassifikation der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze

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Vogeltränke

Aber mal ehrlich. Wollen wir etwas für die Ewigkeit bauen als Hobby-Tischler? Nein, ich glaube nicht.
Deshalb kann man beruhigt auch Fichte im Außenbereich einsetzen, solange diese nicht im Wasser steht und die Fichte gut lackiert ist. Für die Haltbarkeit eines kompletten Bauteils ist die Ausdehnung, also das Arbeiten des Holzes, viel wichtiger. Da halten keine Hirnleisten, Verleimungen und Verschraubungen, wenn das Stück immer in der prallen Sonne und auch im Regen steht. Ist das Holz zu trocken, bekommt es Trockenrisse. Ist es zu nass, sprengt der Frost das Holz, oder Pilze zerstören es. Als Holzwerker muss man die Waage halten zwischen Kosten und Nutzen.

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