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Heute hatte ich nicht vor etwas zu bauen. Bin eh nur am Wochenende zu Hause, da ich wieder eine Beratung angenommen habe.

So habe ich die Zeit genutzt um meine Stemmeisen zu schärfen. Die Werkzeuge dazu hatte ich mir vor einiger Zeit zugelegt und auch schon damit gearbeitet. Ich bin jetzt nicht der große „Schärfer“, doch habe ich mich mal an die alten Eisen getraut. Das erste Eisen habe ich schon beim Hauskauf vom Vorbesitzer erworben. Das Eisen ist bestimmt schon 30 Jahre alt und nur noch zum Aufhebeln von Dingen benutzt worden. Na ja, ich habe ja Zeit.

Das schmale Stemmeisen war verrostet und die Schneide nicht mehr zu erkennen. Sah aus wie ein Schraubendreher. Also Steine ins Wasser und los…

Zuerst habe ich den 400er Stein zum Schleifen benutzt und anschliessend den 2000er. Es musste ja viel Material runter. Die Vorrichtung zum Schleifen ist von Veritas, Honing Guide. Tolles Teil, weil man den Winkel korrekt halten kann. Nicht billig, aber nützlich. Gut, man muss ein bisschen fummeln, bis alles sitzt. Das Ergebnis aber überzeugt.
Das Schärfen eines solch stumpfen Stemmeisens erfordert Geduld. Über eine halbe Stunde habe ich das Eisen über den Stein geschoben.

Den Feinschliff habe ich dem Eisen auf dem 6000er und letztendlich auf dem 8000er Stein gegeben.

Der Probeschnitt auf einem Rest Meranti war sehr gut.

Also habe ich die anderen „kaputten“ Stemmeisen aus der Schublade gezogen und auch diese geschärft. Mit diesen habe ich Nägel und Schrauben abgeschlagen. Die Eisen hatte ich billig im Baumarkt gekauft.

Damals habe ich auf die „Netz-Empfehlungen“ gehört und mir die Eisen von Kirschen gekauft. Deshalb habe ich die Baumarkt-Eisen zweckentfremdet. Was für ein Unsinn!! Man darf halt nicht alles glauben. Was wirklich stimmt ist, die Stemmeisen sind beim Kauf vorgeschäft und müssen vor dem ersten Gebrauch geschliffen und abgerichtet werden. Aber wer macht das schon?

 

Diese Baumarkteisen sind rasierklingenscharf geworden.

Würde ich täglich mit Stemmeisen arbeiten, würde ich wahrscheinlich auch die ach so angepriesenen Markeneisen kaufen, die nicht von Kirschen sind. Auch die Kirschen müssen behandelt werden. Die Chromschicht „blendet“. Sieht gut aus, muss aber runter. Beim Abrichten der Rückseiten sieht man erst die Bögen darin.
Die Baumarkteisen haben einen Kunststoffgriff. Diese halten aber genau so gut wie die Holzgriffe. Vielleicht sogar länger, weil diese nicht spleißen. Ich habe immer voll mit dem Hammer drauf gehauen!

Den kleinen Stein hatte ich mir damals zum Üben zugelegt. Falsche Entscheidung. Viel zu kurz um mit dem Honing Guide zu arbeiten. Für dieses Hilfsmittel kann der Stein nicht lang genug sein. Warum? Selbst bei den längeren Steinen arbeitet man immer nur auf einer Hälfte des Steines. Die Mitte wird nicht abgenutzt. So schleift man den Stein „schief“. Beim Abziehen zieht man auch mehr von der Mitte ab.

Schärfwerkzeug
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