Schneidebrett aus Eiche mit Meranti

Letzte Woche habe ich 4 Planken amerikanische Weißeiche gekauft. Eigentlich gedacht für eine Beleuchtungswand im Wohnzimmer. Habe ich durch den Dickenhobel geschickt und bekam wirklich gut aussehende Eiche.
Als mein Nachbar die Bretter sah, fragte er mich gleich nach einem Schrankbau für ihn. Ehrlich, hätte ich gern gemacht. Doch war mir dieser Aufwand der Holzzubereitung einfach zu viel. Auch wäre das Holz für den Schrank teuer geworden.
Aber das nur am Rande.
Heute hatte ich Lust auf ein Schneidebrett, kombiniert meit Eiche und Meranti.

Zuerst habe ich die Eiche gehobelt.
Für Eiche und Fichte ist der Festool-Staubsauger über den Zyklon am Hobel noch ok. Bei Ahorn hört der Spaß auf. Aber das ist ein anderes Thema.

Eiche hat kleine kurze Späne beim Hobeln. Über die Absaugung gehen rund 70% der Späne weg. Der Rest bleibt draussen. Damit kan ich leben.

Für das Schneidebrett benötige ich 2 exakt gleich starke Bretter. Die Grundlänge ist 50cm. Breite jeweils 16cm.
Die Bretter habe ich allseits gehobelt; auch die Kanten. So kann ich sicher sein eine ebene Fläche zum Verleimen zu haben.

Nach dem Hobeln habe ich mir die richtige Lage der beiden Stücke gesucht.

Die Leimkante sollte nicht auffallen und die Oberfläche gleichfarbig sein.
So passte es ganz gut und die Kanten selbst waren einandfrei; ohne Macken oder Ausrisse.

Vor dem Verleimen habe ich noch 5 Lamellos eingesetzt. Die Maschine ist so genau, dass die Stücke exakt gleich hoch zusammen passen und nicht mehr korrigiert werden müssen. Zum Leimen nehme ich Propellerleim. Besser als der von Ponal, meine ich.
Der Leim konnte über Nacht ziehen. Ansonsten reicht ´ne halbe Stunde.

Dieses geleimte Holz habe ich auf 304mm Breite gesägt. Der Hobel soll das ja schaffen. Und? Ging durch wie Butter.

Das Rohbrett ist plan, sauber und von der Leimkante nichts zu sehen.

Besäumt habe ich ausnahmsweise auf dem MFT/3. Weil die Tischsäge noch mit Holz vollgestapelt war. Der MFT/3 ist so nicht schlecht. Solange dieser nicht an eine Wand gestellt werden muß! Freistehend ist der Tisch ok, doch mit der Anschlagschiene zu arbeiten, wenn der Tisch an die Wand muss, ist NICHT möglich. Wie auch immer, der Tisch hat mir lange geholfen.

Die Griffleisten habe ich auf der Bosch Tischkreissäge GTS 10 XC gesägt. Seit ich diese Tischsäge habe, gerät der Sägetisch MFT/3 immer mehr in den Hintergrund. Die Tischsäge ist genauer. Keine Schläuche, die stören.
Bei Rubart.de bekommt man auch die blaue Serie von Bosch. Jede Menge Auswahl an Bosch-Maschinen.
Ich finde die Bosch-Tischsäge besser als die von Festool. Ich kann vergleichen! Die Schiebetische an den Festoolsägen: unübertroffen! Weich wie Butter. Aber diese Tisch nehmen viel Platz ein und sind für größere(längere Stücke zu klein und zu weit weg vom Sägeblatt.
90% der Schnittqualität ligen am Sägeblatt! Das serienmäßige Blatt von Bosch habe ich gleich gegen ein Gutes ausgetauscht.
Die Säge kann ohne Sorge genau auf den Millimeter eingestellt werden und der Anschlag ist genau parallel. Was will man mehr?

Die Griffmulden habe ich mittel der Festool Frässchablone MFS 400 gefräst. Tolles Teil! Hab auch die 700er Schienen und so sind alle eckigen Fräsungen abgedeckt.
Früher habe ich das mit selbsgebauten Schablonen gemacht. Ätzend! Nie richtig genau und das Holz (Ränder) fransen aus. Die eckigen Schablonen habe ich entsorgt. Diese waren ja nicht flexibel in der Verstellung. Die runden Schablonen natürlich nicht!

Die Fräsung ist 10mm tief, 16mm breit und 150mm lang. Habe ich mit der OF 1400 gemacht; Spiralfräser.

Erst nach dem Fräsen habe ich die Griffleisten durch den Hobel geschoben. So habe ich Superkanten!

Die Leimung zum Brett muss perfekt sein. Deshalb auch wieder die Lamellos rein. Meine erste Dübelfräse war von FERM. Nach wenigen Fräsungen habe ich diese meinem Nachbarn geschenkt. Warum?… Jetzt arbeite ich mit der Lamello Zeta P2. Kein Vergleich! Fräsen und passt!

Die Lamellos bieten nicht nur sichereren Halt beim Leimen, sondern vermeiden auch das Verrutschen.

Vor dem Leimen habe ich die untere Kante bereits gerundet. Da komme ich ja nach dem Leimen nicht mehr mit dem Fräser ran. Für das Runden habe ich die Festool MKF 700 Q genommen. In dieser habe ich immer nur den 2mm Abrundfräser drin; für die ABS-Kanten.

Ich benutze „Propellerleim“, nicht mehr Ponal wasserfest. Erstens ist dieser Leim wesentlich billiger und zweitens hält er besser. Auch wasserfest.

Die Kastenzwingen von Bessey lassen sich extrem gut spannen und bringen den Druck dort hin, wo er benötigt wird. Leider habe ich nur 2 800er und muss dann eine Längere nehmen. Sind nicht billig, aber die Besten.

Das Öl gibt dem Schneidebrett erst ein Gesicht. Vorher von der Farbe her stumpf und gleich, nachher seidenmatt und unterschiedlich in der Farbe.

Das Schlimme am Öl ist, es zeigt alle Fehler, die man vorher gemacht hat. Sägeblattspuren, Verbrennungen, Riefen… Aber hier sieht man nichts! Ist auch nicht gepfuscht.

Zum Schluss habe ich noch „Füße“ angebracht. Kleine Kunststoffteile zum Einbohren. Jetzt ist das Brett rutschfest und kann gleichzeitig keine Kratzer auf der Aufstellfläche hinterlassen.

So, wieder was fertig!

Zu sehen auch in Holzwerkerblog-Shop.

2 Idee über “Schneidebrett aus Eiche mit Meranti

  1. Stefan sagt:

    Ich hatte mich noch nie getraut ein Schneidbrett aus Eiche zu bauen, obwohl ich Zugriff drauf habe. Ich habe da Angst, dass sich die Gerbsäure, welche ja im Eichenholz enthalten ist, auswäscht. Hast du da eine spezielle Behandlung?

    • Holzwerker sagt:

      Hallo Stefan
      nun, die Gerbsäure wirkt antibakteriell. Dadurch desinfiziert sich das Schneidebrett eigentlich von selbst.
      Das Schneidebrett behandle ich mit lebensmittelechtem Leinöl. Oder auch nur Olivenöl im Gebrauch.
      Gruß
      Friedel

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