Holzspäne

Holzstaub in der Werkstatt

Wer weiss schon, dass Eichen- und Buchenstäube in der Werkstatt krebserregend sind? Ich denke, sehr wenige Hobby-Holzwerker. Oder, wer kennt die Risiken und Gefahren anderer Holzstäube, wie Fichte oder Eibe?
Darüber habe ich mir eigentlich nie Gedanken gemacht. Gestört haben mich die Stäube in der Werkstatt nur durch den „Dreck“ an sich.

Festool CTL-MIDI

Deshalb war und ist der Staubsauger das wichtigste Werkzeug in meiner Werkstatt.
Je kleiner der Raum in der Werkstatt ist umso wichtiger ist eine Staubabsaugng. Nur, welche ist denn die Richtige?? Nun, egal welche, und sei diese noch so improvisiert oder „billig“; sie nutzt! Früher habe ich mir auch keine Gedanken über diese Gefahren gemacht, weil die Arbeiten kaum Holzstaub erzeugten. Heute sind meine Projekte schon etwas größer geworden und die verbrachten Zeit in der Werkstatt auch.
Gut, ich hatte schon von Beginn an den kleinen Staubsauger von Festool. Er sollte beim Abschleifen eines Holzhauses helfen, damit ich mich selbst nicht so „einsaue“. Heute ist dieser Sauger beim Einsatz von Handmaschinen unabdingbar.

Absaugung

In den Holzforen und Blogs wird fast ausschliesslich über preisgünstige Maschinen, Werkzeuge und Werkstatt-Tools geschrieben. Also Themen, die Geld und Arbeit sparen sollen. In den seltensten Fällen über gefährlichen Holzstaub. Kostet ja auch Geld diesen zu reduzieren. Also wird wieder gefegt und mit Pressluft weggeblasen. Woher ich das weiss? Habe ich selbst gemacht…
Oft höre ich den Vorwurf: „Ja, Du kaufst ja nur Festool-Maschinen. Die sind doch so teuer!“

multi-jetstream-2

Festool hatte aber schon früh erkannt wie wichtig eine Staubabsaugung an den jeweiligen Werkzeugen ist. Da haben andere Hersteller noch mit „Staubsäckchen“ am Gerät gearbeitet. (die es heute immer noch gibt). Natürlich haben in der Zwischenzeit die anderen Hersteller Festool fast eingeholt. Eine professionelle Absauganlage einschl. Luftfilter werden wohl nur wenige Hobby-Holzwerker haben. Meist sind die Werkstätten im Keller, Garage oder kleinen Nebengbäuden. Da fehlt halt der Platz für eine solche Absauganlage.
Doch das einfachste und billigste Mittel um sich vor dem Einatmen von Holzstaub zu schützen ist die Atemschutzmaske.
Ohoch, die ist doch so unbequem… Vielleicht, doch wir haben uns auch an den Sicherheitsgurt im Auto gewöhnt. Ausserdem muss man eine solche Maske ja nicht immer in der Werkstatt tragen.

Festool CTM 26

Luftfilter in der Werkstatt machen nur bedingt Sinn, denn meistens hängen diese an der Decke. Staub hat nun mal ein Eigengewicht, auch wenn die Staubpartikel schweben können fallen diese letztendlich auch zu Boden. Bei permanenter Belastung in der Werkstatt würde ich auch so ein Teil anschaffen, doch im Hobby-Bereich nicht.
Wo entsteht eigentlich der gefährliche Staub?

  1. Tischsäge

auch ich arbeite meist ohne Schutzhaube. Obgleich diese viel Staub abziehen könnte. Doch ich mache auch verdeckte Schnitte, fälze und schneide auch sehr kleine Stücke.

  1. Tauchsäge

die Absaugung bei der TS 55 ist nicht schlecht, doch bei Randschnitten wird der Saugstrom unterbrchen und es entsteht sehr viel Staub

CMS OF2200

3. Frästisch

hier geht es richtig rund! Da ohne Absaugung zu arbeiten ist schon sehr bedenklich. Eine Absaugstelle allein reicht da nicht, da die
Späne auch nach unten austreten. Genau deshalb solte eine eingebaute Oberfräse eine zusätzlich Absaugung besitzen. Meine OF 2200 hat eine.

Exzenterschleifer ETS EC 150/3 EQ

4. elektrische Schleifgeräte

Undenkbar ohne Absaugung. Aber was nutzt die beste Absaugung, wenn das Gerät den Staub nicht oder nicht richtig führt? Da liegt die Krux! Die meisten Billiggeräte habe keine vernünftige Staubführung. Sobald ich ein „Säckchen“ an den Geräten sehe, lasse ich die Finger davon.
Im übrigen bieten die Schleifgitter als Schleifmittel den besten Staubfang. Ich werde den Rest an herkömmlichen Schleifmittel noch verbrauchen und dann nur noch Schleifgitter verwenden.

Schleifklotz

5. Schleifen per Hand

Das für mich gefährlichste Teil bei der Staubentwicklung. Ohne Absaugung und mit viel Feinstaub-Entwicklung in unmittelbarer Nähe zu den Atemwegen. Ich kann nicht für Andere sprechen, doch ich arbeite SEHR oft damit. Das gibt den letzten Schliff! Aber ehrlich gesagt, einen Handschleifklotz mit Absaugung mag ich nicht. Auch ein Luftfilter hilft hierbei nicht.

gefährliche Holzarten

Grundsätzlich gehen von ALLEN Holzarten Risiken aus. Hierbei sind besonders Buche und Eiche als viel verarbeitete Holzarten genannt. Diese sollen Krebs auslösen. Eine Aufstellung von Regeln in der Einrichtung von Absaugstellen ist in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 553) gelistet. Eine Liste von verschiedenen gefährlichen Holzstäuben hat die Firma „Befestigungen Fuchs“ auf ihrer Seite.
Selbst die popelige Fichte kann Beschwerden auslösen

Leider kann ich keine Absauganlage installieren, da der Platz einfach zu klein ist. Dafür habe ich 2 gute Sauger von Festool. An der Marke bin ich kleben geblieben. Doch es gibt auch sehr gute Sauger anderer Hersteller und dazu preisgünstiger. Ohne Absaugung zu arbeiten ist wie jagen ohne Hund. „Jagd ohne Hund ist Schund“.
Aber das muss jeder Holzwerker für sich ausmachen.

Zuletzt habe ich einen Frieenzaun aus Kambala-Holz gebaut. Viel gesägt, gefräst und geschliffen. Ehrlich, ich hatte Husten! Die Nase war voll mit Staub. Was hätte geholfen? Eine billige Atemschutzmaske für Euro 1,00 !

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