fertiger Tisch

verrückte Resteverwertung

Nachdem ich den 8-Eck-Gartenpavillon fertig gestellt hatte, begann ich mit dem Mobilar des Raumes. Was fehlt als Erstes? Ja, ein Loungetisch!
Aus welchem Material? Welche Farbe? Rund oder eckig?
Beim Aufräumen der Holzreste fielen mir die noch brauchbaren Stücke auf. 40×60 er Reste von den Dachsegmenten und Rest der Fasebretter Fichte 28 dick.

Zuerst habe ich die Latten 40×60 auf der Bosch Tischsäge GTS 10 XC Prof. gefügt. Das geht mit der Säge prima mit dem richtigen Sägeblatt. Senkrechte glatte Flächen. Doch einfach zusammenkleben werde ich die Hölzer nicht.

Fügen
gefügt

Nach dem Fügen auf der Tischsäge habe ich die Hölzer ausgewählt zusammen gelegt und für das Fräsen der Lamellos markiert.So sind die schmalen Hölzer bündig und es hält halt besser. Gefräst habe ich mit meiner Lamello Zeta P2. Gefräst habe ich mit der normalen Frässcheibe 4mm. Anschliessend die Lamellos rein und verleimt. Die Zwingen von Bessey machen das Verleimen einfach. Lang, senkrecht und mit viel Druck.

Leimholz
Leimholz

Nach dem Verleimen der Hölzer habe ich zunächst die Oberfläche geschliffen. Mit der Festool Rotex RO 125 im Rotationsgang und 100er Papier.
Musste ich gar nicht viel machen. Die Oberfläche war schnell glatt und eben. Das habe ich auf beiden Seiten gemacht bevor ich den Kreis ausgeschnitten habe. Einen Kreis zu fräsen ist leicht mit der Frässchablone von Festool. Die MFS 400 habe ich dazu benutzt. Dabei sind Hilfsmittel für einen Kreisausschnitt. Nachdem ich den größtmöglichen Radius im Holz ermittelt und die Zentrierbohrung, 8mm, in den Mittelpunkt gebohrt hatte, konnte es losgehen.

Frässchablone MFS 400
erster Gang

30er Kopierring in die OF 1400 mit 10er Schlangenfräser eingesetzt und mit 10mm Tiefe einen Ring gefräst. Dabei ist es wichtig die Fräse im gleichen Winkel zum Mittelpunkt zu führen. Denn 100 % rund läuft der Fräser im Kopierring nicht. Mit dem 10er Fräser habe ich bis zu 35mm tief fräsen können. Die restlichen Millimeter habe ich dann mit der Akku-Stichsäge von Festool geschnitten. Diese ist, entgegen den Versprechungen von Festool, nicht der Hit. Deshalb benutze ich diese Säge nur sehr selten. Senkrechte Schnitte sind mit dieser Säge nicht möglich. Schon gar nicht bei Kurvenschnitten.

sauberer Rand

Bei Fichte eine schöne Kante zu bekommen ist nicht einfach. So habe ich zuerst die Kante gefast. Ich musste die Kante schmaler bekommen. Erstens wegen des Nachfräsens mit einem geraden Nutfräser und zweitens wegen der 24mm Echtholzkante. Das war auch der erste Einsatz dieses Fräsers. Von ENT, 10mm Durchmesser, aber 12mm Schaft. Das geht problemlos mit der OF 1400. Damit gibt es eine einwandfrei saubere Kante.

ablängen kante
CONTURO aufwärmen

Echtholzkante anfahren

Die Echtholzkante hatte ich noch liegen. Eiche, 24m breit, 2mm dick. Passte farblich irgendwie nicht. Nach dem Aufheizen des Festool Kantenanleimers KA 65 suchte ich noch ein Probestück im anderen Schuppen. Dort fand ich noch Reste einer Birke-Echtholzkante. Die sieht besser aus! Also wech mit der Eiche und her mit der Birke.
Echtholzkante an einer runden Scheibe anzufahren ist nicht so einfach. Dazu gibt es von Festool Videos im Netz. Ich habe eine andere Methode probiert und das hat gut funktioniert! Nachdem ich die Platte auf das Festool VAC SYS befestigt hatte, löste ich die Befestigung der Saugglocke. So konnte ich die Platte leicht drehen. Der Kantenanleimer hat einen eigenen Antrieb zum Auffahren der Kante. Diesen Antrieb habe ich genutzt! Kante rein und gestartet.

rest
Fase Tisch
Holzkante

Mit Druck auf die Kante drehte sich die Platte von allein. Das klappt prima! Und ich konnte auf der Stelle stehen bleiben.Nach dem Verputzen der Stoßkante habe ich den oberen Rand mit der Kantenfräse abgezogen. 2mm Fräser ist immer drin. Mit der Festool MKF 700. Benutze ich nur für Kanten. Den großen Fasefräser rein mit 12 mm Schaft, Höhe eingestellt und die Fase an die Platte angetragen. So tief, daß die Echtholzkante soeben mit gefast wird. Das CMS mit dem Fräsaufsatz ist einfach Spitze! Und dann noch die OF 2200 unten drin. Doch was nehme ich für die Tischbeine?

Fasebretter
Tischbeine

Genau! Die Rest der Fasebretter 28mm. Diese habe ich auf der Bosch Tischsäge gefügt. 70mm breit geschnitten. Geschliffen mit der ROTEX und anschliessend gerundet auf dem CMS. Per Hand Popo-glatt geschliffen.Die Stellfläche der Tischbeine mit 70mm war mir zu breit. Deshalb habe ich auf der Festool Kapsäge KS 120 die Tischbeine 45 Grad angeschrägt und anschliessend auf dem CMS gerundet. Sieht irgendwie besser aus. Es soll ja noch eine Zwischenplatte eingefügt werden. Rund, Fichte. Unser Hund soll dort liegen. Das mag er sehr.

Tischbein
gefast
Dübel fräsen

Ja, da stand sie nun. Im schweizer Schuppen. Na ja, eher Österreicher. Ist von Biohort. Der Rest einer 3-Schicht-Platte. Quermaß passte und so ging ich gleich an die Arbeit. Die Platte habe ich auf Bench-Dogs gelagert, die Frässchablone MFS 400 eingestellt und den ersten Kreis gefräst. Bei einer Dicke von 21mm kann ich gleich im 2. Schritt die Platte komplett ausfräsen. Anschliessend die Kante veredeln mit dem neuen Nutfräser von ENT. Der Fräser wurde mir vor längerer Zeit von der Firma Maschinenhandel Meyer zur Verfügung gestellt. Dieser Fräser macht wirklich Spaß! Sauberes Schnittbild und standfest. Da der Durchmesser zum vorherigen Fräser gleich ist, habe ich den Radius 2mm kleiner gestellt. Das geht schnell durch das Verschieben des Kopierringhalters in der MFS 400. Dann in einem mal rum um die Platte.

Einstellung
Fräsen
Fräser ENT

Die Echtholzkante anzufahren geht einfach. Der Kantenaleimer KA 65 muss nur 7 Minuten angeheizt werden. Wieder auf dem VAC SYS habe ich die Saugglocke wieder etwas gelöst und konnte so auf der Stelle die Kante anfahren. Stoßkante versorgt, fertig! Anschließend die Kante mit der MKF 700 die Kante gerundet und erst jetzt die Platte geschliffen. Nicht mehr mit den 100er Scheiben sondern gleich mit der 220er. Wie soll ich die Platte an den Beinen befestigen? Dübeln geht nicht. Leim allein scheint mir nicht sicher. So habe ich mich entschlossen beides, die Beine und auch die Platte auszuklinken und so zu verbinden. Die Maße habe ich von der Tischplatte übernommen und die Platte erst mal mit der Japansäge vorgeschnitten. 2 der Ausschnitte habe ich noch mit Eisen ausgestemmt.

Kante geben
Kante
Anzeichnen
Ausschnitt

Da fiel mir ein, dass ich ja den MultiMaster von Fein habe! Mann, ging das gut und schnell! Kein Vergleich zu meinem Bosch-Vorgänger. Leiser, offenbar höhere Frequenz, genauer. Die Breite passt und so kann ich morgen die Beine ausklinken. Das werde ich auf der Kappsäge KS 120 machen. Tiefe einstellen und schrittweise aussägen.

ecke ausschneiden
passt

Ich lasse das ganze Gedöns mal wech.
Der Tisch ist fertig. Mit OSMO Hartwachsöl gestrichen. Eiche rustikal. So einen Tisch hatte ich noch nie gebaut. Einfach und effizient. Und es passt wieder alles. Und das aus dem Bauch heraus. Einen Plan hatte ich nicht, da ich ja nur Reste verarbeitet habe.
Warum gibt es eigentlich so viele Reste? Nun, bei Stangen- oder Bretterware gibt es immer feste Längen. Deshalb bleiben immer Reste übrig. Bei Plattenware kann man das gösstenteils vermeiden. Entweder kauft man Zuschnitt- oder Plattenware.
Heute habe ich 2 Anhänger voll “Reste” zum Müll gefahren. Unglaublich, was sich im Laufe der Zeit ansammelt. Ich werfe so schnell nichts weg…

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2 Idee über “verrückte Resteverwertung

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