Lichtausschnitt in eine Tür einbauen

Eines meiner Winterprojekte.

Unser Ferienhaus ist komplett aus Holz. Also viel zu machen…

So habe ich die Türen modernisiert. Schlösser ausgetauscht, neue Rahmen, weiß lackiert…
Aber irgendwie fehlte etwas. Sah wie in einer Klinik aus. So habe ich mich entschlossen Lichtausschnitte in die Türen zu bringen.
Zunächst hatte ich vor den Rahmen für das Glas auch weiß zu lackieren, doch dann wäre es wirklich eine Klinik geworden…
So habe ich mich wieder für Meranti entschieden. Gewachst. Nur, wo bekomme ich passende Leisten her? … Der Weg ist das Ziel. Die mache ich einfach selber.

Eine Planke Meranti, 2,4 Meter lang, 27 x 195. Diese habe ich in Scheiben geschnitten, gefräst, geschliffen und gewachst. Hundearbeit, doch schön.

Das Glas ist satiniert, also lichtdurchlässig, doch nicht durchsichtig. 4mm stark. Habe ich wieder bei Glas Neumann in Twisteden bestellt. Ziemlich teuer… Doch Glas Neumann ist sehr zuverlässig und liefert Qualität. Glas ist nicht Glas.

Den Ausschnit für das Glas habe ich mit der Tauchsäge gemacht. Die Tür selbst ist 35 mm stark. Dazu 9 mm Schiene, also 44 mm Schnitttiefe. Das schafft die Tauchsäge spielend. 

Damit ich nicht zuviele Ausrisse habe, klebe ich Band auf die Schnittspur. Längsschnitt ist nicht so schlimm, doch die Querschnitte.  Das Türblatt ist sehr einfach aufgebaut. 4 mm Sperholz mit wenigen Hölzern als innere Quersteben.

Die Schienen sind glatt und die Tauchsäge lässt sich sehr leicht schieben. So kann man auch sehr genau an- und absetzen. Silikon-Spray wirkt da Wunder. Nur nicht damit übertreiben. Sonst fliegt die Säge selbst weg.

Ich habe 2 Schienen zu je 1400 mm zusammen geschraubt. Um wirklich parallel arbeiten zu können schraube ich die Schienen stehend auf der Schnittseite zusammen. So sind diese exakt gerade.

Für die Verstärkungsleisten mussten die Spitze der Querstreben in der Tür entfernt werden. Dazu habe ich die „Fein“ benutzt. Tolles Teil!

Die Leisten habe ich aus Fichte Klattkantbrettern 27×70 auf der Tischsäge geschnitten. 27 mm deshalb, weil dies das exakte Maß des Zwischenraums ist.

 Die kurze Planke hatte ich im Ganzen zunächst auf dem Frästisch gefräst und anschliessend passend auf der Tischsäge geschnitten. Das funktionierte mit dem langen Stück nicht. Dazu ist meine Werkstatt zu klein. Dieses habe ich zuerst auf der Tischsäge in Streifen geschnitten und erst dann gefräst.

Mit dem Festool-Frästisch geht das sehr gut.

Ein Wort zur Genauigkeit der Bosch Tischsäge.

In vielen Berichten lese ich, wie die Anwender alles Mögliche an der neuen Tischsäge nachjustieren und geben Tipps dazu. Entweder haben die Anwender wirklich vermurxte Sägen gekauft, oder …

Nun ja, da habe ich wohl ein Glanzstück gekauft. Alles stimmte an der Tischsäge. Wenn ich 15mm einstelle, sägt die Tischsäge auch 15mm.

Die Breite der Leisten war noch 27mm. Ich brauchte 20mm. Selbst das geht auf der Tischsäge super.
Anschliessend habe ich die Außenkanten auf dem Frästisch gerundet.

Lieber wäre mir ein 3mm Rundfräser gewesen. So bin ich zum Händler meines Vertauens. Euro 66,90 wollter dafür haben. Nee, habe ich nicht genommen und mir dann einen im Netz bestellt. Amazon hat ihn mir für Euro 45,95 inkl. Versand verkauft!

Die Leisten waren sauber gefräst und gesägt. Natürlich habe ich die Leisten noch geschliffen und anschliessend gewachst mit OSMO Hartwachsöl farblos.
Auch bei diesen Produkt werde ich mein Kaufverhalten wohl ändern.
Für eine Dose Landhausfarbe hatte ich bisher Euro 26,80 bezahlt. Und davon habe ich reichlich gebraucht! Soeben habe ich im Netz einen Durchschnittspreis von knapp Euro 20,00 gefunden. Bei 2-3 Euro Unterschied würde ich weiter beim Händler meines Vertrauens kaufen. Aber bei dem Unterschied nicht.

Ich bin schon der Meinung, den Preis der Konkurrenz anzupassen. Für Beratung zahle ich gern, doch nicht zuviel.

Das Vorlegeband „spannt“ die Glasscheibe in den Rahmen. Einseitig aufgetragen reicht. Da wackelt nichts mehr und dichtet den Rahmen auch ab.

Vorlegeband ist nicht teuer. Dieses gibt es ich verschiedensten Breiten und Dicke.
Einseitig hat es eine Klebeseite. Hält auch auf Holz. Allerdings schlecht auf bereits geöltem Holz. Doch sobald die Scheibe eingesetzt ist, bewegt sich da nicht mehr.

Den Rahmen habe ich dem Auschnitt angepasst; also nicht gleich auf Maß geschnitten.

Der Rahmen muß strack sitzen. Wie eine Übergangspassung. 0,2mm länger als der Auschnitt. Damit kann ich sicherstellen, daß die Gehrung sich selbst schliesst und es keine Spalten gibt.
Bei der langen Seite musste ich die Leiste schon etwas biegen um in die Gehrung zu gelangen. Aber es hat sich gelohnt! Die Gehrung sieht akkurat aus. Ohne eine vernünftige Kappsäge ist das schwierig. Der Laser an meiner Kappsäge erleichtert das Zusägen erheblich.

Den Merantirahmen habe ich genagelt.
In der Werkstatt braucht man schon Druckluft. Nicht nur um die Ecken freizublasen, sondern auch für triviale Dinge, wie abblasen von Sägestaub von der Kleidung und vom Kopf. Deshalb habe ich schon von Beginn an einen Kompressor. Zuerst von Ferm, jetzt von Prebena im Systainer.

Dabei macht es auch Sinn Druckluftwerkzeuge zu haben. In diesem Fall einen Druckluftnagler. Dieser hat mir schon sehr viele gute Dienste geleistet.

Jeweils 5 Nägel auf den Längsseiten und jeweils 1 Nagel auf den Kurzen reichen.

Heute habe ich die zweite Tür vollendet. Eine ist noch übrig und die werde ich morgen fertig stellen können.

Wieder ein Projekt beendet!

 

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