Fräserbank

Vielholz-Schrank für die Fräser

Immer wieder neue Schränke für die Fräser bauen ist auch irgendwie ohne Sinn. Doch wer weiß schon im Vorfeld wieviele Fräser man benötigt oder wieviele man einfach nur haben möchte?
Ich dachte immer, dass ich mit der Fräsertrommel, die bei der OF 1010 dabei war, auskomme. Das war nicht so. Es wurden immer mehr. Der aktuelle Schrank ist voll und die Fräserbank auch schon.
Deshalb baue ich einen neuen größeren Schrank.

alter Schrank

Den Schrank hatte ich aus der Weißeiche gebaut. Warum? Weil ich sie hatte. Größer konnte ich den Schrank nicht bauen, weil der Platz es nicht hergab. Ausserdem sind dort alle 8mm Fräser untergebracht. 12mm ging nicht, da die Bohrungen zum Einsetzen nur 9mm sind. Aber wozu sind wir Holzwerker?? Neu machen.
Holz? Ich werfe so ungern Holz weg. Es ist gewachsen und es kostet auch Geld.
Ein paar brauchbare Stücke habe ich im Lager noch gefunden. Zwar nicht gleiches Holz, aber ich kann es hierfür verarbeiten.

Sehr oft lese ich im Netz, dass Holzwerker immer nur Reste verarbeiten. Doch nie sehe ich von welchen Projekten Reste übrig geblieben sein könnten. Eigentlich schade, denn auch ich bin immer auf der Suche nach Ideen für neue Holzprojekte. Ich will nicht behaupten, dass die Basteleien von Werkstatthelfern nicht doch vielleicht sinnvoll sein könnten, doch dann sollten diese Dinge auch profihaft hergestellt werden. Wenn bspw. Schablonen nicht exakt gearbeitet sind, produziert man diesen Schablonen immer wieder den gleichen Fehler.

Kante

Die kleinen Teile habe ich auf dem MFT/3 mit der Tauchsäge TS 55 geschnitten. Mit dem FREUD-Sägeblatt drin. Ehrlich, das Blatt ist schlimmer als jedes andere vorher!! Das Sägeblatt kreischt richtig und geht auch nicht gleichmäßig durch das Holz. Ich bin froh wenn ich am Mittwoch meine guten Sägeblätter aus der “Schärferei” zurück bekomme.
Die Teile versehe ich mit einer Echtholzkante. 2mm stark aus Eiche. Wozu habe ich sonst den Kantenanleimer KA 65? Diese Gerät ist wirklich cool. Allerdings muss man einiges bei der Arbeit damit beachten.

Kante anfahren

Grundsätzlich sind mir technische Daten egal solange das Werkzeug oder Hilfsmittel genau das macht, was ich davon erwarte. Das macht der Kantenanleimer. Aber! Beim Anfahren von Echtholzkanten und der anschließenden Bearbeitung sind zu beachten:
1. der Anpressdruck über den Kantenanleimer muss groß sein bis zum Ende.
2. die Vorschubgeschwindigkeit, auch bei langen Strecken, muss auf “langsam” stehen.
3. wegen der Bogenspannung in der Kante gleich nach den ersten Zentimetern mit dem Daumen nachdrücken. Klebstoffmenge justieren!

gefräst

Hier habe ich die Farbe des Klebers nicht gewechselt. Es sind weiße Patronen drin. Beim Möbeln muss die Kleberfarbe passen. Ich habe alle verfügbaren Farben von schwarz bis weiß. Aber Vorsicht! Der Wechsel von schwarz auf weiß wird teuer, denn es dauert sehr lange bis die Farbe gewechselt ist. Mindestens 4 Tabletten!
Wer glaubt mit dem “farblosen” Kleber alles abdecken zu können, irrt. Warum sollte es mehrere Farben geben wenn der Farblose alles könnte? Die Maschine wird bald wieder zeigen müssen was sie kann.

Domino-Dübel

Die Verbindungen hätte ich auch mit Lamellos herstellen können. Habe mich aber für Dominos entschieden. Wegen des Versatzes am Rand. Dies ist mit Lamellos nicht so einfach wie mit der Festool DF 500. Außerdem habe ich noch Unmengen von Dübeln 4×30. Die Dübellöcher waren schnell gefräst und die Platten dann geschliffen. Ob ich den Schrank nun weiß lackieren soll oder nur wachsen kann ich noch nicht sagen.

verleimen
unter Zwingen

Die Rückwand ist eine 19mm beidseitig beschichtete Spanplatte. Mit 10 Dübeln im Rahmen eingeleimt.
Was fehlt noch an diesem Schrank? Ja, die Türen. Da kann ich auch Spanplatte nehmen oder aber auch Multiplex.

Aber was mache ich? Richtig! Rahmentüren aus Fichte.
Im Lager fand ich noch ein Stück Fichte Leimholz in entsprechender Größe. Die Streifen habe ich auf der Tischsäge geschnitten und dann das Profil mit den Konterprofil-Fräsern auf dem Frästisch angebracht.

Konterprofil
Festool CMS OF 2200
Probe

Das Plexiglas habe ich uf dem MFT/3 zugeschnitten. Mit den jetzt wieder scharfen Sägeblättern von AGEFA ließ sich das leicht machen. Geht durch wie in Butter. Von den FREUD-Sägeblättern lasse ich die Finger weg!
Anschliessend habe ich die Einzelteile des Rahmens bereits weiß lackiert. Nach dem Zusammenbau ist das so gut wie unmöglich.
Ach ja, zuvor habe ich die Topfband-Bohrungen in den Rahmen eingebracht. Mit den Forstnerbohrern von Festool.

Topfband

Tolle Teile! Superscharf. Früher habe ich das noch mit der Oberfräse gemacht, doch das ist viel zu umständlich. Jetzt mache ich das nur noch mit dem Akkuschrauber und Forstnerbohrer.
Nach dem Bohren habe ich den Rahmen verleimt.
Morgen bringe ich noch die Kreuzplatten an und die Griffe. Natürlich müssen noch die Böden für die Fräser rein. Herausnehmbar. Damit wäre der Schrank auch fertig. Den Bericht dazu werde ich morgen hier anhängen.

Roh

Vielholz-Schrank? Nun, die Seitenteile sind aus Echtholz-beschichteter Spanplatte, Deckel und Boden aus Mehrschichtplatte (Tischlerplatte), die Rückwand aus beschichteter Spanplatte weiß, die Kante ist Eiche-Echtholz 2mm und die Türen aus Fichte Leimholz.

das war nix

Wie kann man nur so panne sein!? Gut, ich habe die Rahmenteile nur von vorn gesehen, doch das hätte nicht passieren dürfen. Ich habe die falschen Rahmenteile zusammen geleimt.
Klar, hätte ich so lassen können und eben nur Fotos von vorn einstellen… nein, das mache ich nicht… Jetzt bin ich in den Modus des Möbelbaus gewechselt. So habe ich im Lager noch Teile der amerikanischen Weißeiche geholt, diese auf Breite + 2mm geschnitten und dann gehobelt.

Edelholz
Topfband-Bohrer
super
gewachst

Das Arbeiten mit und an dieser Eiche ist unvergleichbar zu der Arbeit an Fichte. Und es macht auch wesentlich mehr Spaß!
Keine Ausrisse, keine hohen Vibrationen am Frästisch, satter Klang der Fräser. Es ist halt Eiche…
Mit scharfen Fräsern und entsprechendem Vorschub gibt es kaum Brandflecken. Und wenn, müssen diese unbedingt entfernt werden. Manch anderen ist das egal, aber das sind auch dann keine Holzwerker sondern nur Bastler.

ENT-Holzbohrer

Bei Holzbohrern habe ich nie besonders auf die beste Qualität geachtet. Ist ja eh nur in Holz… Denkste! Um Ausrisse beim Bohren auf der Unterseite zu vermeisen benutze ich immer eine Unterlage als “Opfer”. Das half/hilft auch, doch wenn man dann noch einen guten Holzbohrer benutzt, ist die Bohrung super! Glatter Rand oben und der Austritt absolut ausrissfrei. Ich hatte gehofft mit den ENT-Holzbohrern eine solche Verbesserung zu erreichen. Diese Holzbohrer haben meine Erwartungen tatsächlich übertroffen. Sehr empfehlenswert.

fast fertig

Den Korpus habe ich bereits weiß lackiert. Die Türen werden aber nur mit Wachs behandelt. Es wäre zu Schade die Türen auch noch in weiß zu lackieren.
Heute habe ich den Schrank nicht vollenden können; entgegen meiner Erwartung.
Nächstes Wochenende bin ich in St. Wendel beim Fräskurs und so muss der Schrank eine Woche warten.

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