Holzauswahl

Schneidebrett selber bauen

Ja, ich reihe mich auch ein in die Reihe der Schneidebrett-Bauer. Dieses Projekt ist schon etwas älter. Trotzdem poste ich es noch einmal.
Gefunden habe ich die Idee Schneidebretter zu bauen im Netz. Auch erinnerte ich mich an verschiedene Holzreste in der Werkstatt. Ich werfe ungern Holz weg. Doch manchmal nimmt das Horten überhand.
Ahorn, Meranti und Eiche hatte ich noch. Gut, Meranti eignet sich jetzt nicht so für ein Schneidebrett, weil doch sehr weich. Aber was solls, wird ja nicht jeden Tag benutzt.

Verleimen

Nach der Holzauswahl, dem Fügen und des Fräsens für Lamellos, habe ich die Stücke verleimt. Hierbei sollte man schon beim Verleimen auf die Ebenheit der Platte achten. Auch wenn anschliessend die Platte noch durch den Dickenhobel geht.
Das Verleimen geht recht schnell. Hier ist der Druck wichtig. ach knapp 1 Stunde ist die Platte abgebunden, aber noch nicht vollständig getrocknet. Über Nact liegen zu lassen ist besser.

Hobeln

Die Anschaffung dieses Dickenhobels ist für mich Gold wert. Sicher bringe ich Bretter, sägefallend, weiter zum Schreiner zum Abrichten und Hobeln. Doch für kleinere Dinge eignet sich dieser Dickenhobel ausgezeichnet. Damit bin ich der Empfehlung von Heiko Rech gefolgt, der diesen Dickenhobel selbst eingesetzt hat und auch einen guten Bericht als Video und auch Text verfasst hat.
Die Holzdicke habe ich 3mm größer gewählt für das Hobeln. Die Breite habe ich der maximalen Hobelbreite angepasst.

Probefräsen

Die Griffmulden habe ich mittels Einsatzfräsen angebracht. Das geht leich auf dem CMS OF 2200. Manuell zu fräsen war mir zu unsicher. Das sieht man schon an der 2mm zu langen Saftrille. Um Brandflecken beim Fräsen zu vermeiden nehme ich den größten Teil des Materials – 1mm schnell ab. Im letzten Fräsgang nehme ich den letzten Milimeter weg. So entstehen keine Brandflecken mehr.
Viele nehmen die Flecken gleichgültig hin… ich nicht.

Griffe oben

Gern hätte ich auch Metallgriffe angebracht, doch diese stören im Handling der Platte und haben eine Menge Schmutznester anschliessend. Auch das Anbringen bereitet Probleme.
So hane ich den grßen Falzfräser benutz. Tolles Teil. Fräser möchte ich nur Hartmetall-bestückt. Diese Art Fräser sind nicht billig und so hatte ich immer gut überlegt welche Fräser ich benötige. Heute ist das nicht mehr so. Seitdem ich Fräser in den USA bestellt hatte und nun wirklich von deren Qualität überzeugt bin, habe ich jetzt eine Menge Fräser. Zwar haben die einen Spanndurchmesser von 12,7mm (1/2 “), aber dafür habe ich auch eine passende Spannzang.

Saftrille

Die Saftrille habe ich mit einem Parallelanschlag eingebracht. Die Gefahr des Abweichens von der Fräslinie und auch die Bildung von Brandflecken sind groß. So ist es auch passiert, dass ich in der Breite etas über 1mm zuviel gefräst habe. Ärgert mich, ist aber nicht zu ändern.
Die Rille habe ich mit einem Halbrundfräser eingebracht. In Deutschland gekauft für 27 Euro, in den USA 5 Euro!!
Alle anderen Kanten habe ich mit einem 2mm Abrundfräser bearbeitet. Die Flächen sind alle geschliffen mit der ROTEX 125. Damals hatte ich die ETS 150/3 noch nicht.

mein altes Zeichen

Mein altes Zeichen, ein 1 Eurocent-Stück, habe ich auch in das Brett eingesetzt. Nicht mit einem Bohrer sondern mit der Oberfräse. 10mm Fräser und die Dicke des 1 Eurocent-Stückes in die Tiefenlehre der Oberfräse und es passt perfekt. Geklebt mit 2-Komponentenkleber. Auch auf den Ständer habe ich ein 1 Eurocent-Stück verabeitet.

unter Zwingen
Lamello
fertiger Ständer
Brett im Ständer

Der Ständer ist auch Leimholz as den 3 Holzsorten. Verleimt mit Lamellos. Das Brett passt nun genau in den Ständer und hält es senkrecht.

In den Boden des Schneidebrettes habe ich noch gummibestückte Füße verarbeitet. Eigentlich Lautsprecherfüße. Aber warum sollen die nicht auch bei einem Schneidebrett funktionieren?

Fräsen Füße
fertiger Fuß

Ähnlich wie beim 1 Eurocent-Stück habe ich die Füße eingelassen mithilfe der Oberfräse. Die Füße passen genau und sind auch mit 2-Komponentenkleber fixiert.

Das Schneidebrett habe ich nach dem Schleifen geölt. Und fertig!
Das Herstellen eines solchen Schneidebrettes ist nicht schwierig und lässt sich in kurzer Zeit verwirklichen.

Brett im Ständer

6 Idee über “Schneidebrett selber bauen

  1. Michael sagt:

    Hallo Holzwerker,
    die immer wiederkehrende Frage für mich, mit was hast Du das Brett geölt?
    Da scheiden sich im Netz ja die Geister.
    Für eine Antwort wäre ich dankbar, da ich zurzeit noch ein paar ungeölte Rochlinge liegen habe!

    Gruß
    Michael

    • holzwerker sagt:

      Hallo Michael
      nun, optimal ist Leinöl. Schnell trocknend. Müsste allerdings mehrmals gemacht werden.
      Ich nehme Olivenöl. Nicht trocknend und lässt Wasser besser ablaufen. Und ist meist im Haushalt zu finden.
      Grüße
      der Holzwerker

      • Michael sagt:

        Danke für die schnelle Antwort!
        Dann werde ich das mal mit Leinöl und paralell mit Olivenöl testen – mal sehen was mir besser gefällt!

        Gruß
        Michael

  2. Florian Honold sagt:

    Hallo Holzwerker,

    super Blog erstmal. Klasse informativ und gut beschrieben.

    Meine Frage zu dem Schneidebrett wäre das Thema Leim? Welchen Leim verwendest du? Gibt dieser keine Giftstoffe ab? Ist er wasserfest?

    Grüsse

    • holzwerker sagt:

      Hallo Florian
      Danke!
      Seite langem benutze ich den “Propellerleim” Bindan-P Holzleim. Längere Verarbeitungszeit und meiner Meinung nach fester als Ponal.
      Bindan ist gift- und lösemittelfrei, ausserdem wasserfest nach D3.
      Im Netz sehr preisgünstig zu bekommen. Ich schütte immer um in die Ponal-Flaschen, weil einfacher zu handhaben.
      Güße

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