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fertiger Hocker

Hocker mit Schublade selber bauen

Das Schlafzimmer nimmt immer mehr Gestalt an. Der Schrank ist fertig. Die Schiebetüren hole ich morgen ab. Das Bett ist fertig, jedoch noch ohne die Schubladen darunter. Decke und Wände sind neu, wie auch die Beleuchtung. Jetzt fehlt noch ein Hocker. Das Bett ist altersgerecht sehr hoch und so ist es unbequem im Sitzen bspw. die Socken anzuziehen. Ein Hocker in angenehmer Höhe entspannt die Lage.

Hocker mit Schublade selber bauen

Für den Bau des Bettes habe ich 2 Platten in der Größe von 2800mm x 2070mm bestellt. Platten sind billiger als Zuschnitt zu kaufen. Die „Reste“ kann ich für andere Dinge verplanen, wie bspw. für diesen Hocker. Die Reste muss ich nicht bei mir lagern. Geht eh nicht. Ich kann die Reste beim Holzhändler lagern und bei Bedarf abholen. Ein größeres Lager kann ich mir kaum wünschen. Den Hocker habe ich wieder mit Sketchup konstruiert und mir die Teile in der Breite nach aus dem Stück schneiden lassen. Den richtigen Zuschnitt kann ich selbst machen.

Hocker mit Schublade selber bauen

Als erstes, nach dem endgültigem Zuschneiden mit den bewährten Sägeblättern von AGEFA, werden die Teile bekantet. Das lasse ich aber mal weg. Von den 75 Metern ist nach dem Bettbau nicht mehr viel übrig. Für 19mm Platten nimmt man üblicherweise 2mm-ABS-Kante. Bei meinem nächsten Bau mit 25mm-Platten werde ich aber 3mm-ABS-Kante nehmen. Das passt besser zur Optik. Allerdings brauche ich dann eine Fräse mehr für den 3mm-Fräser.

Hocker mit Schublade selber bauen

Diesmal werde ich keine Dominos verwenden. Ich habe festgestellt, dass solche Art von Verdindungen mit Lamellos wesentlich schneller von der Hand gehen. Hier werden die Verbindungen fast ausschließlich auf Druck belastet. Da macht es auch nicht viel Sinn mit Dominos zu arbeiten. Nach dem Fräsen ist unbedingt ein Probezusammenbau zu machen um zu sehen ob alles passt.

Lamellos sind wesentlich günstiger als Dominos.

Hocker mit Schublade selber bauen

Abgerundete Kanten kann man nicht auf gleicher Höhe verbinden. So habe ich überall entsprechenden Versatz eingebaut. Es sieht auch einfach besser aus. Natürlich muss man den Versatz beim Fräsen mit der Lamello berechnen. Normalerweise werden Möbel mit 19mm Stärke gebaut. Neuerdings noch weniger Stärke, wenn man an die Discounter-Möbel denkt. Da sind 12-15mm üblich. Na ja, sieht man auch am Preis. Kante? Maximal 0,8mm!
Dabei war der Bau mit 25mm starken Platten für den Hocker nicht geplant. Macht aber mehr her.

Auszüge

Auch bei diesem Hocker verwende ich Auszüge von Blum. Die Movento. Früher waren solche Arten von Auszügen recht teuer und so habe ich meist andere verbaut. Die Auszüge von Teleskopschienen24.de sind auch gut, doch diese werde ich nur noch für die Werkstatteinrichung benutzen. Die Auszüge halten wirklich viel Gewicht aus. Doch zwischen diesen und denen von Blum oder Häfele liegen Welten im Komfort. Blum und Häfele sind nur ein paar Euro teurer, doch für Möbel sollte man das Geld schon ausgeben.

Lamellos
Deckel

Klar kann man auch verdeckt schrauben. Aber ich versuche alle Verbindungen über Dominos oder Lamellos zu verarbeiten. Heut habe ich versucht einen nicht mehr gebrauchten Schrank auseinander zu nehmen. Habe den dicken Gummihammer benutzt. Ging nicht! Die Verleimungen halten so gut, dass eher die Platten selbst brechen. Das bekommt man mit Schrauben nicht hin.

Schubladenteile

Für die Schublade verarbeite ich 15mm Birke-Multiplex. Qualität B/B. Habe leider nicht so gute Stücke bekommen…mit Flecken.
Die Kanten habe ich auch mit einer ABS-Kante versehen. Weiß, geriffelt. Manche mögen ja die Streifen des MPL, doch ich finde das nicht schön. Aber es gibt ja auch Holzwerker, die die Werkstattmöbel aus OSB-Platten bauen. Die Arbeit, die Möbel zu bauen, ist dieselbe. Da kann man doch auch bessere Qualität nehmen.

gefräst

Die Schublade bekommt einen 5mm-Boden. Rückwandplatte. Dazu habe ich eine Nut int die Wände der Schublade gefräst. Früher mit der Oberfräse und einem Nutfräser, heute einfacher auf dem Frästisch mit einem Scheibennutfräser. Dieser hat zwar nur 4mm Stärke, doch durch eine 1mm-Höhenverstellung habe ich auch 5mm. Das ist viel bequemer und geht auch schneller. Den hinteren Teil der Schublade habe ich gekürzt um den Boden einschieben zu können. Dieser richtet die Schublade gleich in den Rechten Winkel.

lackieren

Eigentlich wollte ich die Teile nicht behandeln, doch es sollen Schuhe in die Schublade. Un die machen Streifen… Also habe ich die Teile geschliffen… 150, 180, 240. Anschliessend habe ich die Teile mit OSMO Holz-Siegel behandelt. Nicht, dass ich gaube, dass dieser Lack gut ist, ich hatte diesen eben noch. Begeistert bin ich von diesem Lack nicht. Lässt sich schlecht verarbeiten, stinkt und einen Seidenglanz bringt er auch nicht. Aber so habe ich einen Schutz gegen Streifen.

unter Zwingen
Schublade drin
anzeichnen

Die Schublade ist fertig installiert und passt. Probelauf erfolgreich!.
Jetzt kann die Schubladenfront dran. Zunächst aber muss der Griff installiert werden. 128mm Abstand. Wirklich, eine Schablone benötigt man dazu nicht. Richtig angezeichnet und gekörnt passen die Bohrungen prima. Nur hier ist das Holz 25mm stark und de Schrauben der Griffe sind zu kurz. So habe ich die Bohrung auf der Rückseite mit dem Forstnerbohrer von Festool soweit gesenkt, dass die Schraube in der Länge wieder passt.

gebohrt

Lange habe ich mit Holzbohrern aus dem Baumarkt gebohrt. Ich dachte immer, die Ausrisse seien normal. Bis ich einen Satz „guter“ Holzbohrer gekauft hatte. Unterschied wie Tag und Nacht! Auch haben diese Bohrer eine wesentlich höhere Standzeit. Rechnet sich also.
Dieser Griff ist ein gebürsteter Edelstahlgriff. Kostet im Fachhandel Euro 12,00. Im Netz Euro 1,85. Man sollte beim Kauf auch darauf achten, dass die passenden Schrauben dabei sind. Sonst kann man wieder rennen und kaufen.

vorn

Jetzt habe ich mal die Schubladenfront mithilfe von doppelseitigem Klebeband installiert. Klappt prima. Die Vorbereitung ist aber etwas komplizierter. Man hat ja nur einen Versuch. Sonst schraube ich die Front ausgerichtet über die Bohrungen des Griffes an die Schublade. Dieser Vorgang ist sicher und auch korrigierbar.
Der hocker ist nun fertig und ist schon mit Schuhen beladen.
Als Bodenschutz habe ich noch rechteckige Filzuntersetzer eingebracht. Diese werden mit Doppelnagel befestigt. Vorbohren ist Pflicht.

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