Eigentlich ist der vorhandene Badschrank noch zu gebrauchen.
Gut, damals musste ich einge Durchlässe in den Schrank bauen um die alte Wasserleitung durchführen zu können. Fällt aber nicht groß auf. Doch irgendwie passt er nicht mehr zum neuen Bad.

Ist wohl kein Geheimnis mehr… ich habe ja noch Eiche…

Leimholz
winklig schneiden
Quer geschnitten

Das schon hergestellte Leimholz habe ich zunächt winklig geschnitten. Quer zur Faser.
Die sogenannten Universalblätter für die Kreissäge taugen nicht viel. Ganau wie Ganzjahresreifen oder Waschtrockner. Sägeblätter habe ich ausreichend. Also das richtige Blatt für Querschnitte rein und los.
Wichtig dabei ist eine Bezugskante. Nur vor dieser aus wird gemessen und geschnitten. Besonders bei selbst hergestelltem Leimholz.

Blattwechsel
sauberer Schnitt
Probestecken

Nach dem Zuschnitt der Teile habe ich gleich die Verbindungen gefräst. Früher mit der Festool DOMINO DF 500, heute mit der Lamello Zeta P2. Ist einfacher, schneller und preiswerter.
Das anschliessende Zusammenstecken der Teile, vor dem Leimen, ist ein Muss. Ich habe mal darauf verzichtet und bin gleich auf die Nase gefallen. Die Teile passten nicht zusammen.

32mm System
Loecher fraesen
Bretthalter

Die Einlage der Regalbretter soll flexibel sein. Dazu habe ich das 32er-System von Festool. Habe ich schon eine zeitlang nicht benutzt und musste echt überlegen, wie das noch funktionierte. Ist aber wie Fahrradfahren…
Dafür habe ich die kleine Fräse benutzt. Die OF 1010. Muss ja nicht viel leisten.
Die Regalhalter sind aus Metall. Die Plastikteile mag ich nicht.

mfk 700
super
Kanten runden

Bevor ich die Kanten runde, schleife ich die Stücke bereits vor. Ansonsten besteht die Gefahr, die Kanten zu verschleifen.
Für das Abrunden benutze ich die MKF 700. In dieser habe ich immer den 2mm-Abrundfräser eingespannt. Die Fräse benutze ich eigentlich nur zum Abrunden von ABS-Kanten, die ich mit dem Kantenanleimer aufgefahren habe.
Die Kanten runde ich erst nach Abschluss aller Messarbeiten. Runde Kanten nehmen das Maß. Nach dem Fräsen bearbeite ich die Kanten mit dem Schleifklotz nach um die Fasern zu glätten.

USA Fraeser
Ergebnis Probe
Rahmenteile

Die Rückwand wird eingelassen in eine passende Falz. 10mm breit, 5mm tief. Bei 20mm Holzdicke ist das kein Problem.
Dazu benuzte ich zum ersten Mal den neuen Falz- und Kopierfräser aus den USA. Das Ergebnis ist einfach Klasse. Das sind solche Momente, die den Spaß am Holzwerken ausmachen. Der Fräser geht durch die harte Eiche wie durch Butter. Fräser mit kleinerem Durchmesser erzeugen schnell Brandspuren. Es ist schwer, mit diesen deie richtige Drehzahl und den nötigen Vorschub zu finden.

runde Falz
Ecken stemmen
Teile schleifen

Die Rundungen im Falz mussen ausgestemmt werden. Dazu habe ich die Teile wieder zusammen gesteckt und das Maß angezeichnet. Ausstemmen ist einfach, wenn man es mehrmals geübt hat. Doch selbst heute mache ich immer noch Fehler. Vor allem, wenn man beim Stemmen nicht mehr genügend “Fleisch” hat. Schnell hat man hier mehr gestemmt als man wollte.
Dann kommt der letzte Schliff. Die ETS EC 150/3 ist schon toll. Fast elegant gleitet sie über das Holz. Kein Schleifstaub!

Eiche lackieren
Farbe treiben
hauchduenn

Jetzt kommt der größte Frevel! Ich lackiere die Eiche!
Ja, das Bad ist weiss/grau gehalten und Naturholz passt nicht dazu. Also lackiere ich die Teile antrazithgrau und die Türe weiß.
Hauchdünn geht die Landhausfarbe von OSMO auf das Holz. So, dass die Maserung noch gut zu sehen sein wird. Die Farbe muss getrieben werden. Wenn man glaubt, der Pinsel sei trocken…weiterstreichen. Die Kanten halten gern Farbe auf und sieht trocken ganz schlecht aus. Schleifen hilft dann auch nicht mehr viel, da man nochmal lackieren muss.

verleimt

Solange die Teile trocknen, baue ich die Tür aus Leinholz mit 2 Hirnleisten. Die Hirnleisten verhindern das Schüsseln der Eiche und sie sehen im Ganzen besser aus. Zuvor habe ich einige Lamellos gesetzt.
Noch ein Wort zum Leimen.
Leim gibt man soviel wie nötig, aber auch sowenig wie möglich. Natürlich haben wir unter Zwingen immer wieder Leimaustritte. Das ist auch richtig so. Den überschüssigen Leim wische ich weg. Zuvor habe ich mit der Sprühflasche Wasser auf den Leim gegeben. Diesen kann man dann problemlos mit einem Baumwolltuch abwischen. Alte zerschnittene T-Shirts sind dafür prima.
Aber Achtung! In Ecken und Innenkanten sollte man nicht zu nass rangehen. Besonders Buche und Eiche stellen sich auf und werden rauh. Schleifen in den Ecken geht nicht mehr oder sieht ganz schlecht aus. Deshalb sollte man bewusst mit dem Leim umgehen und diesen gut einteilen. Hierbei  spreche ich von normalen Weißleimen.
Austretenden Leim kann man auch mittels Abklebeband vom übrigen Holz fernhalten. Das ist immer eine Überlegung wert.

fertige Tuer

Das Verleimen war problemlos. Jetzt kommt das Schleifen. Schleifen ist ein Riesenthema. Allein schon welches Holz geschliffen werden soll und die anschliessende Behandlung dessen.
Hier habe ich amerikanische Weißeiche. Sehr harte Eiche und schwer. Hier bis 320 zu schleifen, macht für mich keinen Sinn. Es soll ja noch Farbe halten. Ölen kann man fast vergessen, denn diese Eiche saugt kaum. So habe ich mit 150er geschliffen. Aufgezogen auf die Festool ETS EC 150/3. Zur Zeit mein Favorit.

verschmutzt
sauber

Vor Jahren hatte mein Nachbar mir den Tipp gegeben, bei zugesetzter Schleifscheibe dies mit einer Plastiktüte zu bearbeiten. Das erhöhe die Standzeit der Scheibe. Und? JA, es stimmt.
Durch Leimreste und Feinstaub hatte sich die Scheibe zugesetzt. Eine einfache Plastiktüte, zusammengerollt, gegen die laufende Schleifscheibe halten und die Scheibe säubert sich selbst.

gerundet
geplanter Griff
Probeanbau

Die Tür hat nun gerundete Kanten. Die Bohrungen für den Griff sind gemacht und passen und nun geht es ans Lackieren. In weiß.

Rückwand
Tür

Beim Zuschnitt der Rückwand war ich wieder sehr präzise um die rechten Winkel anzubringen. So kann ich beim Leimen sicherstellen, dass auch der Kasten rechtwinklig sein wird.
Der Frevel geht weiter. Ich habe die Tür lackiert.

fertiger Schrank
schoen

Jetzt fehlt nur noch ein Einlegebrett.
Hätte ich ja aus einer bereits hergestellten Eiche-Leimholzplatte schneiden können, doch was mache ich mit den Resten? So habe ich diese wieder zu Leimholz gemacht. Anschliessend gehobelt geschliffen, Kanten abgerundet und dann lackiert.

Resteverwertung
Anzeichnen (2)
verleimter Boden
fertiger Boden

Damit ist dieser Schrank auch fertig.
Als Puffer oder Füße klebe ich sogenannte “Bumsinchen” an die Ecken unter dem Schrank. Diese sind rutschfest und dämpfen alle Schwingungen.

Rueckwand
Topfscharniere
Seite
Topfband

Der Badschrank steht nun an seinem Platz und ist im Dienst.
Die Topfbänder sind von Hettich. Gedämpft, selbstschliessend. Abdeckkappen für die Schrauben hatte ich noch vom Schlafzimmerbau.

So, wieder ein Projekt abgeschlossen.
Heute habe ich bereits den Schrank im Landhausstil zu Bauen begonnen. Doch dazu gibt es einen neuen Post.

Rohbau

Eine Idee zu “Badschrank bauen

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: