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Tisch für den Dickenhobel selber bauen

Aus 2016. Mit dem Kauf eines Dickenhobels tun sich tatsächlich neue Welten auf. Nicht mehr angewiesen zu sein an Standardmaße von Holz und auch das Verarbeiten von Rohholz ist nun möglich. Doch ein solcher Dickenhobel benötigt Platz. Nicht nur zum Abstellen sondern vielmehr beim Arbeiten damit. Anfangs habe ich immer auf dem MFT damit gearbeitet, doch ich muss den Absaugschlauch und das Kabel quer durch die Werkstatt stecken.

Tisch Dickenhobel

Da wäre doch ein Tisch speziell für den Dickenhobel doch nicht schlecht, oder? Also habe ich Kantholz gekauft in zwei verschidenen Größen. Breiter für die Beine, schmaler für die Streben. Als Tischplatte nahm ich Multiplex. Hatte ich noch im Lager.
Verbunden werden die Teile untereinander mit Festool SIPO Dominos, verleimt. Die SIPOs sind für den Aussenbereich gedacht, doch ich nehme diese jetzt immer, auch für innen. Der Preisunterschied zu den Buchen-SIPOs ist nicht groß und so habe ich nicht 2 Pakete im Schrank.

Dickenhobel

Zunächst habe ich alle grob abgelängten Teile gehobelt. Soll ja auch „schön“ aussehen. Da ich nur einen normalen CTL 26 E AC habe und der Schlauchdurchmesser nicht zum Dickenhobel passt, musste ich ein Übergangstück zwischenschalten. Die Absaugung funftioniert so nur zu max. 70%. Der Rest der Späne verteilt sich im Raum. Na ja, besser als gar nichts. Die Menge an Spänen wäre auch für den Werkstattsauge zu viel. Der Zyklon mit großem Fass nimmt alles auf.

ablängen

Nach dem Hobeln habe ich alle Werkstücke auf der Kappsäge KS 120 abgelängt. Diese Kappsäge habe ich verkauft im Austausch gegen die Erika 85 ec. Diese Unterflurzugsäge sollte die Kappsäge ersetzen. Das klappt ja auch, doch dauert das Sägen schon länger. Ich trauere der Kappsäge etwas hinterher… Angewöhnen ist leicht, umgewöhnen recht schwer. Dabei muss ich aber zugeben, dass die Erika 85 ec wesentlich sauberere Schnitte hergibt als die Kappsäge. Wie auch immer, wer eine solche Kappsäge noch hat sollte sie nie hergeben.

Festool DF 500

Vor dem Abrunden der Kanten habe ich die Dübellöcher mit der Festool DF 500 in die Beine und Träger eingebracht. Da die Dübelfräse auf solche Stärken nicht einstellbar ist, habe ich nach Vorzeichnen gefräst. Das ist mit dieser Fräse sehr einfach, denn die äusseren Ecken der Fräse bilden die Mitte der Fräsung. Nur genügend Auflage gegen kippen muss man haben. Hier benutze ich die 10mm Version der SIPO-Dübel. Die Fräser halten sehr lange. Über Jahre habe ich noch keinen neuen kaufen müssen.

fertig gefräst

Die DF 500 hat auch ihre Zicken. Sie lässt keinen Soielraum zum Ausgleichen. Klar habe ich auch schon bei dünnen Teilen vergessen die Frästiefe zurück zu nehmen und habe so durch das Werkstück gefräst. Oder Die Höhe nicht korrekt eingestellt. Dann haben die Werkstücke einen Versatz gegenüber. Vor JEDEM fräsen von Teilen mache ich heute eine Probefräsung. Tiefe, Höhe, Breite. Für solche Art der Verbindung ist die Lamello verloren, das kann die DF 500 super.

Rundungen fräsen

Die Rundungen habe ich auf dem Frästisch angebracht. Da ist die OF 2200 drin. Vorher hatte ich die OF 1400 dafür benutzt. Aber das ist wie „Perlen vor die Säue werfen“. Die OF 1010 ist für viele Arbeiten einfach zu schwach und zu klein. Deshalb hatte ich meist die Fräse OF 1400 ausbauen und anschliessend wieder einbauen müssen. Darum habe ich die OF 2200 ausschliesslich für den Frästisch gekauft und bin mit der Entscheidung mehr als zufrieden.

Rahmen verleimen

Vor dem Leimen behandle ich die Werkstücke komplett. Schleifen, säubern und auch lackieren. Wer anschliessend erst lackiert versaut sich das optische Bild des Ergebnisses. So sauber kann man nicht Rollen oder Streichen. Der Rahmen wird einfach verleimt.

Tisch-Rohbau
Tischplatte

Für die Tischplatte habe ich 18mm Multiplex gewählt. Zugeschnitten sah die Platte nicht gerade gut auf dem Rahmen aus. Irgendwie verloren… So habe ich die Platte eingerahmt btw. gedoppelt.
Dazu habe ich 27er Merantestücke geschnitten und mit der Tischplatte verleimt. Na ja, fast. Erst mal die Stücke zuschneiden, runden, 45 Grad sägen, fräsen.

Rahmenleisten
abrunden
verleimen
Tischplatte
ölen

Die Leisten sind nun gehobelt und mit Gehrungen versehen. Ausserdem noch genügend Lamellos drin. So kann ich jeweils gegenüberliegende Leiste an die Tischplatte leimen. Sobald diese abgebunden haben, kann ich das zweite Pärchen verleimen. Die Tischplatte habe ich geschliffen mit der ROTEX. Heute nehme ich dafür die ETS 150/3. Das ist nicht nur besser im Ergebnis sondern auch wesentlich angenehmer. Die Tischplatte habe ich danach gewachst. Das Zeug musste auch mal weg.

Tisch Dickenhobel

Die Tischplatte habe ich mit dem Rahmen verschraubt und fertig war der Tisch.
Im nachhinein musste ich feststellen, dass der Tisch zum Arbeiten nicht so angenehm war. Ich bin Rechtshänder und muss das Holz linksseitig in den Hobel schieben. Jetzt mache ich es wieder auf die alte Art und der Tisch hat andere Aufgaben übernommen. Jetzt steht er im Freien, neu lackiert mit 3 in 1 Lack, grau und weiß. Ist ideal als Stehtisch bei Parties.

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