Fräsfehler

Rund ist nicht gleich Rund

ja, meine Ansprüche sind doch schon gestiegen. Früher habe ich gedacht, na ja, das ist halt so. Da kann man nichts machen. Kaufe dir teures Werkzeug und dann wird das schon. Doch das ist ein Trugschluß. Vielmehr muss beides passen; das Handwerliche und die passenden Maschinen. Gute Maschinen habe ich, also liegt es doch am Handwerlichen? Nein, nicht ganz!

geglättet

Nehmen wir nur dieses Beispiel. Warum habe ich am Anfang des Werkstückes und auch des öfteren am Ende diese hässliche Fräsung. Ich schiebe doch nur das Stück Holz am laufenden Fräser vorbei. Was ist der Grund? Was mache ich falsch? Hier spielen zwei Dinge eine Rolle. Erstens meine Arbeitsweise und zweitens der ach so gute Frästisch. Die Arbeitsweise: es ist bequem das Holz wie in einer Welle am Fräser vorbei zu führen und nicht exakt von rechts nach links. Genau das war falsch.

Dieses “falsche” Vorbeiführen ergibt eine ungleiche Rundung am Frässtück. Der zweite wichtige Grund bzw. Mangel sind die Einlegeringe des Frästisches. Plastik! Bei einem so kleinen Fräser benutze ich 2 Einlegeringe. Wenn ich das Werkstück an den Fräser vorbeiführe drücke ich von oben nach unten. Das vordere Stück drücke ich also auch in die Einlegeringe. Da diese nicht die nötige Steifheit haben und sich eindrücken lassen, wird genau das Vorderstück zu tief eingefräst. Solange, bis das Werkstück wieder Kontakt zum Frästisch hat.
Wären die Einlegerige aus stabilem Metall, wäre die Gefahr wesentlich geringer. Das ist sehr ärgerlich! Wenn der Frästisch schon soviel Geld kostet, soll es doch nicht an vernünftigen Einlegeringen scheitern! Auch sollen die Einlegeringe nicht mehrteilig sein. Einteilige Einlegeringe mit verschieden Lochdurchmessern wären die bessere Lösung.
Ja, ich werde auch beim Runden der Kanten zukünftig den Anschlag einsetzen und den Anlaufring des Abrundfräsers minimal über den Anschlag stehen lassen. So ist gewährleistet, dass ich das Werkstück paralell am Fräser vorbeischiebe. Und auch der Anpressdruck am Anfang des Werkstückes wird ausgeglichen sein.

rauh

Wenn ich ein Rundung von 5mm fräsen will, sollen es auch 5mm am Werkstück sein. Viele kennen das: wenn der Fräser zu hoch eingestellt ist wird er herunter gedreht. Zwar nur ein bischen, aber meist ein bischen zu viel und so kommen vielleicht nur 4,6mm an die Kante. Eigentlich sieht die Kante dann schon ganz gut aus und man traut sich nicht das genaue Maß einzustellen. Doch das ist falsch.

Ein richtig eingestellter Fräser macht wirklich schöne runde Kanten. Ist halt etwas Fummelarbeit. Wenn ich das Werkstück schräg vor mir halte und noch eine “Kante” in der Rundung sehen kann, ist der Fräser zu tief eingestellt. Eine vielleicht viertel Umdrehung an der Höheneinstellung des Fräsers reicht um die Kante “schön” rund zu fräsen.

Also

  1. nicht zu viel Druck auf den Anfang und am Ende des Werkstückes in Fräserhöhe ausüben
  2. Fräsanschlag benutzen zwecks besserer Führung des Werkstückes
  3. einteilige Einlegeringe benutzen
  4. genaue Höheneinstellung des Fräsers einstellen.

Ach ja… die abgebildeten Teile sind die Einzelteil einer neuen Gartenbank. Komplett Meranti und wieder ohne Metall in den Verbindungen. das wird der nächste Post.

Eine Idee zu “Rund ist nicht gleich Rund

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