CMS OF2200

Umbau Frästisch CMS OF 2200

Den Frästisch habe ich schon länger. Anfangs habe ich diesen nur sehr wenig benutzt. Vielleicht weil ich gar nicht wusste wie man damit richtig umgeht. Ausserdem fand ich den Frästisch recht klein.
Wie auch immer, heute benutze ich den Tisch sehr oft und so konnte ich die Mängel am Tisch im Laufe der Zeit feststellen. Der ausladende Hebel stört immens! Eigentlich ist er für die Andrückfeder da. Das Teil ist aus billigem Plastik und stört mehr als es nutzt. Der Andruck von oben ist schmal und schlecht einzustellen.
Die verstellbare rechte Backe ist selten parallel zur linken Backe, denn das Nullspiel ist recht groß. Die Einlegeringe sind mehrteilig und auch aus Plastik. Lassen sich leicht eindrücken. Es sind keine Führungsnuten am Tisch vorhanden um zusätzliche Hilfmittel benutzen zu können.
Eigentlich wollte ich eine andere Fräse als die OF 2200 unter den Tischbauen. Ging aber nicht. Der Tisch ist nur für die OF 1400 oder die OF 2200 ausgelegt.

mit Schraube

Mal ehrlich, so viel Geld für diesen Tisch!?? Na ja, es gibt ja genügend Tipps im Netz um diese Nachteile etwas auszugleichen. So habe ich im Kurs “Arbeiten mit der Oberfräse” bei Heiko Rech seinen umgebauten Frästisch gesehen und auch benutzt. Die Arbeit war auf diesem Tisch recht entspannend.
Beispielsweise die vorderen Andruckfedern, die über T-Nut-Schienen ausreichend Druck auf das Werkstück bringen ohne über ein Kraftdreieck zu arbeiten. Das leichte Anbringen eines Anschlages für das Einsatzfräsen, und und und…

Ahorn

Also ran an die Arbeit. Anders als Heiko Rech habe ich kein Multiplex für den Rahmen genommen. Ich hatte noch eine Bohle Ahorn, 30mm stark. Diese habe ich mit der TS 55 gefügt um gerade Streifen auf der Tischsäge zu schneiden. Eigentlich wollte ich noch die Schnittflächen hobeln, doch mit den Sägeblättern von AGEFA waren die Schnitte so sauber, dass dies nicht notwendig war.
Doch wie bekomme ich das richtige Profil hin? Auf der Tischsäge? Habe ich versucht. Fummelarbeit und nicht präzise genug.

Profil

Ich habe einen großen Fasefräser. Den habe ich eingespannt und damit die Schrägen ins Holz gebracht. Ahorn lässt sich super bearbeiten. Ausrisse? Gibt es nicht! Zweimal habe ich die Maße am Frästisch-Profil überprüft, bis es passte. Bei dieser Arbeit hätte ich gern schon die Andruckfedern gehabt. Durch das Festool-Plastikteil kann man kaum durchsehen. “Muss man ja nicht”… Ich will das aber sehen!
Mit Multiplex wäre die Arbeit nicht so einfach gewesen.

Bohren

Das Vorbohren für die Spanplattenschrauben habe ich auf dem Bohrständer durchgeführt. Die Bohrungen sollen ganz genau durch die Spitze gehen und auch senkrecht sein. Das geht halt nur auf dem Bohrständer. Im übrigen bin ich froh den Bohrständer von Bosch gekauft zu haben. Für meine Bedürfnisse ein echt gutes Werkzeug.
Erst anschliessend fräse ich den Falz für die Führungsschiene. So habe ich mehr Auflagefläche beim Bohren.

Passprobe

Die Passproben waren erstaunlich. Die Flächen lagen exakt an und da wackelte nichts. Das Holz war eine Idee tiefer als der Auflagetisch. Das soll auch so, damit nichts hakt.
Durch die vorgebohrten Löcher im Holz habe ich mit einem Metallbohrer die Stellen für die Bohrungen im Alurahmen markiert. Diese habe ich mit einem scharfen 4mm-Bohrer gesetzt. Die Bohrungen im Holz habe ich gesenkt, damit die Schraubenköpfe den Einbau der T-Nut-Schienen nicht stören. Das geht auch mit einem Metallsenker.

Nut fräsen

Den Falz für die T-Nut-Schiene habe ich mit dem Falzkopf eingebracht. Zuerst die Höhe von 11mm eingestellt mit dem digitalen Bügelmesser. Zwar habe ich auch den normalen doch dieses Gerät ist einfacher. So muss man nur den Bügel über den Fräser halten und den Fräskopf auf Höhe drehen.
Nicht mit einem Rutsch! Da die Falztiefe 17 mm betragen soll, habe ich das in 3 Durchgängen gemacht. Bei den ungleichen Flächen ist das nämlich nicht so einfach.

ablängen

Die T-Nut-Schienen habe ich vorgebohrt und anschliessend die Bohrungen mit einem 9mm-Bohrer gesenkt. Der Senker passt nicht in die Nut.
Jetzt kommt die “Butter bei den Fisch”. Zuerst habe ich die Leisten mit Spanplattenschrauben in den Rahmen gebracht. Das ging auch sehr einfach. Die Schraubenlänge ist 30mm. Nur ein sehr kleiner Teil schaut unten aus dem Rahmen heraus. Diese gefährlichen Spitzen habe ich mit der Flex weggeschnitten und verputzt, Die Leisten sind nun sehr stramm im Rahmen.

Ecken

Die T-Nut-Schienen habe ich mit 20mm langen Spanplattenschrauben ins Holz gebracht.
Es war schon ein sehr angenehmes Gefühl zu wissen, dass ich zukünftig wesentlich mehr mit dem Frästisch machen kann. Die billigen Hilfsmittel dieses teuren Tisches taugen einfach nichts für eine professionelle Arbeit.
Festool bringt immer “neue” Innovationen auf den Markt ohne aber die aktuellen Werkzeuge auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei denke ich an die Oberfräse OF 1010, an die Tauchsäge TS 55,… Da sind andere Anbieter schon wesentlich besser und teilweise auch noch preiswerter.

mit Schraube

Mit den T-Nut-Schienen bin ich jetzt wesentlich flexibler in der Arbeitsweise und kann auch nicht-Festool-Hilfsmittel benutzen.
Die T-Nut-Schienen habe ich im Satz mit den Schrauben und Griffen bei Amazon gekauft für kleines Geld.
Jetzt geht es an den Anschlag. Heiko Rech hat einen Plan dafür online gestellt. Dieser Anschlag ist sehr vielseitig und durchdacht. Diesen werde ich auchnachbauen. Warum soll man das Rad zweimal erfinden !?

fertiger Tisch
So siehts aus
fertig

Die Andruckfedern habe ich auch sebst gebaut. Nicht aus Multiplex; aus Ahorn.
Ehrlich, das ist eine Arbeit für jemanden der “Mutter und Vater erschlagen” hat. Würde ich nie wieder machen.

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